Filmtipps: Verkaufstricks und Werbestrategien

Viel zu viel Zeug – wer kennt das nicht? Wie schaffen es Industrie und Händler eigentlich, uns immer wieder dazu zu bringen, mit mehr Zeug nach Hause zu gehen, als wir eigentlich kaufen wollten?

Mir kommt der nahe gelegene Supermarkt in den Sinn. Der Einkaufswagen sind riesig groß. Er suggeriert mir, dass meine gekauften Dinge so unglaublich wenig sind und ich noch viel dort hinein packen könnte. Dann gibt es die sog. „Quengelware“ an den Kassen. Genau in Greifhöhe noch irgendwelche Süßigkeiten für die nörgelnden Kinder. Überhaupt fällt mir auf, dass Süßwaren jeglicher Variantionen über den gesamten Supermarkt verteilt werden.

Wer schon mal bei Ikea war (und wer war da nicht schon mal…),  kennt die scheinbar endlosen Angebote im Erdgeschoss, die nett arrangierten Wohnlandschaften im Obergeschoss. Nebenbei erwähnt, gibts Möbelhäuser, die dies längst ähnlich handhaben – und wenn man k.o. ist, genervt vom Gang durch den Möbelirrgarten: Kaffee und Kuchen, Snacks, usw..

Diese ganzen Werbe- und Manipulationsstrategien sind nun wirklich nicht neu. Aber ich bemerke, dass es doch ganz hilfreich ist, mir dies ab und an nochmal vor Augen zu führen: Wir werden immer wieder dazu animiert, viel zu viel zu kaufen. Und dann ist da insbesondere der ganze vorzeitig alternde und unnötige Kram, all das Zeugs was wir eigentlich sowieso nicht brauchen. Wenn wir nicht aufpassen, schleppen wir es dann doch nach Hause und der Zeitpunkt kommt, wo wir uns darüber ärgern.

Die bekannten Minimalismus-Regeln, wie z.B. Kaufwünsche erstmal auf eine Warteliste zu setzen, nie hungrig einkaufen zu gehen und sich in Gedanken den Kram zu Hause in der Wohnung vorzustellen (damit der Reiz des Neuen reduziert wird), bekommen dabei nochmal eine besondere Bedeutung. Achtsames Konsumieren ist kein Luxus für Abgedrehte. Es ist schlichtweg hilfreich, um so dem Konsumdruck, der Konsumüberflutung etwas entgegen zu setzen. Ganz unten am Ende dieses Beitrages daher auch noch einige Links mit Texten und Übungen zum achtsamen Konsumieren.

Insbesondere schlimm finde ich, was da alles unternommen wird, um uns zum Kaufen zu bringen und wie sehr dabei auch der Umwelt geschadet wird. In Zeiten von Klimawandel und Umweltkatastrophen finde ich solche Verkaufsstrategien komplett überholt. Letztlich funktionieren sie aber auch nur dann, wenn wir dies auch so mit machen.

Nachfolgend daher beispielhaft zwei Filme zu diesem Thema:

Ikea – Die Insider – Verkaufstricks beim Möbel Giganten:

 

Neuromarketing – Wie uns Werbung manipuliert:

 

Zum Weiterlesen

51 thoughts on “Filmtipps: Verkaufstricks und Werbestrategien

  1. Eingangssatz diese Artikels „Wie schaffen es Industrie und Händler eigentlich, uns immer wieder dazu zu bringen, mit mehr Zeug nach Hause zu gehen, als wir eigentlich kaufen wollten?“ In vielen Aspekten sind die Menschen immer noch Sammler und Jäger. Wer am besten und am meisten sammeln konnte, hatte für sich und seine Gruppe die besten Überlebenschancen. Das änderte sich auch nicht mit der Sesshaftwerdung. Ein Sack Getreide, ein Korb Äpfel, eine Wolldecke mehr konnten das Überleben nach einer schlechten Ernte sichern. Der traumatische und existenzvernichtende Verlust an Hab und Gut im zweiten Weltkrieg und die Wertvernichtung durch die anschließende Inflation verstärkten den Sammel- und Horten-Trieb noch. Wir sind weder frei von einer Jahrtausende alten Überlebensstrategie noch von den Erfahrungen unserer Eltern und Großeltern und somit anfällig für das Motto: „Kaufe und dir geht es gut.“

    1. Was sich jedoch grundlegend geändert hat, ist die Verfügbarkeit von Gegenständen. Durch den Einsatz von Maschinen können heute große Mengen Waren in kurzer Zeit produziert werden, die weit über unseren Bedarf hinausgehen. Erst wenn man sich seine Anfälligkeit gegenüber der Verführung zum Konsum bewusst wird, und kritisch hinterfragt was man tatsächlich braucht, kann man der Werbung und den Kaufanreizen widerstehen.

      1. Inzwischen ist es so, dass uns das Zuviel eher bedroht, als das es uns schützt (Stichwort: Umweltbelastung). Es ist nicht einfach, aber doch wichtig, sich entsprechend selbst um eine andere Handlungsweise zu bemühen.

  2. In unserem Ikea gibt es zwei Abkürzungen. Seit Corona sind die auch deutlich beschildert. Ich bin allerdings so selten da, dass es inzwischen schon wieder anders sein kann. Online schauen und dann in Windeseile an allem vorbei zur Ware die man benötigt. Oft auch ins Lager vor der Klasse. Der Weg ist immer noch zu weit. Bloß nicht stehen bleiben und raus.

    1. Diese Abkürzungen gibts bei uns auch – also klarer Tipp für Minimalisten: Finde die Abkürzungen im Konsumdschungel 😉

      Wobei es auch interessant sein kann, sich mal all die Konsumangebote und wie sie präsentiert werden, näher anzuschauen, all das mal möglichst mit neutraler Haltung auf sich wirken zu lassen – ohne jede Kaufabsicht. Notfalls Portomonaie zu Hause lassen.

      1. …und Leute gucken, wie die einkaufen und in deren Einkaufswagen luschern… natürlich nur diskret. 😉

  3. „Letztlich funktionieren sie aber auch nur dann, wenn wir dies auch so mit machen.“ Genau das ist es.

    Der eine ist empfänglich für die Manipulation durch Werbung als der andere. Das sind meiner Meinung nach einerseits die Veranlagung und andererseits auch die häusliche Prägung, z.B. das Vorbild der Eltern. Neuerdings beeinflusst noch Gruppenzwang und die Liebe zur Selbstdarstellung das Konsumverhalten.
    Da bin ich doch froh, ohne den Einfluss von Werbung und in einem Haushalt ohne materiellen Überfluss aufgewachsen zu sein.

    Wo gerade das Beispiel Kaffee kam: Ich sehe an Schul-bzw. Kindergartentagen wie (für mich erschreckend) viele Kinder morgens zum Dorfbäcker gehen, um sich ein Frühstück zu kaufen. Das setzt sich dann fort – als Erwachsenen ist es dann der Kaffee-to-go + ein Teilchen, was sowohl das Loch in den Geldbeutel reißen als auch die ungünstigen Auswirkungen für Umwelt haben. – Abgesehen davon, dass ich es nicht verstehen kann, dass man sein Frühstück nicht zu Hause am Tisch einnehmen kann. –

    1. ..weil die Kids müde sind morgens. Schule und Arbeit beginnt zu früh. Denen wird schlecht oder sie kriegen gar nichts runter. Sogar Erwachsene schaffen es teilweise nicht. Die Lösung ist Brote mitzunehmen und dann zu essen, wenn sich der Hunger meldet bzw. Pause ist.

  4. Ich habe schon seit mehr als 30 Jahren keinen TV mehr, und wenn ich mal gezwungen bin zu gucken (z.B. beim Besuch meiner Eltern) merke ich, wie sehr mich Bilder in der Werbung beeinflussen, und ich beim Gucken der Werbung denke, Produkt X müsste ich haben, obwohl ich da kaum/keine Verwendung für hätte! Gruselig! (Ich weiß nicht, ob das kommt, weil ich besonders für die Bilder empfänglich bin, da nicht durchs regelmäßige Gucken abgestumpft, oder ob es tatsächlich allen so geht…)

    Interessant finde ich auch, dass die Artikel in der Presse über Minimalismus fast einheitlich in das selbe Horn trötet, wie egoistisch und asozial und wirtschaftsschädigend Minimalisten sind. Ist schon entlarvend.

    1. Minimalisten werden als Sonderlinge gezeigt, als Weltverbesserer oder mental dubios. Das ist bestimmt Absicht. Kuriositäten erzeugen Clicks. Da es immer mehr Menschen werden und sich die Industrie bereits mit Produkten darauf einstellt bin ich optimistisch.

      1. Oh ja, es passt im öffentlichen Bild gut ins „Kuriositätenkabinett.“ Es erzeugt erstaunlicherweise immer noch Aufmerksamkeit, wenn man nicht ins Bild des „homo consumentus“ passt.
        Für mich ist die einzig wahre Kuriosität, sich die Bude mit endlos viel Zeugs voll zu stellen. Es gibt Leute, die kaufen sich sogar ein Sofa auf Kredit. Kurios für mich auch die wandfüllend großen TV-Geräte, die aufgeblasenen SUVs in der Großstadt, sich mit Homepods die Privatsphäre freiwillig auslauschen zu lassen, etc.

        1. @Daniela: gut beobachtet mit den Bildern. Ich gucke deshalb immer wieder mal keine Nachrichten. Weil ich es nicht ertragen kann. Informiert bin ich dennoch, höre gern Radio. Mein Freund kann leider nicht auf sein tv verzichten.

          Was die Darstellung von Minimalisten anbelangt: die vielen Youngsters auf YouTube, die sich gern als solche darstellen, verzerren das Bild. Es ist keine Kunst in einem WG Zimmer den Minimalisten zu geben, wenn bei den Eltern der ganze Kram noch liegt.

          1. Und wenn das Ganze auf youtube mit Lippenstiften und Dingen gefüllt ist, die ich nicht kenne, da schalte ich sowieso ab. Das ist dann eindeutig von Frauen für Frauen und sollte bitte so gekennzeichnet werden, damit Männer nicht ihre Zeit verschwenden bevor sie das Thema Kosmetik feststellen. Kosmetik als Warnhinweis im Intro würde mir 80% der sinnlosen Beiträge sparen. Nicht eine einzige mir bekannte Frau schminkt sich noch (sichtbar). Total out.

      2. Oh, Produkte für den Minimalismus.

        Das treibt auch manch seltsame Blüte, wenn dann da Influenzer auf Youtube erzählen, dass man fürs minimalistische Wohnen alles in weiß, beige und mit gewissen Akzentfarben haben sollte und die Kommentatoren schreiben, was sie alles an buntem entsorgt und sich in den „richtigen“ Farben neu gekauft haben. 😀

        1. Das riecht nach versteckter Neueinrichtung und Dekowunsch. Ich warte auf die Youtuberin, die uns zeigt, wie sie ihr geniales neu gekauftes Ordnungssytem mit Svarowskikristallen , Stickern und Bändern beklebt, “ weil man dann in jedem Karton sieht was drin ist“. Kartons gekauft, Plastik gekauft, Kosmetik, Plunder und Papier reingestopft, aber eben schön dekoriert und freie Flächen, im Hintergrund ein Stapel Ordnungssystem in Pink, das bei Besuchern Augenkrebs erzeugt ! 😉

          1. 😂😂😂 Das ist gut.
            Hoffentlich bleibt uns diese Variante von Realsatire noch ein bisschen erspart.

          2. Ja, Satire. Bis jemand mit genau dieser Idee kommt 🙂 Ich sehe das als Warnung, dass man trotz guten Willens in die Konsumfalle tappen kann. Kleiderkreisel ist auch so eine Falle. Gebrauchte Dinge aus Kisten mit „zu verschenken“ mitnehmen oder öffentliche Bücherschränke. usw. Bei jedem Teil heißt es aufpassen.

  5. Ein tolles Thema und alle merken, dass die Menschen so reagieren, wie die Mitwelt sie „geformt“ hat. Es ist krass wie alle Wesen so verblödet, abgestumpft, gefühllos, apathisch, abgerichtet sich verhalten – wie dressierte Mäuse – keinen Tick klüger.
    Erst wenn Menschen mal vom Stengel fallen, durch Schicksalseinflüsse, durch Krankheit, durch Unfall, durch Trennung, durch Kündigung, durch einfach genug zu haben – ist ein „Aufwachen“, nicht das Buddhistische Aufwachen, sondern das aus dem gesellschaftlichen abgerichteten Delirium, aus diesem aufzuwachen möglich. Ausnahmen nur: gewisse Spinner, Exoten, Randständige, Öko Typen, Anti Kapitalisten, gewisse Künstler, Kulturschaffende, Schriftsteller, Maler, Musiker, Komiker, etc. diese wenigen, und vielleicht deren Kinder schaffen es, schon vor einem Schicksalsschlag einen gewissen Weitblick zu erhaschen und zu zelebrieren. Aktueller Buchtip, gerade gelesen, DIE ERDE NEU DENKEN VON MAJA GÖPEL, eine der klügeren Wesen in Europa, genau das Thema, dem wir alle uns widmen werden, früher oder später. Herzliche Grüsse aus dem Appenzellerland.

    1. Die genannten Berufe sind eher die, die kein Geld anhäufen und wenn sie welches haben , damit absolut nicht umgehen können. Reihenweise sind sie in Altersarmut gefallen oder auf Anlagebetrüger reingefallen. Und trotzdem haben sie etwas, was der blanken Geldmaschine fehlt : Herz und Einsicht in die Welt.

      1. @ Heinz: das Buch werde ich mir bestellen. Auch wenn mir der Gendersprech übetrieben erscheint. Weil das nichts am Inhalt ändert. Aber das ist ein anderes Thema.

        @ Thorsten (grad Deinen Blog entdeckt): Künstler und all diese Typen = oftmals liebenswürdige Spinner. Auch ich muste meinen Blickwinkel auf diese Menschen erst ändern. Geprägt durch die Erfahrungen der „Wende“ war Arbeit und damit Geld-Verdienen zunächst das oberste Gebot, beinah Religion. Was wiederum kein Wunder ist, wenn es so vielen Menschen den Boden unter den Füßen wegzog.

  6. Was ich mich bei alledem immer frage: Wie sieht eigentlich eine funktionierende Gesellschaft aus, die NICHT auf Konsum und Kapital fußt? Wäre das überhaupt möglich? Sicherlich, jedoch nicht mehr in diesem Leben.

      1. 👍 Interessant! AIDA ist nicht nur eine Oper, sondern wie man beim Kunden Bedürfnisse erzeugt, die er bzw. sie vorher noch gar nicht hatte.

    1. Es gibt ja noch indigene Völker, die anders leben, aber der Kapitalismus schafft es ja gerade auch, deren Lebensraum zu vernichten.

      1. …Und das bezeichnen wir dann auch noch als Fortschritt. Wären wir nie in diese Länder eingefallen, bräuchten sie evtl die sog. „Entwicklungshilfe“ gar nicht…

  7. Interessant.

    Zu dem IKEA Video. Also dass man erstmal oben durch muss, stimmt ja nicht. Man kann auch sofort in den Marktbereich.

    Ich war letzte Woche Freitag im IKEA. Ich wusste ganz genau, was ich haben wollte. Ich bin aber trotzdem durch den ganzen Laden gelaufen, weil ich einfach sehen wollte, was es neues gibt. Ich mache das in Supermärkten auch immer. Das ist für mich einfach Erlebnisshopping. 🤣

    Ich habe mir alles angeguckt, mir ist kein Strandmon aufgefallen, ich kann mich nicht daran erinnern, einen gesehen zu haben. 🤔
    Ich habe genau die Teile mitgenommen die ich haben wollte, sogar weniger, weil sie nicht alles da hatten. 😅
    Okay, vielleicht lag es daran, dass sie mir dort keine gelbe Tasche am Eingang in die Hand gedrückt haben. Nein, Quatsch.
    Ich habe kein Geld zu verschenken und wieso soll ich etwas mitnehmen, was ich nicht brauche? Ich schleppe auch ehrlich gesagt nicht gerne diese riesigen Taschen.

    Zu den Gläsern, die angeblich jeder hat, ich habe keine von IKEA. Meine sind einheitlich die Gläser wo ein Supermarkt seine Schokocreme drin hat. Die sind stabil und mir gefällt das schlichte Design.

    Wir verurteilen immer die Marketingstrategien und finden es erschreckend wie versucht wird uns etwas anzudrehen. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur blöd und sparen zu viel am Nachdenken.

    1. Da hattest du natürlich auch eine klasse Strategie mit dem wichtigsten Punkt überhaupt, nämlich genau zu wissen, was du dort kaufen willst. Vielleicht der beste Effekt am Minimalismus – rausfinden, was man wirklich haben möchte und den Rest einfach übersehen.
      Mir geht es so, dass ich so viel Klimbim einfach nicht in der Wohnung haben will, da ist es mir dann egal, ob da große Taschen sind oder nicht. Trotzdem sind solche Marketingstrategien schon sehr interessant, insbesondere, dass selbst das K.O.-Gefühl am Ende eingeplant ist. Und wenn man dann mal draußen beobachtet, mit was für vollgepackten Einkaufswagen die Leute da raus kommen … das Konzept scheint bei den meisten Menschen aufzugehen.

  8. Hey, Konsum ist erste Bürgerpflicht – wir müssen doch die coronageschädigte Wirtschaft wieder in Gang bringen! (Ich dachte tatsächlich ganz naiv mal, dass Corona Menschen schädigt!) Hier in der Stadt hängen Plakate: „Erst ein neues Kleid, dann Pizza zu zweit“ u.ä. Reimt sich alles, klingt originell – und stammt vermutlich von der Stadtverwaltung selber! Die längste Schlange hab ich übrigens vor kurzer Zeit ausgerechnet vor Primark gesehen – ein Riesenladen, und wenn da noch welche draußen warten mussten! Nachholbedarf statt Gewöhnung an Genügsamkeit…
    Langsam gebe ich die Hoffnung auf, dass die Menschheit außerhalb der „Ökoblase“, in der ich offenbar lebe, was begriffen hat – da war doch was mit dem Klima oder so?

    1. Nein liebe Annette, den Schuss haben wir immer noch nicht gehört. Wollen ihn nicht hören. Bei uns hängen auch Plakate „gönn dir was‘, Werbung fürs shoppen. Immerhin fürs lokale shoppen. .. 🙁
      Und in den Nachrichten vorhin der Jubelruf, dass sich die Wirtschaft erholt hat und wieder wächst. Ich könnte k…..

      1. Dabei könnte man mit Reparieren ja auch Arbeitsplätze schaffen. Neu produziert wird heute viel mit Robotern, sehr oft im Ausland – hier wird das Zeug dann in der Regel nur verkauft. Bei mir schräg gegenüber hat der eigentlich ein paar Straßen entfernte Fahrradhändler jetzt zusätzlich eine Fahrradwerkstatt eröffnet, da er mit den Anfragen kaum nach kam – und da gibts u.a. jetzt auch einen Ausbildungsplatz – und somit eine Zukunftsperspektive für einen Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen. Und die Kunden können ihre Fahrräder warten und reparieren lassen, anstatt gleich ein neues Rad zu kaufen.

        1. Ich habe tatsächlich in den Sommerferien mein 10 Jahre altes Fahrrad wieder auf Vordermann gebracht. Ich fahre es seit jeher regelmäßig und es waren so einige Verschleißteile zu ersetzen. Da ich aufgrund einer coronabedingt abgesagten längeren Reise eine gute Summe „übrig“ hatte, hatte ich mir Gedanken gemacht, mir ein individuell zusammengebautes Rad zu gönnen. Dabei habe ich an viele Details gedacht, die es beinhalten sollte, und dabei gemerkt, dass mein altes fast alles davon leistet. Jetzt fehlen nur noch die neuen Griffe (meine rutschen seit Jahren) 🙂 Allerdings kann mein Mann nach zwei Reparaturkursen auch fast alles selbst am Rad machen, sodass wir auch keine Werkstattkosten haben. Wenn man im Radladen tatsächlich nur die Schutzbleche kaufen will, wird man leider ziemlich doof angeguckt, das Selbermachen wird einem nicht zugetraut und der Gewinn ist für den Laden natürlich auch geringer. Diesen Aspekt fand ich ehrlich gesagt unangenehm.

    2. Manchmal denke ich wir leben in parallelen Welten : die einen, die munter weiter leben wie bisher und die anderen, die es versuchen und kleine Schritte tun.
      Wer tut nix ? Die unerreichbare Unterschicht ? Die Reichen ? So einfach ist das wohl nicht. Auszubildende, die ihr ganzes Geld für Zigaretten, Energydrinks, „Events“, Reisen ausgeben. Alles ausgeben und zwar sofort zieht sich durch weiter Schichten der Gesellschaft. Am besten noch mit Kredit 🙁
      Finanzielle Bildung würde dem Planeten auch schon etwas helfen.
      Das hippe Top von Pr**ark ist schon morgen nur noch als Putzlappen verwendbar. 🙁

      1. Vordergründige Bedürfnisbefriedigung – und das sofort, koste es was es wolle. Das machen tatsächlich auch die, die Mathe Leistungkurs hatten und doch – eigentlich – rechnen können müssten.

        Es sind bzgl. finanzieller Bildung letztlich nur die Grundrechenarten: Ein – zugegeben – etwas vereinfachtes Rechenbeispiel:
        10 Billigshirts je 2€ = 20€. 10 Tage getragen, dann Müll = pro Tag 2€..
        1 Qualitätsshirt von 20 Euro = 100 x getragen =0,20€ pro Tag.
        D.h., das Billigshirt ist gar nicht billig, es kostet das 10-fache.

  9. Ach ja die Werbetricks der Firmen, ich bin da schon ewig gut geschult drin, das zu durchblicken. Habe das in der Berufsschule damals unter anderem gelernt 🙂
    Also ich bin ziemlich immun dagegen, die haben bei mir kaum Chancen *gg…

    1. Oh, das ist gut. Ich denke, sich diese ganzen Tricks zu durchschauen und immer wieder bewusst zu machen, ist wirklich sinnvoll. Das erspart dann doch einiges an Fehlkäufen.

  10. Danke! Ich muss an deinen Stuhl denken. Kennst du das Video „Green watchers“? Das geht auch in die Richtung der Imagepflege, aktuell „Nachhaltigkeit“. Es geht an den Interessen der Kunden vorbei.

    Doch: wir können es nicht überprüfen. Die Mitarbeiter – in den Augen der Firma nur ein Kostenfaktor – wissen es auch nicht. Was können wir tun?

    1. Ikea ist leider ein gutes Stück weiter. Wenn ich in den Laden gehe, möchte ich etwas bestimmtes. Es nervt , durch den ganzen Laden zu rennen. Endlich geschafft! Nummer aufschreiben, ab ins Lager. Da wieder suchen.

      Was mich im Supermarkt stört: das herumgeräume. Die Regale stehen so eng, daß ich gerade 1 x mit dem Wagen durchkomme und vieles übersehe, weil ich mich auf den Wagen konzentriere. Dann stehe ich da und such. Inzwischen werde ich über den Haufen gerannt. Manchmal geh ich völlig genervt ohne das Gewünschte raus.

      Sicher, es macht mal Spaß zu bummeln. Was mich auch nervt, wie kriege ich das heim? Dann lass ich es lieber. – Meine Nachbarin zieht und mistet aus. Ich überlege ernsthaft, etwas dazuzustellen. Sie wenig begeistert sein, lass ich es lieber.

      1. Zu Pfannen. Such da in Ruhe aus. Nimm nicht einfach die nächstbeste. 15 Euro, okay, aber dann kauft man sich doch eine gute. z. B. Hoffmann , läßt sich wieder beschichten.

        Es besteht der Druck, jetzt bin ich im Laden. Jetzt ist ein Angebot. Merke: Angebote kommen wieder . Schlaf eine Nacht drüber.

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