Mal wieder Möbel-Murks minimalisiert…

Murks entsorgt sich bekanntlich von alleine. Da war der Kühlschrank, der bei der Eisfachtür statt eines Metallscharniers jetzt nur ein Plastikscharnier hatte. Oder der elektrische Espressokocher mit dem superdünnen Bi-Metall. Murks ist inzwischen leider weit verbreitet.

Heute aus der Murksreihe: Ein Polsterstuhl

Dieser Polsterstuhl mit dunkelblauem Kunstleder und Beinen aus Eichenholz. Ich hatte ihn gebraucht gekauft in fast neuem Zustand. Er sah schön aus, war bequem. Es gibt ihn im Roller-Möbelhaus übrigens immer noch zu kaufen, preisreduziert. Ich kann allerdings nur davon abraten.

Warum ich vom Kauf eines solchen Stuhls abrate:

Der Stuhl war seit einiger Zeit wackelig, irgendwann so wackelig, dass es gefährlich geworden wäre, ihn weiter zu benutzen. Leider waren keine Schrauben sichtbar, wo man die Beine oder Rückenlehne mal wieder fester anschrauben können.

Ich habe dann mal den Stuhl einfach auseinander genommen. Das Kunstleder aufgeschnitten. Darunter sah ich dann, dass das Polster aus Pappe und Schaumstoff bestand. Auch das entfernt. Dann sah ich das Holzgestell:

Genaue Beobachter entdecken bereits: Nur der untere Teil der Beine ist überhaupt lackiert. Überall am Stuhl sind Krampen zu sehen. Der Stuhl wurde nicht verschraubt, sondern getackert. Und zwar überall. Auffällig auch die Sitzfläche: Dort sind drei Querleisten. Hinten, also da, wo das meiste Gewicht beim Sitzen ist, eine Leiste. Dort saß man mehr auf Pappe, als auf Holzleisten. Vorne waren dagegen zwei Leisten. Die Leisten schief, seitlich mit Lücken, nicht richtig auf dem seitlichen Rand getackert, grottige Qualität, z.T. brüchig, ungehobelt. Die Sitzfläche wäre bei weiterer Nutzung irgendwann eingekracht.

 

Warum die Lehne wackelte

Und nun ein Foto, wo man sieht, warum der Stuhl auch an der Lehne wackelig wurde:

Zwischen Stuhlbeinen und Lehne sieht man, wie schlecht die Holzverzinkungen sind. Eine Drehung um 90 Grad (Verzinkung seitlich ausgerichtet, nicht nach vorne bzw. hinten) und der Stuhl hätte schon mal an der Stelle etwas besser gehalten. Qualitativ auch so schlecht gemacht, dass es ein Schreiner-Auszubildender nach der ersten Woche im ersten Lehrjahr vermutlich besser hinbekommen hätte. Auch auf dem Bild zu sehen, dass wirklich überall nur getackert wurde.

Auseinander nehmen ließ sich der Rest vom Stuhl recht einfach. Die ausgeliehene Säge kam nicht zum Einsatz. Ein paar Hammerschläge an drei Stellen, den Rest auseinander reißen, hier oder da mal mit dem Fuß drauf treten und schon war der Stuhl Geschichte

Schade, um den Baum

Es ist so schade, um den armen Baum, der für solch einen Stuhl sein Leben lassen musste. Ein so unnötiger Müll. Ich finde, es ist außerdem eine qualitative Bankrotterklärung von Hersteller und Verkäufer.

Meine Konsequenz

Meine Konsequenz ist, dass ich im Leben keinen Stuhl mehr kaufen werde, wo ich die Verarbeitung nicht genau sehen und erkennen kann. (Sind diese Polsterstühle deshalb so modern, weil man nicht sieht, wie gut oder schlecht sie verarbeitet sind…?). So etwas lohnt sich nicht, auch nicht Secondhand, nicht mal geschenkt. Eine solch grottige Qualität ist selbst dann, wenn sie sehr preisgünstig ist, immer noch viel zu teuer. Dann lieber weniger und minimalistischer. Murks entsorgt sich ja zum Glück recht schnell von selbst. Es kommt dann nur darauf an, sich nicht gleich den nächsten Murks in die Wohnung zu holen. Und passiert es trotzdem: Einfach mal auseinandernehmen und genauer anschauen: Ein Aha-Erlebnis – schützt definitiv vor weiteren, ähnlichen Käufen.

Frohe Ostern allerseits – auf hoffentlich stabilen Sitzmöbeln! ?

 

72 thoughts on “Mal wieder Möbel-Murks minimalisiert…

  1. Betrete ich einen Laden der streng nach chemischen Ausdünstungen riecht, bin ich sofort wieder draussen. So war ich nur sehr kurz im Roller, Deichmann und Konsorten.

    Ikea riecht zwar nicht, dort passt mir die Unternehmenspolitik nicht, wie auch bei Amazon etc.

    Und wie ich oben lesen kann, habe ich nichts verpasst.

  2. Wer billig kauft, kauft zweimal ( oder dreimal ). Ich hatte wirklich Glück, als ich vor ca. 30 Jahren ausgezogen bin, hat mir meine Mutter eine relativ großen Geldbetrag zur Verfügung gestellt(von Oma geerbt), um mir vernünftige! Möbel zu kaufen. Nach Sofa, Tisch mit 4 Stühlen war das Geld fast weg. Der Schrank, der mir gefallen hätte war für den Restbetrag zu teuer und ich wollte dann einen Kompromiss eingehen, da hat meine Mutter dann noch eigenes Geld draufgelegt, damit ich keinen Kompromiss eingehen muss. ( „Da ärgerst du dich sonst ein Leben lang“). Dem Sofa sieht man die 30 Jahre jetzt an, der Rest ist wie neu! Ich würde diese Möbel nie hergeben, auch vom Stil kann ich mich immer noch damit identifizieren! Drei weitere Möbel habe ich mir dann selbst bei einem Antikhändler gekauft (restaurierte Bauernmöbel) nach und nach. Aber ich habe auch jahrelang erst mal auf meinem Gästebett geschlafen und meinen teils defekten Kinderzimmer-Kleiderschrank genutzt. Klar hat nicht jeder diese Möglichkeiten beim ersten Auszug, aber ich bin mir sicher ich habe sehr viel Geld dadurch gespart und der Umwelt viele Ressourcen.

  3. Ich ärger mich über einen relativ neuen HP Drucker, der keine neuen Patronen nimmt. Dieses Problem haben viele neue HP Drucker wohl. Man soll ihn laut you tube leer + ohne Patronen eine halbe Stunde angeschaltet stehen lassen. Geht trotzdem nicht. So hab ich gestern den Tag verbracht. Nachts lag ich dann noch wach. Also ein Haus will ich nicht bauen. Da hat man vermutlich ständig solche Komplikationen. Leider brauche ich den Drucker.

    1. Hallo Tanja,
      es gibt/gab Drucker, die ein „Verfallsdatum“ einprogrammiert haben/hatten. (Ich bin da nicht mehr auf dem neusten Stand, weil wir seit einiger Zeit einen Laserdrucker haben.) Wenn man das Systemdatum zurücksetzt, druckt der Drucker wieder.
      Ein Versuch ist´s wert.
      Liebe Grüße, Sibylle von miteigenenhaenden

  4. Hallo Gabi!

    Ja, dieser Murks ist wirklich unfassbar.
    Du hast von dem Kühlschrank geschrieben. Genau aus dem gleichen Grund wäre der Kühlschrank bei uns auf der Arbeit auch fast rausgeflogen, obwohl er sonst noch völlig in Ordnung war.
    Ich habe an die Stelle des abgebrochenen Plastikscharniernippels eine Schraube in das Plastik geschmolzen. Seither ist das Eisfach wieder verschließbar. Meine 7 (männlichen 😉 ) Kollegen waren etwas sprachlos. Dem Ingenieur ist nichts zu schwör. 🙂

    Liebe Grüße, Sibylle von miteigenenhaenden

    1. Schwingt da etwa eine Prise Sexismus getarnt als Humor mit ? Keine Sorgen : wir Männer sind Diskriminierung von Kindesbeinen an gewöhnt und ignorieren es meist.

  5. Hi Gabi,
    meiner Meinung nach hat das mit dem Einkommen nicht viel zutun sondern eher mit der Einstellung.
    Auch mit sehr geringen Einkommen kann man sich „hochwertig“ einrichten. Dann spart man halt etwas länger auf die Sachen.
    Das ist ja kein Fass ohne Boden.
    Wenn man hochwertige Gegenstände kauft, müssen diese auch nicht irgendwann wieder ersetzt werden.
    Billig gekauft ist oft doppelt gekauft.
    So ein Stuhl in hochwertig würde z.B. bei rs 150€ kosten.
    Du hast natürlich recht, das der Preis bei Roller viel zu hoch war für die Qualität.

    Ich finde deine Blog übrigens super und danke für deine tollen Beiträge 🙂

  6. Im Grunde kann nichts mehr kaufen, da ALLES billig produziert wird und es keine Markenware gibt, auf die man sich verlassen könnte. „Made in Germany“ bedeutet ja nur, dass in China produzierten Elemente hier zusammengeschraubt werden. Ich würde viel zahlen, wüsste ich, die Lebensdauer des Produkts ist angemessen! Inzwischen sollte das ein Nischenmarkt sein und Firmen als Geschäftsidee dienen. Ein bestimmtes Klientel würden denen die Türen einrennen!

    Die einzigen Firmen der Art, die ich gefunden habe, die so etwas anbieten, sind Bekleidungsfirmen, die für Deutschland nur eine winzige Angebotspalette haben. Ich will so etwas für Elektrogeräte und Schuhe. (Ich trauere meinen alten Doc Martens hinterher, die ich entsorgt habe, nachdem ich auf Barfußschuhe umgestiegen bin. Die haben über 20 Jahre (!!!) gehalten und hätte sicher noch einmal so lange gelebt. (Die originalen, noch made in UK.)

    Möbel kann man ja beim Schreiner machen lassen, Kleidung beim Schneider, wenn man weiß, Wohnung und Körperform ändern sich die nächsten Jahrzehnte nicht. Aber ein Schuster, der tatsächlich noch Schuhe „from the scratch“ fertigt, findet man nicht mehr.

    1. Ich kann für solche Bedarfe „Manufactum“ wirklich empfehlen. Ja, die Sachen sind teuer, teilweise sauteuer. Man muss auch da für sich selektieren, aber ich merke für mich mit meinem Einkommen immer mehr, dass ich lieber jetzt mit Anfang 40 in höherpreisige und langlebige Produkte investiere und diese dann möglichst lange – auch im Altersruhestand – noch nutzen kann.
      Aktuelles Beispiel: ich suche ein Abtropfgestell für Geschirr. Hab ewig rumgesucht, es gibt fast nur billiges Plastikzeug, das ich nicht haben will oder eben minderwertiges aus Metall. Hab bei Manufactum ein Gestell gesehen, das kostet 142€. War mir viiiel zu teuer. Gestern mit meiner Mutter darüber gesprochen. Und was passiert: sie holt aus dem Keller ein Abtropfgestell, dass sie „schon ewig hat und nicht mehr braucht“. Es ist das 142€-Teil von Manufactum (wenn auch der Besteckkasten fehlt, ist aber nicht schlimm). Qualität zahlt sich in diesem Fall also doppelt aus. So möchte ich konsumieren. Aber ich bin mir natürlich bewusst, dass das nicht jeder kann. Meine Devise ist „So hochwertig, wie ich es mir eben leisten kann“.

      1. Das passte ja wirklich genial. Da, wo es finanziell ohne extreme Klimmzüge möglich ist, macht es so wirklich Sinn. Meinen Edelstahl-Durchschlag habe ich in den 80er-Jahren für über 40DM gekauft (zu dem Zeitpunkt echt viel Geld), das Teil wird mich überleben. Von Manufactum habe ich Zitruspresse, Spültücher, Seifenschale, Teesieb – alles bestens damit! Auch so kann man investieren: In gute und langlebige Dinge. Aber es ist natürlich trotzdem immer Abwägungssache. Unnötige Dinge bringen auch in der langlebigen Variante nicht viel.

    2. Liebe Daniela,
      Ich empfehle dir Senmotic, habe mit denen keinerlei Verbindung, außer das deren Schuhe wirklich meinen Alltag aushalten, und Freunde von mir deren Schuhe schon seit mehreren Jahren tragen (gut pflegen, Schuhspanner aus Holz verwenden)! Mein Alltag ist dabei nicht sonderlich pfleglich zu Schuhen, deswegen habe ich nur Glattleder-Modelle (und stehe somit im Kindergarten mit Businessschuhen im Sandkasten 🙂 Das halten die aber gut aus!
      LG Nadine

      1. Hallo,

        die Barfußschuh-Marke kannte ich noch nicht! Herzlichen Dank für den Tipp!

        Die sehen auch aus, als würden sie mir passen (sie müssen breit sein, da ich einen komischen linken Fuß habe…)

        Danke auch für den Hinweis auf Manufaktum. (Bisher hatte ich den Eindruck, die sind nur unnötig teuer aber nicht besser. Aber wenn hier von mehreren die Erfahrung da ist, dass die Produkte wirklich lange halten, dann ist das eine Marke, die ich in Betracht ziehen werde! 🙂

        1. Ggf. den Kundenservice fragen – das habe ich auch schon machen müssen. Es gibt auch manchmal breitere und schmalere Modelle.

  7. Hi :),

    ich denke der Preis sagt etwas aus.
    Ein Stuhl der so wenig neu kostet, kann nicht hochwertig sein.
    Wenn ein Artikel zu preiswert ist, kann er qualitativ nicht hochwertig sein und ist zu billig.
    Das heißt natürlich nicht, das teure Gegenstände immer hochwertig und gut sind.
    Das macht es natürlich schwierig.
    Ganz nach John Ruskin:

    Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

    In diesem Sinne.
    Qualität hat seine Preis. Alles andere ist halt Murks 😉

    Grüße
    Susanne

    1. Also der Stuhl hat neu fast 100€ gekostet. Rein preislich gesehen, also kein Billigstuhl. Der Preis alleine kann es also nicht sein.

      1. Man muss für das Aussehen des Stuhls und für Prestige bezahlen. „Aber gnädige Frau, die waren jetzt nicht so für den Dauergebrauch gedacht, sondern für gelegentliche Gäste. Am besten nutzen Sie die Polsterstühle zwischendurch nicht so extrem und erfreuen sich am Anblick“. Jetzt fällt der Groschen : der Stuhl war Deko oder so ein Theaterstuhl, nie für den echten Gebrauch gedacht. Ein Fakestuhl mit Dekofunktion.

      2. Hi Gabi,
        ich finde 100€ schon billig, aber das ist sicherlich Ansichtssache.
        Liebe Grüße
        Susanne

        1. Hallo Susanne, ja natürlich ist das Ansichtssache, aber auch des verfügbaren Einkommens und das ist durchaus ganz unterschiedlich. Die Schere diesbezgl. ging in den letzten Jahren immer weiter auseinander.

  8. Was mache ich hier auf dem Küchenboden, fragte ich mich: Was hab ich eigentlich vorher gemacht? Ich hatte mich auf einen neuen Ikea Korbstuhl gesetzt. Der war getackert unten. Lebensgefährlich.

    Mein Ikea PS Sofa hat alle Nachkömmlinge im anderen Zimmer überlebt. Nie verschieben oder ausklappen. Das Schlafsofa. Man sollte den Kram selber bauen. Dein Artikel ist bestimmt was für die Murks? Nein danke! Website, Gabi.

    Eine rostende Edelstahlspüle. Da ist vermutlich Messing drin. Sah nach 3 Wochen aus, wie der Ikea Spültisch Vorgänger nicht nach 7 Jahren. Früher hab ich mir das selbst gebaut. Jetzt ermüde ich schon bei der Vorstellung.

    1. Oh je… Du hast vermutlich die gleiche Spüle hast, wie ich. Ich habe lediglich ein anderes Möbel, wo sie eingebaut ist. Meine Spüle ist reichlich verkratzt, aber nicht rostig. Da hatte ich wohl Glück.
      Ja selber bauen wäre die Konsequenz, aber mir gehts ähnlich: Alleine der Gedanke daran… Horror. Ich bin ja dann auch nicht so die praktische Handwerkerin. Ich durchforste und sortiere da lieber derzeit durch meine Küchenschränke (haben auch schon erste deutlichere Macken). Möbel, die ich nicht brauche, gehen nicht kaputt.

      1. Möbel , die du nicht (ge)brauchst gehen nicht kaputt. Aha…hm….
        Ich habe jetzt wirklich überlegt , ob du dir Möbel hinstellen willst, um sie dir nur anzuschauen. 😉

        1. Meine Rechnung ist: Weniger Kram = weniger Möbel. Das, was ich nicht habe, muss ich nicht in Schränken bzw. Wohnung unterbringen.

    2. Die Murks-Nein-Danke-Seite läuft jetzt über Facebook. Leider. Da habe ich keinen Account. Die Vorstellung, dort extra wieder einen Account zu machen, ist für mich ebenso gruselig wie kaputte Möbel

    3. Tanja wir haben zwei mysinge Sofa von Ikea. Die sind unkaputtbar, aber die Bezüge sind nach 10 Jahren hin. Man findet Angebote diese nähen zu lassen. Bin gespannt ob es in ein paar Jahren dazu kommt. Ich glaube die Sofas selbst gibt es nicht mehr zu kaufen.

  9. Ich bin immer noch entsetzt was den Stuhl angeht. Bei den Füßen ist oben ja auch eine Verzahnung mehr gefräst als dann genutzt wurde. Hat man den Überbau aus Treibholz oder anderen Stühlen zusammengetackert ? Möglichst wenig Material….
    Die Polsterung hatte genau einen Sinn : den lebensgefährlichen Unterbau verbergen und maximalen Profit aus dem Käufer rauszuschlagen . Eigentlich ein Fall für den Verbraucherschutz. Werden solche Stühle vor Zulassung im Handel nicht auf Belastbarkeit geprüft ?
    Wenn jetzt jemand drauf sitzt, der nicht so ganz fit ist, der knallt beim Durchbrechen mit seinen Einschränkungen voll auf die Seite oder nach hinten, vielleicht mit dem Kopf irgendwo gegen oder den Arm gebrochen.
    Wenn man das Holz im Recyclinghof abgibt kann es wierverwendet werden und taucht dann als Spahnwand im zusammengetackerten Pappschrank wieder auf 😉

    1. Treibholz ist wirklich eine sehr passende Formulierung. Genau so wirkte es an vielen Stellen. Vermutlich taugt dieser ehemalige Stuhl selbst fürs Recycling als Spanwand im getackerten Pappschrank nur begrenzt. Der Stuhl war durch und durch mit diesen Tackernägeln durchsetzt. Wobei die Tackernägel ja eine gewisse Festigkeit mit sich brächten. ?

      Die Tendenz aus möglichst wenig und schlechterem Material Möbel herzustellen, ist auch anderswo zu beobachten. Ikea z.B. hat zwar neuerdings einige sog. nachhaltige Produkte im Angebot. Die Küchen werden aber immer materialsparsamer. Ivarbretter seitlich Plastik statt Metall etc. – Ich habe schon gescherzt, dass man sich die Möbel künftig aus 2 Papierstreifen zusammen bastelt.

      Bleibt die Konsequenz, sich noch besser zu überlegen, ob man dieses oder jenes Möbel wirklich braucht.

  10. Liebe Gabi,

    danke für das „Nackigmachen“ des Stuhls. Es ist wirklich katastrophal, vor allem umwelttechnisch. Meine Polsterstühle haben auch das Zeitliche gesegnet. Ich achte bei Möbeln grundsätzlich darauf, dass sie möglichst „raw“ sind. Da sind die Kiefern-Ikea-Hocker ja noch stabiler und vor allem aus einem Stück Holz und nicht so seltsam vertackert.

    1. Ich denke, es kann ja nur gut sein, wenn man weiß, dass es solche Qualitätsdeaster gibt. Das Minimalismus-Prinzip „aufpassen, was man in die Wohnung reinlässt, ist noch wichtiger, als das, was man rauslässt“ passt an der Stelle sehr gut.

        1. Ich verbuche es mal unter Erfahrungen ?

          Immerhin führt es derzeit zu nochmaliger Überprüfung, wo es noch überflüssiges Möbelzeugs in der Wohnung gibt und wie sich ggf. noch was optimieren lässt. In meiner Küche ist jetzt ein Unterschrank frei. Yeah!

    2. Ikea – wo wir auch viele Möbel von haben, ändert allerdings auch immer wieder die Herstellung und senkt teilweise die Qualität der Möbel. Also, auch da würde mich mir neue Ware immer genau angucken! Es werden auch Farben geändert, also z.B. der Weißton… Ist beim Nachkaufen manchmal echt blöd…
      Mein Ivar allerdings haben sie die Qualität wieder bisschen gesteigert. Unsere neueren sind wieder plastikfrei.

      1. Dann gibts zumindestens kleinere Hoffnungsschimmer. Also heißt es, möglichst sehr genau hinschauen – Achtsamkeit beim Einkaufen passt gut dazu.

  11. Dieser Stuhl ist ein erschreckendes und doch so häufiges Beispiel für Ressourcenverschwendung der schlimmsten Art unserer heutigen Zeit. Hier wurde Material verschwendet, menschliche Arbeitskraft verschwendet, logistische Kapazitäten verschwendet. Alles an diesem Ding ist verschwendet. Es hätte in dieser Form nicht einmal hergestellt werden dürfen.
    Ein Gegenbeispiel ist die Bestuhlung unserer Kantine aus den 1970er Jahren. Diese Stühle sind solide, robust und halten der rauen Nutzung in der Kantine seit 50 Jahren stand. Wenn da mal was wackelt, geht der Stuhl in die Werkstatt und wird repariert. Wenn diese Stühle in 20 oder 30 Jahren ihr Nutzungsende erreicht haben, weil dann eine Reparatur wirklich nicht mehr lohnt, werden die Eichen für die neuen Stühle bereits gewachsen sein.
    Die Entnahme der Ressource Holz aus der Umwelt und die Nutzung durch den Menschen werden im Gleichgewicht bleiben.

    1. Das finde ich eine prima Orientierungspunkt: Holzmobiliar sollten mindestens so lange halten, bis der Baum nachgewachsen ist. Ließe sich ja auf viele andere. Bereiche ausdehnen…

      1. Hallo Gabi,

        vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag.

        In Hinblick auf Kunstoffprodukte auf Mineralölbasid würden die dann praktischer Weise komplett verboten, denn bis Plankton und Pflanzenteile zu Erdöl werden, vergehen tausende von Jahren. Damit hätte sich auch gleich das Problem mit den Toilettenspülungen erledigt, bei denen innen drin ein Plastikhebel wegbricht. Wunderbare Idee!

        Lieber Gruß
        Philipp

  12. Hallo Gabi,
    so erging es mir vor Jahren mit einem Fernsehsessel mit Fußhocker von Roller.Super bequem zum lesen.Nach 2 Jahren fing das Kunstleder an sich aufzulösen und nach 3 Jahren ist die Sitzfläche durchgebrochen.Da gerade Sperrmüll war, habe ich den Sessel direkt entsorgt. Anschliessend bin ich in meinen Keller gegangen und habe mir ein Campingstuhl aus Massivholz geholt.Mit einer Auflage ist er nun mein bevorzugter Lese Sessel. Eigentlich war das Ganze nur für den Übergang gedacht aber ich bleibe bei diese Lösung.
    Gruß Uwe

    1. Oh fast unglaublich, aber ältere Möbel sind tatsächlich oftmals viel haltbarer, eine prima Lösung.

  13. Möbel von „Grüner Erde“ gefallen mir sehr gut, sind aber leider für uns nicht erschwinglich.
    Ich empfehle Möbel von „Möbelum“.
    Noch einen schönen Ostersonntag!

  14. Ja – es ist oft ärgerlich, wenn die Dinge rasch ihren Gebrauchswert verlieren und nicht, oder kaum nicht repariert werden können. So kommen immer wieder Materialien in Mode, deren Alterung sehr fragwürdig ist und viele trendliebende Menschen fallen darauf rein. Seit einigen Jahren auch die Kunstoff- Rattan- Imitationen als Garten, Balkonmöbel … wer weiss wie lange diese den UV Strahlen standhalten oder verspröden? Auch Metall- Leder Freischwinger- Stühle gibts in günstiger/ billiger Ausführung. Bei den billigen sind die Rohre dünnwandig, dass sie sich bei Belastung verformen und du nach kurzer Zeit Sitzkissen benötigst, dass du angenehm am Tisch essen kannst. Das Leder ist auch billiges dünnes Kunstleder und die Nähte geben rasch nach. Die echten Freischwinger mit dickem Echtleder kostet so ab 1200 CHF, die überleben auch Generationen und sind im Zweitmarkt immer noch teuer, aber zeitlos schön und bequem. Darum sind oft Klassiker über Jahrzehnte erprobt und wenn sie dich dann auch noch ansprechen, ist dies meist ein Kauf fürs Leben.

  15. Danke Gabi, dass du diesen Schrott öffentlich gemacht hast. Und Danke, Steffi, für den Tipp zu „Grüne Erde“. Die kannte ich bisher nicht.
    Gebrauchte Möbel sind am nachhaltigsten und wenn es neue sein sollen, dann ist gute Schreinerqualität noch das Beste. Allerdings gibt es ja auch immer weniger Holz – u.a. auch dank schicker Kaminöfen, die jeder meint, haben zu müssen. Ich denke über Möbel aus alternativem, nachhaltigem Material nach und bin noch auf der Suche. Vielleicht hat ja jemand Tipps.
    Frohe Ostern euch allen.

    1. Ich finde es schwierig mit den Alternativen. Klar gibt es die, aber die sind oft wirklich sehr sehr teuer. Wobei das dann andererseits auch ein Grund ist, sich wirklich genau zu überlegen, welche und wieviel Dinge man in der Wohnung haben möchte.

    2. Es gibt auch Room in a box, Pappmöbel. Aus guter Qualität.
      Tatsächlich auch Möbel vonDesignmarkenn über Kleinanzeigen. Da braucht es aber Zeit und Glück…

  16. Das ist ja katastrophal. Sowas dürfte es gar nicht geben! Ich hatte eine ähnliche Geschichte mit einem Ikea-Bett. Wir haben vor 2,5 Jahren mit dem Umzug ein Malm von Ikea gekauft. Vom ersten Tag an hat es gequietscht und geknarrt bei jeder Bewegung. Nach 4 Monaten hatte ich genug und habe einen Austausch verlangt (nach diversen „Bearbeitungsversuchen“). Das neue Bett hielt 4 Wochen durch, danach das Gleiche. Fazit: das 200€ Bett hat mich 2 Jahre schlechten bis z.T. keinen Schlaf gekostet. Warum ich das so lange gemacht hab – keine Ahnung. Aktuell schlafen wir auf Lattenrosten. Ich kaufe mir nun mein Traumbett (Grüne Erde) nach und nach zusammen (dauert wahrscheinlich 2 Jahre) und hoffe, dass das im besten Fall das letzte Bett für die nächsten 30 Jahre war.

    1. Auch so ein typisches Beispiel, was es heute so an Schrottmöbeln gibt. Da macht deine jetzige Lösung wirklich mehr Sinn.

  17. Ach herrje, so ein Stuhl ist ja eine Beleidigung für jeden Tischler. ?
    Und wenn auf diese Art gespart wird, möchte ich gar nicht wissen, was im Polster/Kunstleder so alles an Chemie eingearbeitet wurde, was da gar nicht reingehört und munter ausgast.
    Hauptsache billig. ?

    1. Und billig ja nur in der Herstellung. Ich bin froh, dass ich diesen Stuhl nur 2nd Hand gekauft habe. So ein Schrott für einen so hohen Neupreis – unglaublich.

  18. Uff was für einen Schrott haben die da denn zusammen getackert *augenrollen….
    Sowas grotten schlechtes ist mir bisher zum Glück noch nicht unter gekommen. Zumindest nicht bei meinen Möbeln. Wobei ich vor einigen Jahren bei meiner Tochter ein Bett zusammen gebaut hab, übrigens auch von Roller, da hat es die Schrauben in der Mitte zerlegt beim normalen fest schrauben per Hand /o\ ich hab zwar Kraft beim schrauben, aber das war wirklich neu für mich. Ich hab geflucht und vernünftige Schrauben aus meinem Werkzeugkasten genommen und Töchterchen gesagt, wär das mein Bett, wäre das zurück gegangen. So einen Schrott würd ich nicht mal bei günstig erwarten.
    Die sparen wo sie können bei den Billig Anbietern, wirklich schade für die Bäume wie du schon sagst.
    Ich wünsch dir noch schöne Ostertage 🙂

    1. Wohnst du schon oder schraubst du noch…. das Elend mit den Murksschrauben, oh ja… Aber letztlich immer ein gutes Argument, es sich sehr gut zu überlegen, ob man sich wirklich ein neues Teil in die Wohnung holen will. Dir ebf. schöne Ostertage.

    2. Ich hatte solche auch schon, die waren leicht und sahen hell angelaufen aus. Ob sie aus Alu waren ? Brachen ab 🙁

  19. Schade um den Baum! Das stimmt. Vielleicht war es dann wenigstens befreiend, dem Stuhl ein paar letzte Tritte zu versetzen – smile. Du bist nicht allein mit dem Murks. Ich hatte kürzlich das Erlebnis, dass ich mit meinem so „modernen Freischwinger“ beinahe auf dem Boden gesessen hätte, wenn da nicht eine Wand hinter mir gewesen wäre. Der Stuhl war an der Bodenplatte mit nur 3 Metallschrauben befestigt. Diese sind einfach weggebrochen. Vorweg, das Höchstgewicht wurde nicht überschritten. Ich war so erschrocken und dankbar zugleich. Was da hätte passieren können. Also ab sofort Augen auf beim Kauf – wenn es denn mal sein muss. Man lernt nie aus.
    Liebe Gabi, ich wünsche dir entspannte Osterfeiertage und weiterhin gute Genesung.

    1. Danke!
      Ach herrje… das hätte ja echt schnell schief gehen können.

      Ostern für Minimalisten: Der Osterhase bringt keine Ostereier, sondern holt irgendein überflüssiges Zeugs ab. Das wäre doch mal was. ?

  20. Hallo, oder einfach einen alten stabilen Stuhl vom Sperrmüll mitnehmen ( Sozialkaufhaus, Kleinanzeigen, ect.) Und diesen Aufhübschen.
    Habe ich so gemacht mit 4 Polsterstühlen. Diese haben wir nun auch schon 15 Jahre. Erst waren sie rot, dann grau und in naher Zukunft werden diese grün überzogen. Die Reißverschlüsse könnte ich bisher immer wieder verwenden.
    LG und ein schönes Osterwochenende
    Doris
    LG.

    1. Grundsätzlich gute Idee. Der Stuhl war vom Sozialkaufhaus und ich dachte, er sei stabil. Naja, sowas passiert – idealerweise aber maximal einmal.

  21. Hallo Gabi,

    ich bin da mittlerweile auch bei Möbeln so, entweder einmal richtig gut – hochwertig kaufen oder ich bau es mir aus hochwertigen Holz selber. Das Thema hab ich bei meinen Deckenlampen durch, gerade da sieht man es auch sehr gut.
    Von solchen Billig-Murks bin ich auch geheilt.

    Stephan

    1. Wenn man sowas selbst bauen kann, ist das phantastisch. Da weiß man, was man wirklich hat. Denn auch was hochwertig aussieht, ist es ja nicht unbedingt auch.

  22. Also der Umkehrschluß. Auf in den Baumarkt, paar Leisten und Bretter kaufen! 🙂

    Das ist auch bei den teureren Läden so. Der Preis sagt nichts aus. Das ist nur ärgerlich. Wie sehen die Leutle aus, die den Müll zusammentackern müssen? Ich würde die Teile nehmen und in den Laden zurückbringen „kaputt“.

    Bevor ich nun meine Stühle untersuche …. Schöne Ostern!

    1. Oh mein Gott, habt ihr gesehen, wieviel für den Murks verlangt wird? 85 bis 100 Euro, „billig“???

      1. Ok, künftig in den Laden gehen (wenn die dann mal wieder geöffnet haben) und nach einem Stuhl fragen, der mind. 200kg aushält. Der müsste dann etwas stabiler sein ?

      1. Ich vermute, das kommt aus Asien. Und um Bäume braucht man nicht jammern, davon gibt es entgegen der Umweltschutzpropaganda auch Dank Klimawandel wirklich genug. Vielleicht eher um die Leute sorgen, die das bauen müssen. Vielleicht ist das Ding sogar im Gefängnis zusammengebaut. Schreckliche Vorstellung.

  23. Roller ist halt einfach ein Billigladen, und in dem Fall heißt billig = schlecht. Da würde ich nie etwas kaufen (hast Du ja auch nicht 🙂 ).

    1. Ich wusste nicht mal, von welchem Laden das eigentlich ist und habe dafür extra noch recherchiert. Ich habe den Stuhl ursprünglich in einem Sozialkaufhaus gekauft.

  24. Naja, was erwartet man von Roller? ?
    Das ist aber schon sehr heftig, nicht mal geleimt, nur mal eben schnell zusammen gepinnt. ?

    1. Oh, da gibts noch andere Läden: Poco z.B.. Meine Ikeaküche hat nach knapp 4 1/2 Jahren auch schon etliche Macken an der Beschichtung von Türen und Korpus. Das frühere Modell war da stabiler.

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