Rückblick und Neustart

Das zurückliegende Jahr war schwierig für mich. Ich bemerke aber trotzdem inzwischen eine gewisse Aufwärtsbewegung, ein paar neue, kleinere Projekte bahnen sich an. Mit Longcovid gehts zumindestens deutlich besser, im richtigen Maß ausdauernd dranbleiben hilft. Zum Umgang Tod und Trauer ist neben freundlichen Menschen im privaten Umfeld, auch ein sehr schönes Buch von Thich Nhat Hanh hilfreich: „Wie weiterleben, wenn ein geliebter Mensch stirbt?“ Eine Buchbesprechung wäre an dieser Stelle zu viel, aber so viel sei gesagt: Ich fand in diesem Buch wirklich viele hilfreiche Gedanken und Anregungen zum achtsamen Umgang mit Trauer.

Daher bekomme ich aktuell auch die Kurve, mal einige Themen anzugehen, die ich schon länger umsetzen will. Manches schiebe ich schon lange vor mir her. Für andere Dinge hätte ich während meines Berufslebens vielleicht die Zeit gehabt, aber einfach nicht den freien Kopf. Den bekomme ich aber nun so langsam, daher gibts einige neue Projekte:

Ein neuer Kühlschrank

Als damals das Scharnier vom Eisfach des Kühlschranks kaputt ging, bin ich auf meinen Minikühlschrank umgestiegen. Vorrangig aus dem Grund, weil ich zu dem Zeitpunkt nichts anderes gefunden haben. So ab und an fehlt aber natürlich doch ein Eisfach. Aber Kühlschränke mit Eisfächern: Nein! Die haben fast alle nur noch Plastikscharniere. Vor ein paar Wochen habe ich dann aber doch eine Kühl-Gefrierkombi in passender Größe gefunden. Endlich. Die Lieferung zieht sich noch hin, mal schauen, wann das Gerät hier eintrudelt.

Vorratskammer

So langsam bekomme ich auch die Kurve bei meiner Vorratskammer. Ich habe dort schon endlos häufig hin und hergeräumt, neu sortiert. Nun habe ich endlich einfach mal ein passendes Regal für die Kammer bestellt. Ich hoffe, es wird die Tage geliefert.

Vorräte neu strukturieren und sortieren

Ich gehöre glasklar zu den Menschen, die Schubladen-Tetris wunderbar beherrschen. Ist irgendwo noch ein kleines Quadratzentimeterchen Platz, stelle ich da auch noch was hin. Die trockenen Lebensmittelvorräte lagern alle in einer Schublade, in zwei Schichten übereinander. Kein Zustand. Ist das neue Regal für die Vorratskammer da, werde ich dieses Tetris-Ungetüm mal endlich beenden.

Geöffnete Schublade mit sehr vielen Lebensmittel darin
Meine „Tetris-Schublade“

 

Mal was ausprobieren – Joghurt selber machen

Joghurt selber zu machen ist einfach ein reines Spaßprojekt. Ich probiere seit einiger Zeit aus, wie es am besten – ohne einen Joghurtbereiter – klappt. Derzeit scheint mir Smarticular die beste Anleitung zu haben. Damit es klappt, braucht der künftige Joghurt erstmal Wärme. Der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. 12 Stunden bei 40 – 45 Grad in meinem kleinen Backofen hat einen Stromverbrauch von 0,6 kwh ergeben. Das macht bei meinem aktuellen Strompreis 0,19€. Ist der neue Kühlschrank da, kann ich auch gleich aus 2 Liter Milch Joghurt herstellen, zur Zeit ist es immer nur 1 Liter. Es ist ein Spaßprojekt und da ich Bio-H-Milch genutzt habe, ist es auch ein Stück Unabhängigkeit und weniger von diesen elendigen Plastikbehältern.

Joghurtgläser im Backofen

Hier und Jetzt – statt langwieriger Zielplanung

Konkrete Ziele fürs Neue Jahr setze ich mir eigentlich nie. Wenn sich etwas als wichtig heraus stellt, sehe ich keinen Grund, warum man mit dem Beginn erst bis zu einem bestimmten Datum warten sollte. Wenn es irgendetwas gibt, was mir im letzten Jahr dann aber doch nochmal bewusst geworden ist, dann, dass das Leben hier und jetzt stattfindet. Wege entstehen bekanntlich beim Gehen und bevor ich lange theoretisch über irgendwelchen Plänen brüte, beginne ich lieber mal mit den ersten kleinen Schritten. Mal schauen, was sich daraus ergibt.

 

Update vom 8.1.2023 – Joghurtherstellung ohne Backofen

Zunächst mal herzlichen Dank an die vielen Tipps in den Kommentaren bzgl. der Joghurtherstellung ohne Backofen. Heute kann ich verkünden:

Tara! 🎉 🥳 Es hat funktioniert. Und zwar so:

Backblech, darauf eine heiße Wärmflasche, darüber ein Holzbrett mit den Joghurts, alles schön eingepackt in die Bettdecke. Nach 10 Stunden war noch eine Restwärme von 35 Grad und der Joghurt fertig.

Joghurt-Milchmasse in Gläsern auf Holzbrett. Darunter Wärmflasche, die auf einem Backblech liegt. Alles auf einem Bett stehend.
So sah es kurz vor dem Einpacken in dicke Decken aus.

 

Eine eingerollte Bettdecke
Der warm eingepackte Joghurt. Darüber habe ich noch eine Wolldecke gelegt.

 

 

36 thoughts on “Rückblick und Neustart

  1. Hallo Violetta,
    was für eine tolle Idee! Wahnsinn was vermeintliche Kleinigkeiten doch in Summe ausmachen.
    Da werde ich mir mal was von abschauen. 😉
    Bei uns gibt es zwar einen unverpackt Laden, allerdings sind die Sachen dort unglaublich teuer.
    da kaufe ich meine Haferflocken lieber beim Discounter…die sind in Papier verpackt.

    1. In einem Supermarkt bei uns gibt es eine Unverpackt-Abteilung. Anfangs haben die Leute interessiert geschaut (ich auch) aber die Preise sind 3-4x höher als im normalen Sortiment. Was soll das?

  2. Jetzt habe ich mir für dieses Jahr doch etwas vorgenommen. Das Jahresbeginn ist, ist Zufall, spornt mich aber zusätzlich an, weil ich dann sehen kann, was sich ab Januar verändert hat. Seit längerem ärgert mich die Menge meines Verpackungsmüll. Die einfache Lösung Unverpackt-Laden geht nicht, weil keiner in der Nähe ist. Jetzt habe ich zwei Netzbeutel gekauft, spart pro Jahr ca. 45 kleine Tüten in der Obst- und Gemüseabteilung. Aus Stoffresten einen Brotbeutel genäht, spart ca. 50 Einwickelpapiere. Ein kleiner Beutel für das Frühstücksbrötchen auf der Arbeit spart ca. 100 Papiertüten. Reduktion von Schokolade und Fruchtgummi spart ca. 35x Alufolie und Papier und ca. 35 Folientüten. Früher gab es bei uns auch nur zu Fest- und Feiertagen Süßigkeiten. Mir wird noch etliches einfallen, obwohl die sog. Ratgeberseiten im Internet für mich nichts brauchbares hatten.

    1. Was für eine super Liste. Kleinvieh macht Mist – in dem Fall sogar sehr viel. Die Ratgeberseiten im Netz stürzen sich u.a. natürlich auch gerne auf die Sachen, wo man gleichzeitig einige Dinge bewerben kann. Deine Tipps setzen ja vorrangig darauf, was wegzulassen. Da trifft sich Minimalismus und Nachhaltigkeit.

      1. Etwas weglassen ist ja auch so gar nicht gut für unsere Wirtschaft, die auf Wachstum ausgelegt ist, deshalb wird Wegelassen nicht beworben. Weglassen spült auch keine Steuergelder ins Säckl. Weglassen ist also gleich 2x schädlich für unser Wirtschaft. Sch… auf die Umwelt. 🤨😡

    2. Ich kann Gemüse und Weidefleisch frisch vom Bauern in meinem kleinen Suoermarkt kaufen. Das genieße ich sehr. Bäckereiwaren esse ich seit einem Jahr nicht mehr. 5×52. Da kommt was zusammen. Ich fände die unverpackten Spender im Supermarkt, ohne extra Laden gut – wie in Schweden. Du kannst einfach zuckerfreien, rohen Kakao trinken statt Schokolade essen oder Kaffee trinken. Wärmt schön von innen. Tipp aus der TCM: Bestes Antidepressivum bei dem grauen Wetter.

      1. Oh du Glückliche, direkt vom Bauern im Supermarkt.
        Bei uns gibt es sogar diese Unverpacktspender in einem Supermarkt in der Nähe. Aber im Verhältnis leider auch sehr teuer Ich gehöre zu den Leuten, die gerne Bitteres mögen. Ungesüßter Rohkakao finde ich auch super lecker. Interessant, dass die TCM das bei schlechtem Wetter mit entsprechend schlechter Laune empfiehlt. Da liegt man also mit dem Süßkram dann ganz verkehrt.

        1. Guten Abend,

          das mit der TCM Ernährung klingt spannend. Ein bisschen was davon kenne/ verstehe ich auch. Wäre das nicht mal einen Gast-Beitrag wert? Ich fänd’s klasse. 🙂

          1. Super Idee! Schreibe ich gerne, Andrea. Wenn Gabi einverstanden ist. Lg in die schöne Stadt.

      2. Gastbeitrag von Tanja zu TCM – das fände ich auch superklasse!
        Und vielleicht hast Du ein paar praktische Empfehlungen für HSP in Sachen Essen/Ernährung auf Lager? Deine Sichtweise/Erfahrungen finde ich ja immer sehr hilfreich!
        Liebe Grüße und ein gesundes, zufriedenes und erfülltes 2024 in die Runde
        Steffi

  3. Hallo Gaby,
    einfach den Joghurt direkt aus dem Topf in das Thermogefäß einfüllen, gut verschliessen..und den Rest macht das Gefäß. Ich stelle es einfach auf den Küchentisch, dann vergesse ich nicht es nach 8Std. umzufüllen.:-))
    Herzliche Grüße, Nici

    1. Ich werde mir nicht extra irgendwas anschaffen. Weder Kochkiste, noch Thermobox, noch Thermobehälter. Aber manchmal ergibt sich ja irgendwas oder mir fällt eine Eigenkreation ein. Mal schauen.

  4. Hallo Gaby,
    ich habe mal ne Zeit lang ebenfalls meinen Joghurt selber hergestellt:
    -1kl. Becher Joghurt (Bio)
    -600 ml Milch
    Alles gemeinsam verrühren und im Topf auf ca 50 C° erhitzen.
    Anschl. in ein Thermogefäß abfüllen und ca 8 Std stehen lassen.
    Fertig!!
    ZZt nutze ich das Thermogefäß um warme speisen mit zur Arbeit zu nehmen.
    Herzliche Grüße und ein frohes neues Jahr,
    Nici

    1. Ein Thermogefäß, das ist ja auch eine klasse Idee. Leider habe ich sowas nicht. Aber das Prinzip als solches ist das gleiche: wie kann man den Joghurt gut warm halten?

      1. Haha, der Joghurtbereiter eben. Schön mit Strom, aber wenig Verbrauch 😮
        Und dann ist die Tür zum Maschinenterror in der Küche geöffnet 😉

          1. Wir haben unseren Joghurtbereiter vor wenigen Jahren aussortiert. Allerdings sind Reiskocher und Heißluftfriteuse dazugekommen. Die Geräte sparen Strom und sind leider auch sehr bequem….

      2. Wärmflasche und deine Bettdecke??
        Ich habe früher Reisbrei im Bett „gekocht“. Vielleicht hält dein Bett die Milch lange genug warm?

        1. Die Wärmflasche ist in jedem Fall eine super Sache. Ich habe mal fürs Erste eine Art Hybridlösung probiert. Die Joghurtgläser auf das Backofenrost in der Mitte. Ein paar Stunden gewöhnlich bei 40-45 Grad. Dann Backofen aus und auf die unterste Schiene das Backblech mit gut heißer Wärmflasche. Die Wärme hielt sich dann noch ewig und reichte aus. Wärmflasche mit dicker Decke müsste ich dann nochmal probieren. 👍

  5. Meine Frau räumt im Moment auch ein bisschen auf, in der Küche und in der Abstellkammer, das war auch nötig. Aber dein Schubladen-Tetris finde ich irgendwie sympathisch. Vielleicht ein bisschen zu voll, denn die Vorräte müssen ja ein bisschen „atmen“.
    Wir nehmen uns im neuen Jahr immer mal wieder etwas vor, aber das ist jetzt nicht in Stein gemeißelt.
    Dieses Jahr steht bei uns „Gesundheit“ an erster Stelle, aber das sollte es eigentlich immer tun, mehr Bewegung und Abnehmen ist angesagt. Was auch bitter nötig ist.
    Liebe Grüße

  6. Tetris spiele ich in Schubladen und Schränken generell nicht gerne. Nur Winterpullis wandern zwei Mal im Jahr von hinten nach vorne und wieder zurück. In der Küche hatten wir uns einen Apothekerschrank gewünscht, da sieht man von beiden Seiten, was man hat. Dafür brauchen wir dann auch keine Vorratskammer.
    Selbstgemachter Joghurt erinnert mich immer an meine Großeltern, die hatten sogar ein extra Gerät dafür. Da ich den hier aber auch als Biovariante im Pfandglas bekomme, lasse ich von solchen Experimenten lieber die Finger.
    Mit kleinen Schritten starten, statt vor lauter Planen nie anzufangen – definitiv die bessere Variante!

    1. Solche Joghurtspielereien sind glaube ich auch nichts, wenn man noch berufstätig ist. Bio-Joghurt im Glas ist hier leider mindestens 50% teurer, daher habe ich immer die Plastikdinger genommen ☹️

  7. Hallo Gaby,
    wir haben den Joghurt früher (vor 45 Jahren) ohne Backofen gemacht. Milch ein bisschen angewärmt, Joghurt rein und einen Tag auf die Heizung gestellt. Ging natürlich nur im Winter.

    1. Oh, war die Heizung nicht zu heiß? Ok, ich habe Gastherme mit relativ altem Thermostat, d.h., phasenweise wird die Heizung richtig turboheiß, um dann wieder ziemlich abzukühlen. Sowas hat ja nicht jeder. Ich habe es schon mit Anwärmen im Backofen und dann in dicken Decken warm eingepackt probiert – war dann ein prima Trinkjoghurt 😁, hat also nicht gereicht.

      1. Hallo Gabi, wieder eine neue Wordkreation: Schubladen-Tetris 👍😀
        Ne, zwei Schichten übereinander ist nichts. Da geht der Überblick schnell verloren.
        Zum Joghurt: Ich habe den Stromverbrauch nicht gemessen, daher kann ich keinen Vergleich zu deinen 19 ct Backofenstrom anstellen. Meine ~42 Grad warmen Gläser stelle ich inklusive 1 Liter fast kochendem Wasser in einer Wärmflasche in eine Thermobox. Diese schiebe ich für die 6-7 Stunden in den (ausgeschalteten) Backofen. Da steht die Box nicht im Weg und zusätzlich ist sie vielleicht noch mal etwas vor dem Auskühlen geschützt. (genaue Beschreibung und Bilder auf meinem Blog)
        Ich brauche also 3 Minuten Strom+10 Minuten Restwärme fürs Aufwärmen der Milch und Strom fürs Aufwärmen von 1 Liter Wasser. Der Rest geht ohne zugeführte Energie.

        1. Ich hatte gelesen, die Wärmflasche dürfe nicht so heiß sein, daher interessiert mich, wie genau du das machst. Hast du einfach nur einen Zwischenraum oder Handtuch dazwischen?

          1. Ich lege die Wärmflasche in die Thermobox, darauf mein 1cm dickes Holzschneidebrett als Trenn- und Abstellfläche (das hat zufällig gerade gepasst) und darauf die Gläser vom alten Joghurtbereiter. Dann Kiste zu und abwarten. Funktioniert zuverlässig seit einem Jahr zuverlässig.

          2. Ginge da nicht auch das Prinzip der guten alten Kochkiste?Karton oder Holzkiste mit Wolldecke auskosten und dann die Wärmflasche dazu ?Ich denke das müsste doch auch gehen
            Ilona

      2. Unsere Heizung damals war schön gleichmäßig warm. Aber es war eine Ölheizung, die ein ganzes Haus versorgte und konstante Wärme lieferte.

        1. Ach ok, dann verstehe ich das. Die gleichmäßige Wärme kann man dann natürlich prima nutzen. Hier bei uns soll irgendwann Fernwärme kommen, da kann ich dann nochmal schauen.

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