Überschwemmungen, Nachhaltigkeit und Minimalismus

Zur Zeit wird viel aufgeräumt – unfreiwillig. Überschwemmungen in einigen westlichen Regionen Deutschlands, aber auch in anderen Ländern. An anderen Orten (wie im Osten von Deutschland) gab es das ja vor einigen Jahren auch schon. Das Ausmaß erschreckend und z.T. lebensgefährlich. Zum Glück gibt es außer den engagierten professionellen, auch viele freiwillige Helfer, die sich einsetzen. Sie funktioniert also doch noch: Die Solidarität und Hilfsbereitschaft. Selbst Dinge teilen ist möglich. Ich bin so froh darüber. Es gibt auch wirklich wichtigeres, als den schicksten Laptop oder das genialste Aktienportfolio. Was nützt eine sog. finanzielle Unabhängigkeit und Rente mit 40, wenn drum herum so viel kaputt geht, Menschen und Umwelt leiden?

Auch hier hat es stark geregnet. Bei mir Zuhause ist zum Glück alles trocken geblieben, auch der Keller. Ich frage mich, wieviele Menschen es gibt, die jetzt immer noch glauben, der Klimawandel (der ja eigentlich eine Klimakatastrophe ist), existiere nicht. Jahrhundertkatastrophe…? Wir können froh sein, wenn es nicht hundert Katastrophen im Jahr sind.

 

Ein paar (unvollständige) Gedanken, die mir durch den Kopf gehen:

  • Klimawandel wird sichtbarer, fühlbarer – in unmittelbarer Nachbarschaft. Von jetzt auf gleich ist alles weg, was selbstverständlich erscheint: Wohnung, Strom, sauberes Wasser, die persönlichen Dinge. Der physische Besitz, all die vielen Dinge, die wir so gekauft und angesammelt haben, können so schnell „den Bach runtergehen.“
  • Nie im Leben würde ich Möbel oder sonstige Dinge des Haushalts auf Kredit kaufen. Wenn man Pech hat, sind die Dinge weg, aber der Kredit noch da.
  • Erinnerungsgegenstände zu fotografieren, bekommt nochmal eine neue Dimension für mich: Als digitale Erinnerung gibt es die Dinge im günstigsten Fall auch dann noch, wenn ein Unwetter alles weggespült hat.
  • Ein halbwegs entrümpelter Keller ist eine gute Sache. Oft ist der Keller ja eh nur die Vorstufe zum Recyclinghof. Also besser mal frühzeitiger drum kümmern – bei mir sind es noch zwei Teile, die längst mal in den Elektroschrott sollten…
  • Wenn wir so weiter machen wie bisher, weiter extrem viel konsumieren, Müll produzieren, die Umwelt verpesten, die Plastikberge größer werden lassen, schaden wir uns selbst und insbesondere den nachfolgenden Generationen. Unser Lebensstil ist bequem, aber selbstzerstörerisch.
  • Wir brauchen nicht mehr SUVs, sondern mehr Fußgänger.
  • Jede/r kann sich Gedanken um praktische Schritte zu mehr Nachhaltigkeit machen. Wanderurlaub statt Flugreise, das Smartphone länger nutzen, weniger Müll produzieren, öfter zu Fuß gehen, usw. usw.. Mein Lieblingszitat dazu:

„We don’t need a handful of people doing zero waste perfectly. We need millions of people doing it imperfectly.“ – Anne Marie Bonneau

(„Wir brauchen nicht eine Handvoll Menschen, die Zero Waste perfekt umsetzen. Wir brauchen Millionen von Menschen, die es unvollkommen tun.“ – Anne Marie Bonneau)

 

Die Konzentration auf das Wesentliche

Beim Minimalismus geht es nicht darum, möglichst viele Dinge zu entrümpeln, anschließend mit 100 Teilen auf dem leeren Fußboden zu sitzen und darüber Youtube-Videos zu drehen oder Bildchen auf Instagram davon zu posten.
Minimalismus ist die Konzentration auf das Wesentliche. Ich bemerke in diesen Tagen, eine wie große Entlastung und Erleichterung dies für mich ist. Dinge sind da, um gebraucht zu werden – nicht um damit die eigene Identität, sein Leben oder Lifestyle zu bilden.

 

Zum Weiterlesen:

Mehr Nachhaltigkeit – kenne deine Marotten und nutze sie

Greta Thunberg und die Segelreise

Dinge loswerden – es wird fast alles gebraucht und benutzt

 

62 thoughts on “Überschwemmungen, Nachhaltigkeit und Minimalismus

  1. Die Algorithmen machten mich auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung aufmerksam: ein Wohnungsverband empfiehlt den Verzicht auf Eigenheime. Wg. der Versiegelung der Flächen. Sehr mutig. Denn im Gegensatz dazu traut sich kein einziger Politiker den Menschen zu sagen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Zitat Niko Paech „der Politiker, der sich das traut, muss sich eine kugelsichere Weste besorgen und Personenschutz beantragen“. Vielleicht findet Du den Artikel und kannst ihn hier verlinkten?

    1. Ich halte diese Diskussion um Eigenheime für wenig hilfreich. Es wird von denen proklamiert, die im linken und oft besitzlosen Milieu fischen. Auch grüne Farbe sollte nicht täuschen. Vorsicht !

      1. Das ist genau der Knackpunkt bzw das Missverständnis: auch im Artikel wird ausdrücklich gesagt, dass es nicht um ein Verbot der Eigenheime geht, dass aber überlegt damit umgegangen werden soll.

        Ich habe zum Bsp das Heimatdorf meines Vaters nach etlichen Jahren nicht wieder erkannt. Viele neue Häuser – aber weniger Einwohner. Und darum geht es.

  2. Diese Überschwemmungskatastrophe hat mir nochmal klar gemacht, wie unsinnig es ist, so viele Dinge anzuhäufen. Wir breiten uns als Menschen einfach zu sehr aus mit großen Häusern, Flugzeugen, Autobahnen. Die Natur braucht ihren Raum. Die 200qm Luxusvilla in Flußnähe: Nein danke, bin froh, dass ich sowas nie gemacht habe.

  3. Ich habe heute gelesen, dass mit Maschinen befahrener Waldboden über Jahre 95% weniger Wasser aufnehmen kann und dass das mit eine Ursache für die Überschwemmungen gewesen sein soll.

    1. Große und schwere Maschinen gibt es in den Braunkohleabbaugebieten in der Tat mehr als reichlich. In der Forstwirtschaft gibts auch nur vereinzelte Ansätze, zumindestens in einigen Bereichen wieder Pferde einzusetzen. 🤔

      1. Mein Vati (*1944) hat mal erzählt, dass man seinen Vater (*1909) erst überzeugen musste, statt mit Ochs und Pferd vorm Pflug auf einen Traktor umzusteigen. Was ein echter Fortschritt war. Nur wurden eben all jene Maschinen im Laufe der Jahre immer größer, schwerer. Und teurer. Das ist in Land- und Forstwirtschaft so und sicher auch im Tagebau. Das alles ist bekannt. Wir machen einfach weiter… Jetzt noch dieser Unfall in Leverkusen; die Menschen erten, was gesät wurde. Es ist keine gute Saat.

    1. Eine detaillierte Karte gibt es auch für Hamburg. Sicher auch für andere Bundesländer. Wir haben es also gewusst, aber wir konnten es uns nicht vorstellen.

  4. Ich denke, am sinnvollsten ist ohnehin: Rette erst dich selbst (und die Lebewesen um dich herum), dann dein Zeug!

  5. Vermutlich habe die einfach nur ihren Job gemacht, aber klar: das wirkt auf dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse natürlich schon irgendwie schräg.

  6. Genau das – und ich erinnere mich noch gut dran, dass die Dinge früher länger gehalten haben. Deshalb finde ich es vermutlich auch so unglaublich.

  7. Was du beschreibst, sind u.a. auch so Gründe für mich für Minimalismus. Ich habe einfach keine Lust mehr, Geld für so einen Murks auszugeben. Mit so einem Murks wird nicht nur mein Portomonaie unsinnig belastet, sondern auch die Umwelt.

  8. „Wenn man Pech hat, sind die Dinge weg, aber der Kredit noch da.“

    Also manche Dinge sind heute so degeneriert konstruiert, dass sie schon beim Aufbau oder kurz danach versagen. Löcher oder Bauteile fehlen. Schrauben sind zu kurz oder fehlen. Statik und Funktion grenzwertig. Die Teile passen nicht zur Aufbauanleitung, weil wieder etwad eingespart wurde und anders geht. Bei Elektronik oft die Schnittstellen, da wackelt der Stecker schon beim ersten reinstecken oder fällt raus. Oder das Menü auf dem Display folgt in seiner Dämlichkeit nicht einmal der chinesischen Anleitung. Aussetzer, schiefe Hölzer, Vibrieren des Gehäuses oder durch Hitze verformtes Plastik. Das geht nach 2,3 Jahren kaputt, der Kredit läuft weiter.
    Da wären wir beim Kaffeevollautomaten, das ist ein Mehrwegegerät, das nicht lange hält.

  9. Im Bereich Müllvermeidung durch Reparatur und längere Nutzung war die deutsche Industrie vor 50 Jahren deutlich weiter als heute. In meiner Kindheit lagen teuren Elektrogeräten wie Fernsehgeräten oder Waschmaschinen noch die Schaltpläne bei, damit ein Elektriker / Elektroniker die Geräte bei Bedarf reparieren konnte. Langlebigkeit von technischen Geräten und die Versorgung mit Ersatzteilen galten als Qualitätskriterien mit denen die Hersteller bei Kunden und Händlern warben. Viele Elektrohändler hatten damals auch eigene Reparaturwerkstätten. Die Rückkehr zu einer längeren Nutzungsdauer wäre schlecht für die Rendite der Aktionäre, aber gut für unsere Umwelt und Menschen mit wenig Geld.

    1. Es gibt ja inzwischen die ESG-Kriterien. Und vielleicht schlagen die nachhaltigen Unternehmen die weniger Nachhaltigen. Die Aktionäre sind ein Regulativ, sie entscheiden, ob sie da noch investieren wollen oder nicht. Und wenn nicht, dann sinkt der Unternehmenswert. Also wird sich das Unternehmen langfristig so verändern, dass es noch jemand will.

      1. Genau das sind dann doch wieder interessante und wichtige Aspekte – auch bei Aktien gibt es die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, Schwerpunkte zu setzen. Nachhaltige Fonds, ETFs und Aktien werden ja inzwischen auch schon stärker nachgefragt.

      2. Da gibts doch dieses schöne Zitat vom Dalai Lama:
        „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken,
        dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“

    2. Ich möchte auch zu bedenken geben, dass früher ein Fernseher soviel gekostet hat wie ein oder sogar zwei Monatsgehälter. Wenn hier die Qualität schlecht gewesen wäre, wären die Proteste wohl groß gewesen.
      Ich habe versucht meinen letzten Fernseher reparieren zu lassen. Allerdings hätte alleine die Diagnose mit eventueller Reparatur mehr als ein mittelteures Neugerät gekostet. Ich habe hier versucht ein teures neues Gerät eines deutschen Herstellers zu bekommen, leider hatten die Läden Läden nur so große Fernseher im Angebot, dass ich keinen Platz mehr dafür gefunden hätte.

  10. Der Klimaretter ist schon lange da: Der Wolf. Er reißt das Wild. Die Bäume bleiben heil. Mit dem Wolf kommt auch wieder der Biber. Er baut uns die Biotope, renaturiert die Flüsse. Jetzt bloß nicht den Wolf abknallen.

  11. Es passt jetzt vielleicht nicht so richtig zum Thema. Aber vor einer Woche, Szene im Supermarkt: zwei Vertreter irgendeiner Firma überprüfen die Präsentation ihrer Waren im Kassenbereich. Gibt es nichts Wichtigeres?? Es wirkt so surreal.

  12. Es ist schon lange 12. Und die zwölf Schläge konnte jeder deutlich hören. Also wird es jetzt teilweise bitter, teilweise befreiend. Ich hoffe , dass wir das als Gesellschaft schaffen. Regional kaufen, weniger Plastik kaufen, mehr zu Fuß gehen, Dinge länger benutzen, Dinge gar nicht erst anschaffen, mediales Framing in Frage stellen und nicht blind übernehmen ( wie z.b. „Wiederaufbau“ ). Wenn jeder einen Schritt täte…

    1. Und hier sind sie schon, die Stimmen, die alle in eine Elementarschadenversicherung zwingen wollen :

      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Brauchen-wir-eine-Pflichtversicherung-article22701339.html

      Das erinnert an die fatale Forderung alle in die Rentenversicherung zwingen zu wollen.

      Nichts wird besser, wenn alle gezwungen werden ohne am Syszem selbst etwas zu ändern.

      Bei den Gebäuden müssten die zahlen, bei denen gar keine Hochwasserrisikolage vorliegt und die, die dort bauen wären sicher, dass sie jedes Mal von den anderen bezahlt werden.

      Die Mieten würden weiter steigen, der Hochwasserschutz vernachlässigt. Fahrlässiges Bauen in Risikogebieten quasi belohnt.

      1. Irgendwo hatte ich auch schon die ersten Stimmen von Versicherungen gelesen, die genau solche Pflichtversicherungen definitiv nicht wollen, finde nur die Stelle nicht. Da wird natürlich jetzt auch viel hin und her diskutiert.

      2. Der Bundestag hat es offensichtlich schon mehrfach überlegt, bislang aber immer wieder verworfen. An einer Stelle in dem Papier wird überlegt, ob man staatliche Hilfen im Katastrophenfall daran festmacht, dass jemand beweisen muss, dass er keine Elementarversicherung abschließen konnte. Aber auch das eine Überlegung, keine Entscheidung. Hier ein Papier aus dem Jahr 2016: https://www.bundestag.de/resource/blob/438742/86023ebf7b16419830c44231814af8a6/wd-7-103-16-pdf-data.pdf

      3. Die „Denke“ ist falsch! Eine Versicherung schützt mich genauso wenig vor Hochwasser wie Ökosteuer das Klima rettet! Wir glauben immer, alles mit Geld regeln zu können, der Natur ist das egal. (Mal abgesehen davon, dass ich eh überzeugt davon bin, dass wir noch einen Crash des Finanzsystem oder eine Inflation erleben werden),

  13. Zitat aus dem WDR-Unwetter-Liveticker: (https://www1.wdr.de/nachrichten/unwetter-nrw-starkregen100.html):
    „15.02 Uhr: Magdeburgs OB: Zerstörte Häuser nicht an gleicher Stelle wieder aufbauen
    Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper warnt Gemeinden in den überfluteten Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vor einem Wiederaufbau der Häuser an gleicher Stelle. Man sollte sich fragen, ob dies wirklich Sinn mache…“

    1. Danke Gabi,
      bei dem Geschrei der Medien mit „Wiederaufbau“ frage ich mich schon, ob ich einen Knall habe oder die, die das Bauen auf selber Stelle erlauben. Das Entschädigen mit Bauverbot an alter Stelle ist der härtere aber nachhaltigere Weg, das Einzelschicksal ist mir nicht egal, aber wessen Garten enteignet wird, weil die Gemeinde eine Straße durchbauen will, das ist ja heute auch schon Gesetz.

  14. Es hat sich eine Menge getan seit den 70ern. In den USA und mehr in Europa
    In manchen Flüssen kann man wieder schwimmen, Fische sind zurückgekehrt. Früher war dort illegales oder legales Abwasser. Es wurden Flüsse naturiert, Wälder werden zu Mischwald umgestaltet, Fahrradwege gebaut.
    Der ach so gescholtene Verbrennermotor benötigt heute nur noch einen Bruchteil an Treibstoff.
    In der Industrie wurden Filter eingebaut, giftige Stoffe durch umweltverträglicher ersetzt.
    Formaldehyd in Möbeln sind Vergangenheit, jedenfalls bei uns

    Während wir uns anstrengen wollen die Entwicklungsländer einen besseren Lebensstandard, holzen die Wälder ab, wie wir vor 170 Jahren, verbrennen mehr Kohle im Jahr als wir in Jahrzehnten. Das summiert sich alles.

    Der Anteil regenerativer Energien steigt, der ÖPNV wird ausgebaut ( jedenfalls bei uns ).

    Ich dtelle fest : es ist eine ganze Menge passiert , aber die Ereignisse in der Umwelt passieren schneller als unsere Bemühungen.

    Ich könnte schreien, wenn sie von „Wiederaufbau“ sprechen. Ich hoffe sie bauen diese Häuser nicht mehr auf, denn es wird wieder passieren. Entschädigung durch die Versicherung / Gemeinschaft mit der Auflage des Bauverbots. Gebaut werden darf nur noch höher, wo es sicherer ist. Parallel dazu Umgestaltung der Flüsse anstatt Mauerbau. Kein Cent für Hochwassermauern ! Freiheit für die Flüsse. Der Mensch soll sich zurückziehen wo er nicht hingehört.

    1. Dass Menschen in Entwicklungsländern einen besseren Lebensstandard wollen, kann ich ihnen nicht verdenken – wir leben es ja vor… Und von den abgebauten und abgeholzten Resscourcen landet nicht wenig auch bei uns.
      Die benannten Verbesserungen: Ja, ich erinnere mich auch, wo du es aufschreibst. In etwa 2,5km Entfernung meiner Wohnung ist beispielsweise ein Fluss (die Emscher), der noch bis vor nicht all zu langer Zeit ein offener Abwasserkanal war. Inzwischen renaturiert. Wäre die Emscher nicht renaturiert und dann so ein Starkregen 🤢
      Aber unabhängig davon wo was gemacht wird und wieviel (oder auch nicht): Gefordert sind wir alle, etwas zu verändern.

  15. So wahr und diese Gedanken hab ich auch. Es muss endlich die Kehrtwende passieren und zwar Global, sonst sind wir richtig am Arsch! Sorry für den Ausdruck, aber es fällt mir nix anderes mehr ein, als es so auszudrücken.
    So lange wird schon drauf hingewiesen, seit den 70ern und nix tut sich, ich hab da echt die Nase voll von. Es kann nicht sein, daß nur wir als kleine Bürger unseren Beitrag leisten, indem wir unseren Konsum und Lebenswandel so gut es geht, hinterfragen und anpassen. Frag mich wirklich was noch passieren muss, damit wirklich der letzte aufwacht.

    1. Noch Anfang der 80er-Jahre wurden die, die sich für Umwelt und Ökologie einsetzten in der Regel maximal „Ökospinner.“ Und Wäsche würde auf jedenfall nur mit „Chlorbleiche“ sauber. Da hat sich zum Glück schon was verändert, nur ganz offensichtlich nicht genug, was auch mich öfter verärgert (einschl. dem, was ich dann schon auch selbst nochmal verbessern könnte…). Der Fridays for future – Bewegung bin ich sehr dankbar, dass sie das Thema Umweltschutz einfach immer wieder sehr penetrant in die Öffentlichkeit bringen.

  16. Liebe Gabi,
    Du sprichst mir malwieder aus der Seele und ich dachte schon wie passend das Thema für diesen Blog ist. Was brauchen wir tatsächlich?Was ist nur Ballast?Der Gedanke geht sogar dahin;:“Brauche ichein festes Zuhause?“Das schwirrte mir so im Kopf herum. Aber letzteres kann ich für mich momentan doch mit „Ja!“beantworten.Auch im Hinblick auf’s älter werden.Es wäre mir wohl zu anstrengend immer neue Wohnmöglichkeiten zu suchen.Aber mich verkleinern wäre eine Option.
    Der Klimawandel wird uns vielleicht zwingen mehr flexibel zu sein.Ich bin auch froh das das Thema jetzt mehr ins Bewußtsein gelangt.Aber es tut mirunendlich leid für alle die gerade viel durchleiden.

    1. Ständig ein neues Zuhause suchen, wäre mir auch zu mühsam. Verkleinern macht bei einer gewissen Größe gerade im Hinblick aufs Älterwerden Sinn. Bei mir(knapp 42qm) ginge das von der Platznotwendigkeit sogar auch nochmal problemlos, hat allerdings Grenzen beim Angebot. Das sind dann gleich irgendwelche superschicken und superteuren Appartments, miniklein, sehr nobel und eben so teuer, dass es nicht finanzierbar ist und ich solche Mondpreise auch nicht bei doppelt so hohen Einkünften bezahlen würde.

    2. Hallo Elke!

      Ich hab mich letztes Jahr auch sehr verkleiner wohnungstechnisch (jetzt 34qm) und es war echt die beste Enstcheidung für mich. Über ein mobiles Zuhause habe ich auch schon nachgedacht, vor allem für die späteren Lebensjahre, wo Arbeit und Job dann in Rente flexibler zu regeln wäre. Eine „Homebase“ gefällt mir allerdings auch sehr, da ich einen festen Rückzugsort sehr schätze.

      1. Ah,danke für deinen Bericht.Ich könnte mir gut vorstellen meinen Kindern das Wohnhaus zu überlassen und später in ihrem Garten in ein Tinyhouse zu ziehen.Das sind aber bislang nur Hirngespinste.Ich weiß auch garnicht ob das so möglich ist.

  17. „Wir brauchen nicht mehr SUVs, sondern mehr Fußgänger.“

    Das trifft es auf den Punkt. Und der Rest natürlich auch. Man kann so viel tun mit kleinen Schritten, die keine Lebensqualität kosten. Geld sparen kann man oben drauf. Aber vor dem Verstehen kommt das Be-Greifen. Und wenn das bedeutet, dass man überflutete Städte wieder aufbauen muss, dann ist das leider wohl so.

    1. Tja begreifen – das scheint was Schwieriges zu sein. Mit einem SUV durchs Ruhrgebiet mit all den Staus und dann hier bei mir in der Ecke abends einen (meistens nicht vorhandenen) Parkplatz suchen – das ist alles mögliche, aber definitiv keine Lebensqualität, auch nicht für den SUV-Fahrer.

      1. Oh ja… ich verstehs auch einfach nicht. Ich hätte gar keine Lust ein so großes Auto zu fahren, zu warten etc. Gerade in gut vernetzten Gebieten ist das so unnötig. Dann lieber gleich einen ausgebauten Micro-Camper für Land, Reisen und Abenteuer. Ich schließe daraus immer, dass es nur um Anschein und Status gehen kann, denn mit Praktikabilität kann das nur sehr wenig zu tun haben, wie du schon sagtest.

  18. Geht mir auch so . Soviele Flächen sind versiegelt worden, Flüsse begradigt, Au- und Feuchtwiesen trockengelegt. Der Autoverkehr ist irre. Mieten sind doppelt so hoch, Arbeit wurde zentralisiert. Immer weitere Wege. Viele hatten schon in den 70-iger Jahren gewarnt. Die Ölkrise, die fossilen Brennstoffe sind nicht endlos. Passiert ist nichts. Außer daß wir zahlen, und zahlen, und zahlen! Willkommene Einnahmen, die nicht der Umwelt oder Klima dienen. Wir müssen global denken, weil das ein globales Problem ist, nicht nur das kleine Deutschland. Wir haben auch Probleme, die genauso wichtig ist. Denk nur Schulen, Bildung, Pflege, Arbeitsplätze, Digitalisierung, Katastrophenschutz.

    Wir bauten da, wo unsere Großeltern nie und nimmer bauten. Es ist billiger in China oder Indien zu produzieren, auch Medikamente. In Köln war ein Tag das Internet gestört, der Dienst Sitz in den USA. Wieder eine Abhängigkeit. Internet wird vieles gesteuert. Konsum, wir brauchen auch Kleidung, Essen, soziale Dinge usw. – was wird bei uns noch hergestellt? – und unser Einkommen ist endlich. Alles läuft mit Strom. Supermarktkassen, Türen, Ampelsteuerungen usw. Wo kommt der?

    In Ba-Wü ist der größte Wirtschaftsfaktor: Automobil, Maschinenbau und Elektro, Tourismus.

    1. Die Abhängigkeit vom Strom ist schon recht groß. Umso wichtiger finde ich es, diese Abhängigkeit nicht noch persönlich zu verstärken, in dem man sich dann auch noch alle möglichen unnötigen Stromfresser in die Wohnung holt. Muss man wirklich so viel Unterhaltungsklimbim haben? Kann man in der Küche auch mal was mit Hand statt Stromgerät erledigen?
      Dass auch Neubauten so nah an Flüsse dran gebaut werden, erstaunt mich auch immer wieder. Wenn wir der Natur ständig ihren Lebensraum nehmen, holt sich die Natur das irgendwann zurück.

  19. Es zeigte sich am Warntag, es ist eine Katastrophe. Es funktionierte nicht. 4 Tage vorher wurde vor Hochwasser gewarnt. Passiert ist nichts. Die Warnung bliebt irgendwo im Zuständigendschungel stecken. Die Menschen wurden in der Nacht überrascht. Hilfsorganisationen waren nicht bereit. In diesen Ausmaße und soviele Tote hätten nicht sein müssen.

    Kein Politiker setzt sich hin und macht seine Hausaufgaben. Keiner! Wie können Menschen vor Naturkatastrophen, Brände, Chemieunfälle usw. gewarnt werden?

    Als ich Kind war gabs den ABC-Alarm. Die Sirenen waren zu teuer und wurden abmontiert. Beim Warntag sollten die Radiosender informieren oder Laufbänder der Haltestellen. Nichts! Die Warn-apps heulen meist los, wenn man schon im Unwetter steckt. Doch wer hat immer das Handy dabei und an? Das Stromnetz brach zusammen, da nutzte das Ding nichts mehr.

    1. In dem Bereich wird ja jetzt zum Glück dann doch mal konkreter diskutiert. Ich denke, möglichst auf verschiedenen Wegen und Kanälen informieren und warnen. Sirenen beispielsweise nutzen Hörenden sehr gut, den Gehörlosen nichts. Die hören das nicht und sind froh, wenn es diese Warnapps gibt (sofern die dann auch richtig funktionieren und Strom/Internet verfügbar ist).

      1. Es gab dort also auch schon früher Überflutungen, dann wird noch viel zu spät und völlig unzureichend gewarnt – da ist wirklich vieles kaum nachvollziehbar.

  20. Das ist so wahr, wer hat sich diese Gedanken angesichts der Flutkatastrophe als Minimalist nicht gemacht, auch wenn nicht selbst betroffen.

    1. Solche Fragen kommen vermutlich von ganz alleine, wenn man sich schon länger mit Minimalismus auseinander setzt. Es sind dann ja auch noch viele Firmen im Wasser versunken – da soll mir keiner erzählen, Umweltschutz würde die Wirtschaft blockieren. Das hat was von Milchmädchenrechnung.

  21. Ein paar gute Gedankenanstöße. Nicht wirklich neu für mich, aber es ist gut, wenn man immer mal wieder mit der Nase draufgestoßen wird.
    Dein letzter Satz wird ausgedruckt und bekommt ein Ehrenplätzchen. Damit ich auch immer daran denke. 🙂
    „Dinge sind da, um gebraucht zu werden – nicht um damit die eigene Identität, sein Leben oder Lifestyle zu bilden.“
    Dieser Satz sagt alles. Und wie traurig ist es, wenn deine Identität einfach weggespült wird. Lieber die Erinnerungen in der Cloud, und natürlich im Kopf, so kann sie nichts und niemand nehmen.

    1. Ja, genau das ging mir die letzten Tage so oft durch den Sinn: Das ist ja ohnehin gruselig. Aber wie gruselig ist das dann noch obendrein, wenn man das Gefühl hat, dass mit dem Versinken der eigenen Besitztümer, irgendwie auch das eigene Leben versinkt. Erinnerungen habe ich in mir, nicht in der Wohnzimmervitrine.

    2. Hallo Heike!

      Ich glaube, dass dies tatsächlich einer der unangenehmsten Punkte ist. Menschen sind ja sehr bindende und soziale Wesen. Eine gewisse „Anhaftung“ an Dinge wird daher wohl immer bestehen. In meinem Artikel zum Hochwasser habe ich eine für mich treffende Vokabel gefunden: Entwurzelung. Wie ein Baum, der fortgespült wird. Und wieder neu Wurzeln schlagen braucht seine Zeit.

  22. Guten Morgen! Die Bilder aus den Überschwemmungsgebieten sind zutiefst beunruhigend und verstörend. Dass wir seit Jahren solche Bilder aus Asien, und da vor allem aus den ärmeren Ländern!, sehen – daran haben wir in der westlichen Welt uns schulterzuckend und gleichgültig schon gewöhnt. Brennende Textilfabriken in Bangladesch. Egal, aber zu ……. oder .&. Modeschnäppchen shoppen. Was kümmert uns das Elend der Anderen. Und nun haben wirs hier. Versteht mich bitte nicht falsch: global gesehen ist es gerecht. Und was wird gemacht? Weiter wie bisher! Weiterhin Flächen versiegeln, Shopping Center erweitern, für einen FreizeitPark sollen Bäume weg. Die Dorfbewohner sagen, gefährlich wenn Wasser kommt. Ach, was die nur haben. So sicher wie Atomkraftwerke. Was muss nur noch passieren?? Bin traurig.

    1. Ja, traurig ist das alles. Viele bemerken es nicht einmal. Aber gerade wenn es um Konsum geht, hat man ja durchaus auch selbst was in der Hand. Damit verändert man nicht gleich die ganze Welt, aber die eigene Einstellung und Haltung dieser Welt gegenüber. Die Industrie passt sich zudem recht schnell an, wenn sie merken, dass die Konsumenten dies und das nicht mehr mitmachen. Es geht ja im Supermarkt dann plötzlich doch ohne die üblichen Plastiktüten an der Kasse, es gibt jetzt endlich auch unverpackte Schlangengurken, etc.

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