TCM aus 3 Zutaten: einfach und alltagstauglich

Ich freue mich über einen Gasteitrag von Tanja Heller über TCM (Traditionelle chinesiche Medizin)

 

EIGENTLICH WOLLTE ICH NUR …

5 Tage warmes Frühstück ausprobieren und bin bis heute bei der Traditionellen Chinesischen Medizin geblieben.

ICH SPULE MAL ZURÜCK FÜR EUCH

Alles begann vor einem Jahr mit einem positiven HPU Test – eine Entgiftungsstörung.

YANG MANGEL

Nach jahrelangem Vegetarismus, viel Joghurt, Rohkost und Brot ist mein Körper viel zu kalt. Wenn Alle im Spätsommer noch Flip Flops tragen, bin ich schon mit Winterjacke unterwegs.

DER ANFANG

Ich trank 2 Tassen warmes Wasser nach dem Aufstehen = Darmdusche. Nach 15 Minuten erst einen Kaffee. Über den Tag nur warme Getränke. Ich dachte mir einfache glutenfreie Gerichte aus 3 Zutaten fürs Frühstück aus:
*Reis
2:1 Wasser/Mandelmilch, 1 Apfel mit Schale nach 10 Minuten mitkochen. Schmeckt nach Weihnachtsmarkt.
*Porridge mit Aprikosenmark.
*Polentapfannkuchen mit Apfelmus.

DER ERFOLG

Nach 10 Tagen war ich nicht mehr heiser den ganzen Morgen. Endlich kein Schleim mehr in den Atemwegen. In der TCM ist Krankheit Schleim.

ICH HATTE MEHR ENERGIE

Der Körper muss warmes Essen nicht erhitzen. Es ist leichter verdaulich. Das Essen wärmt von innen. Ich führe dem Essen Chi, Lebensenergie zu. Es fühlte sich gut an. Ich nahm mir vor: Ich esse mich jetzt gesund. Wenig Schleimbildner: Brot, Milch/-produkte, Fleisch.

NACHTEILE

Die Nahrung hat weniger Vitamine. Kochen ist mehr Aufwand als Brot essen. Kein Brot Essen war anfangs ungewohnt. Essen 10-15 mal kauen auch. Wichtig für die Enzymbildung. Auch pürierte Suppen.

DIE EINSICHT

Sich etwas zu kochen ist gelebte Selbstliebe. Ich komme nicht dran vorbei. Auch nicht an den Spülbergen.

DAS BESONDERE AN DER TCM

Sie schaut, ob in den einzelnen Organen Kälte, Wärme, Trockenheit oder Feuchtigkeit ist. In TCM Kursen lernte ich, welche Lebensmittel wärmend, kühlend, auffüllend, ausleitend wirken.

SELBSTWIRKSAMKEIT

Jetzt verstand ich erst die Zusammenhänge und bekam einen ganz anderen Zugang zu meinem Körper: Drücke ich entsprechende Akupressurpunkte, bin ich Nackenschmerzen los. Hab ich mal wieder trockene Augen oder bin lichtempfindlich – bedingt durch Leber-Blut Mangel – esse ich mehr Öl.

KRAFTSUPPE

Ein traditionelles Arbeiteressen in China, das viele Leute satt machen muss, die schwer arbeiten. Diese Suppen werden 12 Stunden gekocht. Kurz reicht auch. Huhn/Möhre/Lauch oder
Weiderind/Möhre/Kartoffel“

EIGENKREATION

2 Möhren, 1 Apfel, 1 Päckchen Rote Beete in Wasser mit etwas Salz als Suppe kochen. 6 Stunden stehen lassen, bis sie rosa ist und nach Himbeere schmeckt. Mit etwas Rapu**** Kreta Olivenöl, Knoblauch servieren. Testsieger. Achtung: Die meisten Öle haben Mineralölrückstände.

ES LOHNT SICH, EINFACH ANZUFANGEN

Die Heilpraktikerin sitzt über dem 12-seitigen Mikrobiomtest Befund und wundert sich: „Untypisch gute Ergebnisse. Noch nicht mal Fodmaps. Haben Sie schon etwas für Ihren Darm getan?“ „Ich esse keinen Dreck mehr.“

29 thoughts on “TCM aus 3 Zutaten: einfach und alltagstauglich

  1. Liebe Tanja,
    Danke für deine Erfahrungen mit TCM. Gibt es ein Buch, welches du empfehlen kannst, wo auf die verschiedenen Typen und die empfohlenen Ernährungsformen eingegangen wird? Wer auch immer einen Tipp für mich hat, bitte gerne Bescheid geben. Ich bin quasi noch ganz am Anfang.

    1. Das Buch fand ich super zum Einstieg, Anna:

      Peter Hollmayer
      Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin: Praxisbezogen, leicht verständlich, mit Diagnose- und Bewertungsbogen für individuelle Ernährungspläne.

      Vertieft hab ich es mit Onlinekursen von
      Dr. Noemi Morell bei Avicenna Freiburg. Und Dr. Florian Ploberger bei Das Zentrum.

  2. Liebe Tanja,
    ich frühstücke dieses beim Intervallfasten (14/10) seit nahezu 8 Jahren. Klassisches Porridge mit Wasser angesetzt. Dazu auch gern mal Beerenobst oder etwas Joghurt… und Nüsse. War letztes Jahr das erste Mal bei einer Darmspiegelung und mein Arzt war so begeistert und sagte nur; seltener Anblick, wie aus dem Lehrbuch!
    Ich führe das auch auf meine Ernährung zurück. Es schmeckt mir außerdem. Des Weiteren, und dies ist medizinisch durchaus erwiesen, senken Haferflocken den Blutzuckerwert und werden Diabetikern durchaus empfohlen. Natürlich keine gezuckerten Fertigprodukte, sondern eben das klassische Porridge. Man kann aus diesen Flocken noch viele andere gesunde Mahlzeiten herstellen. Vielen Dank für diesen schönen Beitrag! Und das Kreta Olivenöl ist einfach nur spitze!

    1. Das ist ja eine tolle Erfahrung bei deinem Arzt. Wie schön! Du glaubst nicht, wie ich mich auf den ersten Löffel glutenfreie Haferflocken nach 3 Monaten Auslassdiät freue. Mein Körper meint derzeit noch, es wären Viren. Leider bin ich gegen Hafer und Pseudogetreide außer Reis allergisch. Zum Glück gibt es Nudeln aus Reis. Dein Buchtipp werde ich mir ansehen. Ganz liebe Grüße.

  3. Wichtig wär dazu vielleicht noch zu ergänzen, dass TCM nicht evidenzbasiert ist. Das soll jetzt keinen davon abhalten, wenn er sich damit wohlfühlt, aber es ist nicht mit einer ärztlichen Therapie gleichzusetzen und die Konzepte sind auch nicht unbedingt medizinisch haltbar.

    1. Es gibt aber sehr gute und nachvollziehbare Ergebnisse mit dieser Art der Ernährung. Das Buch von Prof. Michalsen „Heilen mit der Kraft der Natur“ wurde mir von einem Chirurgen (absoluter Schulmediziner) vor Jahren schon empfohlen. 😊

    2. Für wissenschaftliche Studien werden in der Regel sog. Drittmittel benötigt. Von wem sollten die kommen? Die Pharmaindustrie hat naturgemäß schon mal weniger Interesse an Nahrungsmittel-Studien. Dann ginge es mit passgenaueren Lebensmitteln ja absehbar auch mit weniger Medikamente.
      Ernährung hat viel mit Erfahrung und individuellem Typ zu tun. So lange niemand dieses Thema zur Religion erklärt und meint, es gäbe nur einen einzigen Weg, den man zwingend genau so und nicht anders befolgen müsse, komme ich damit klar.

    3. Zu Nina möchte ich gern noch zwei Aspekte ergänzen: die TCM ist in „westlichen“ Ländern sehr beliebt und das mit Sicherheit auch aufgrund ihres leicht exotischen Status. Allerdings stellt das ja keinen Wirksamkeitsnachweis dar. Ich finde diesen exotisierenden Status an sich schon kritisch. Und das andere ist, dass die Ernährung schon auch vielfach beforscht wird. Sie ist nur eins der komplexesten Themen, die am Menschen erforscht werden können. So können beobachtete Effekte, wie die Verbesserung von Blutwerten o.Ä., in den seltensten Fällen auf die Zuführung eines einzelnen Lebensmittels oder einer Verhaltensänderung zurückgeführt werden. Solche dafür notwendigen Laborbedingungen sind kaum herstellbar. Andere Umstände, wie verstrichene Zeit, veränderter Schlafrhythmus, Veränderungen im Stoffwechsel aus anderen Gründen usw. können immer auch Ursache für beobachtete Ergebnisse sein.
      So denke ich auch, dass, wer sich damit wohlfühlt, sich nicht davon abhalten lassen sollte. Aber einer tatsächlichen wissenschaftlichen Prüfung hält die TCM nicht stand. Ich finde eine Podcastfolge dazu sehr interessant – für alle die, die neugierig sind auf weitere differenzierte Betrachtung von TCM-basierten Verfahren: https://open.spotify.com/episode/5HaJlVIL9BA85gvUBiiO6b?si=F5HSgJZuR7-VGw46E0ouiQ

      1. Wer, so wie ich, kein Spotify hat, kann das auch hier hören: https://www.quarks.de/podcast/science-cops-die-akte-akupunktur-nichts-als-nutzlose-nadeln/.
        Allerdings gehts da schwerpunktmäßig um Akupunktur, als ein Element der TCM.

        Tanja schreibt hier aber über ihre Erfahrungen mit dieser Ernährung, also ein anderer Schwerpunkt. Diese persönliche Erfahrung von ihr ist natürlich auch nicht wissenschaftlich, aber eben eine Erfahrung. Daraus kann man ja durchaus auch was lernen.

        Ich sehe sowas ganz pragmatisch: Letztlich zählt das Ergebnis: Funktioniert es für mich (warum auch immer) und es geht mir besser? Wenn ja, ist alles in Ordnung. Wenn nein, dann lassen und verändern.

          1. Ein kleines Beispiel: Heute Morgen hab ich die Waschmittelallergie nicht gespürt. Mich dann über Bürokratie geärgert. Im Chinesischen ist Allergie Bluthitze. Früher hätte ich gedacht: „Du spinnst doch.“ Jetzt entspann ich mich einfach und der Ärger und das Kribbeln gehen von selbst weg.

        1. Liebe Gabi,
          so sehe ich es auch. Und es gibt durchaus evidente Studien, die z.B. den Konsum von zuviel Zucker für diverse Erkrankungen und vor allem dem Typ 2 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen bestätigen.

  4. Guten Samstag,

    das ging ja fix mit dem Gastbeitrag. Vieles kenne ich tatsächlich; manches setze ich bereits um. Was mir fehlt, ist (dauerhafte) Disziplin. Nun ja. Statt Reis frühstücke ich oft Haferflocken mit diversen Zutaten – warm! Habe mir von meinem Sohn zum Geburtstag ein Thermo-Gefäß gewünscht – mein einziger Wunsch, ich hab ansonsten alles! 🙂 – um mir das zweite Frühstück auf Arbeit in gleicher Weise zu gestalten. Nur, IMMER mag ich das nicht. Manchmal muss es Brot sein. Auch mit Wurst. Besser geht es mir und meinem Darm dabei aber allemal.

    Essen im Beruf: gleicht eher einem „runter schlingen“. Oft ist man in der Pause dennoch in Alarmbereitschaft. So wie Gabi es sagt. Das langsame essen, kauen, genießen muss man erst wieder lernen. Denn zumindest daheim hat man die Möglichkeit dazu.

    Fast schon kriminell ist es, was die Nahrungsmittelindustrie zum Teil den Menschen verabreicht…

  5. Das längere Kauen ist eine gute Erinnerung. Rund 25 Jahre lang hatte ich nie eine regelmäßige und selten eine ruhige Mittagspause. Das steckt mir immer noch in den Knochen und ich muss es mir erstmal wieder mühsam abgewöhnen. Essen braucht Zeit.

    1. Ja, das kann ich mir vorstellen. Gerade weil 70% des Immunsystems im Darm liegt, lohnt sich das Kauen und ich will das mitnehnen. Ich finde auch schade, dass so Viele denken, „Jetzt bin ich schon so krank. Da will ich wenigstens essen, was ich will.“

      1. Oh je, das wäre wirklich komplett fatal. Beim Auto kommt ja auch niemand auf die Idee, Cola oder Limo in den Tank zu kippen. Der eigene Körper soll das aber mitmachen, obwohl wir uns den nicht mal neu kaufen können. Der Vergleich hinkt ein wenig, aber es gibt wirklich viel schräges Zeugs, was man sich einverleiben kann.
        Mich erinnert die TCM viel an achtsames Essen. Darauf achten, was der Körper wirklich braucht. Pommes und Schokolade braucht der Körper sicherlich viel seltener, als wir das manchmal meinen. 😉

        1. Der Arzt sagte zur Patientin mit Diabetesproblem : „Sie dürfen ab sofort nur noch Cola mit Süßstoffen trinken !“. Sie tat es, wie sie es verstand. Sie trank ausschließlich Cola mit Süßstoffen, kein Kaffee, kein Tee, kein Wasser.

  6. Liebe Tanja,

    vielen lieben Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ich kann da ganz viele Parallelen zum Ayurveda erkennen. Ich bin z.B. im Ayurveda ein Vata-Typ und vertrage kaltes Essen gar nicht gut. Und da ich mich auch sehr viel mit der Yin-Yang-Balance beschäftige, finde ich Deine Hinweise dazu ebenfalls sehr bereichernd. Danke Dir!

  7. Das ist wirklich interessant, Tanja. Mich würde interessieren was du im Sommer frühstückst, auch Warm oder dann doch eher etwas Kühles ? Mir geht es bei Temperaturen über 25 Grad immer so das ich den ganzen Tag nichts Warmes essen mag, ich esse dann auch überwiegend nur Salat, Früchte, Joghurt usw. und selbst meinen Tee mag ich dann höchstens lauwarm.
    Liebe Grüße aus dem eiskalten Niedersachsen (- 6 Grad, fröstel)

    1. Etwas Gekochtes kalt essen zählt auch als warmes Frühstück, Martina. Ich koche dann abends mehr Reis und esse den mit Apfelmus morgens. Es ist thermisches Essen, wenn es also wärmer wird im Außen, wollen wir uns abkühlen. Menschen mit Yangüberschuss greifen instinktiv auch im Winter zu Gurken, Tomaten, kühlschrankkaltem Essen, um ihren hohen Stoffwechsel zu regulieren. Mittlerweile erkenne ich schon auf der Straße, wer Yin-/Yangmangel oder -überschuss hat.

      1. Ah, verstehe. Es geht also hauptsächlich darum das es erstmal gekocht ist, nicht das es unbedingt warm ist. Danke dir ! Ist wirklich ein spannendes Thema für mich. Ich werde mal gucken ob bei uns hier vielleicht auch TCM Kurse angeboten werden.

      2. Das ist interessant, da bin ich wohl eher ein Yangtyp – zumindestens beim Essen (sonst eher nicht). Mir geht ganz allgemein eher die Hitze auf den Keks, ich habe es gerne kühl und im Winter kann ich auch sehr gut kalten Joghurt essen, hm, lecker.

  8. Danke, Elli. Ich denke, „Antientzündlich“ ist ein gutes Stichwort. Langsam finde ich auch besser und nachhaltiger. Dir auch Alles Gute auf deinem Weg. Süßholz lutschen ginge als Lakritzersatz.

  9. Sehr interessant, Tanja.
    Danke für den Einblick. Ich stelle gerade krankheitsbedingt meine Ernährung auf „antientzündlich“ um. Für den Anfang Verzicht auf Fleisch und Zucker. Alkohol trinke ich seit über 30 Jahren nicht mehr. Keine Schokolade, keine Gummibärchen oder Lakritze fällt mir sehr schwer, aber ich habe gemerkt, dass es nach etwa 2 Wochen leichter wird. Ohne Brot würde mir auch schwerfallen, aber ich ersetze gelegentlich schon das Frühstücksbrot mit einem warmen Porridge. Das tut mir gut.
    Ich habe früher immer den Fehler gemacht, alles auf einmal verändern zu wollen. Besser ist es Stück für Stück und so, wie es einem gut tut.
    Einige deiner Anregungen sind jetzt auf meiner Liste.
    Alles Gute weiterhin!
    Elli

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