Minimalismus und das teurer werdende Leben

Die explodierenden Preise

Die letzten Jahre haben einiges an Herausforderungen mit sich gebracht. Corona mit all den Belastungen ist noch nicht ganz überwunden, da stehen wir vor den aktuell explodierenden Kosten. Ich habe leider auch eine Gasheizung, dann auch noch ein älteres Modell. Dank intensiver Gas-Sparmaßnahmen seit dem Frühjahr werden sich die monatlichen Abschläge im Herbst „nur“ etwa verdreifacht haben. Der Preis pro Kilowattstunde ist dann bereits beim etwa 3,8-fachen. Das ist eine Menge Geld und wohin es sich entwickelt, weiß ich nicht. Wieviel es kosten wird weiß ich auch nicht und wie lange ich es aus den laufenden Einnahmen meiner 40%-Teilzeit-Tätigkeit heraus finanzieren kann: Keine Ahnung. Natürlich sorgt das auch bei mir immer mal wieder für Unruhe.

Minimalismus hilft mir

Gleichzeitig beruhigt mich aber auch eins: Minimalismus ist sehr hilfreich gerade in diesen Zeiten. Ohne meinen eher geringeren Konsum wäre ich längst schon jetzt an meine finanziellen Grenzen gekommen. Wer beispielsweise weniger Möbel benötigt, braucht auch weniger Platz und kann eine kleinere Wohnung anmieten. Mode interessiert mich nicht und allen erdenklichen elektronischen Schnickschnack muss ich auch nicht finanzieren. Die Konzentration auf das Wesentliche entlastet enorm.

Das bis jetzt eingesparte Gas und die damit verbundenen Rückzahlungen (die ich bereits erhalten habe und die noch kommen), sowie die Energiepauschale werden zusammen über 500€ ausmachen. Die gebe ich nicht für irgendwas aus. Finanzielle Löcher muss ich damit auch nicht stopfen. Das kommt zu den Energierücklagen. Weitere Rücklagen gibts natürlich auch. Ich könnte auch weit mehr als nur ein halbes Jahr komplett davon leben. Aber es wäre natürlich schön, wenn ich diese Gelder nicht für die Energiekosten ausgeben müsste, sondern sie mir als Altersrücklage erhalten bleiben. Garantien, dass es in den nächsten Monaten auch ohne diese Rücklagen geht, habe ich natürlich nicht – wer weiß, was kommt. Aber dadurch, dass ich schon lange meinen Konsum hinterfrage, auf möglichst geringe Fixkosten achte, verschafft mir das schon eine Menge Luft, die mir ansonsten vermutlich längst weg geblieben wäre.

Minimalismus bedeutet eben nicht, einfach nur wenig Dinge zu besitzen, man kommt damit auch einfach ein ganzes Stück entspannter und leichter durchs Leben. Darüber bin ich trotz aller aktuellen Belastungen wirklich sehr froh.

Was tun bei finanziellen Engpässen?

Heute trudelte bei mir eine Werbung meiner Bank ins Haus: Man wolle hilfreich sein wegen der aktuellen Inflation und ich könnte günstig einen Kredit bekommen, dann gäbe es ja noch den Dispokredit und mit einer „richtigen“ Kreditkarte (statt Debitkarte) könnte ich die Rückzahlungen aufteilen. Wie verrückt ist so etwas? Da gibt es passenderes:

Rechner und Infos zu finanziellen Hilfen:

Es gibt zahlreiche Informationen zur Optimierung von Ausgaben und Rechner für finanzielle Hilfen, falls es zu eng wird. In solchen Situationen ist es einfach unpassend, Kredite aufzunehmen. Statt dessen mal hier nachschauen – am besten frühzeitig, bevor es eng wird:

1. Infos

2. Finanz-Rechner

Jemand wirft eine kleine Münze in ein rosa Sparschwein

43 thoughts on “Minimalismus und das teurer werdende Leben

  1. Ich bin auch sehr froh, dass ich damals den Sprung in das minimalistische Leben gewagt habe (100 qm versus 28 qm). Es nervt mich zwar, dass immer noch so viel zum Entrümpeln da ist (ich schmeiße es nicht einfach weg, sondern suche nach einem neuen Besitzer über verkaufen, spenden etc. Da ich auf dem Land wohne, kann ich nicht einfach eine Verschenk-Kiste rausstellen, die würde da noch Monate stehen.), aber gleichzeitig ist es auf der Seite der Habenden nun mal einfacher als auf der Seite der Brauchenden.
    Es ist meiner Meinung nach ein riesen Unterschied, ob ich freiwillig weniger konsumiere oder ob ich weniger konsumieren MUSS. Ich verkaufe den Besitz, den ich nicht mehr haben WILL, und nicht, weil ich mir davon Essen kaufen MUSS. Die innerliche Freiheit, notfalls auch ohne viele der Dinge sein zu können, beruhigt mich in meinen Existenzsorgen. Und Minimalismus zwingt einen, kreative Lösungen zu finden. Durch dieses jahrelange Training weiß ich, dass ich mich auf meine Kreativität verlassen kann und es immer irgendwie weiter geht.

  2. Hallo Gabi,
    Vielen Dank für die tolle Linksammlung. Die wird sicher den ein oder anderen helfen. Und bleibt nur zu hoffen das die Preise nicht noch weiter steigen.
    LG Tom

  3. Ich habe ebenfalls eine Gasheizung. Ich rechne daher mit einer Verdreifachung. Bei mir ist das geliebte Vollbad gestrichen, stattdessen ist kurzes Duschen angesagt. Kuschelsocken, warmer Pullover, Wolldecke und Tee helfen mir zu sparen. Ich koche und backe selbst, auch Brot und Gebäck. An Süßkram kaufe ich fast nichts mehr. Das von mir selbst auferlegte wöchentliche Budget ist nicht üppig, aber ich komme erstaunlich gut damit klar. Ich bin eisern -Haushaltsbuch! Meine Fixkosten habe ich, so wie du liebe Gabi, stark minimiert. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe. 1957 in der DDR geboren, kenne ich noch „andere Zeiten“. Deshalb macht es mir jetzt nichts aus, mich etwas einzuschränken. Die fetten Jahre sind wahrscheinlich vorbei. Viele Menschen fliegen jetzt noch ins Ausland oder zahlen auf der Wiesn für eine Maß Bier 13,80 Euro. Es scheint noch genug Geld unter den Leuten zu sein. Viele haben das Haushalten nicht gelernt.

    1. „kenne ich noch andere Zeiten“ – ja, bei mir 4 Jahre später und Westen, aber eben auch noch komplett anders. In den Konsum-90gern habe ich zwischendrin studiert, entsprechend wenig Geld. Dann Bafög zurückzahlen, beruflich war ein kleines Auto nötig. Da ist dieser Hyperkonsum irgendwie an mir vorbei gerauscht.
      Du hast das ja wirklich top organisiert, beeindruckend!

    2. Kriegs- und Nachkriegsgenerationen kennen es noch und zum Teil deren Kinder ( wie ich ). Obwohl dann Geld vorhanden war wurde es zusammengehalten. Verzicht war Pflicht bzw. ein Verschieben von Anschaffungen war der Garant keinen Unsinn zu kaufen. Schuhe wurden zu Ende getragen und nicht nach Mode. Nicht aus Geldmangel sondern weil Dinge einen Wert hatten. Vor dem Vergnügen erst Arbeit dafür oder Sparen oder Warten oder alles davon. Heute : will ich jetzt, sofort , dann eben Kredit.

  4. Ich bin vor gut 2 Jahren umgezogen. Von einer relativ günstigen 50qm Wohnung aus den 50er Jahren mit Gasheizung, Warmwasserversorgung über Gas und Elektrodurchläufer in eine etwas grössere teurere Neubauwohnung mit Fernwärme. Der Grund des Auszugs waren unter anderem undichte Fenster und Türen. Vor kurzem habe ich mal ausgerechnet, was ich dort bei den momentanen Durchschnittsgaspreisen jetzt zahlen müsste…. ca. 4500 €/Jahr, davon würde die Hälfte nach draussen verpuffen. Den privaten Vermieter habe ich mehrfach darauf angesprochen, hat aber leider nichts genutzt.
    Jeden Tag bin ich dankbar, damals diese Entscheidung getroffen zu haben. Die neue Wohnung ist sehr gut gedämmt und Fernwärme verteuert sich bei weitem nicht so stark.

  5. @Tanja Heller: Me too. Wohnung ist nach Auszug Sohn eigentlich zu groß. Liege aber noch bei 6,-/qm kalt. Muss ich nix weiter dazu sagen.

    Vor Jahren Überprüfung Nebenkosten durch Mieterbund: Ihr Verbrauch ist wenig für die Größe der Wohnung. Und nun?

    Andererseits: wenn keiner mehr liquide ist, wollen sie uns dann alle raus schmeißen? Wird schon irgendwie werden. Das ganz schlimme ist, dass durch Krieg und Krise einige Wenige immer mehr haben. Das ist der größte Skandal.

    1. 6 Euro pro QM und dann ist noch der Verbrauch zu gering für die Größe der Wohnung – tja, wäre blöd sowas derzeit zu verändern.
      Bei den Gewinnern der Krise: Da bin ich mal gespannt, wer da gerade deshalb noch den Bach runter geht, weil da irgendwer denkt, er könnte jetzt besonders abzocken. Irgendwo im Osten Deutschlands gibt es eine Gasfirma, die ihre Preise für die Verbraucher derzeit 7-fach erhöht haben – so viel, wie nirgends sonst (eher z.Z. so das ca. 2,5 – 3 fache). Wer Bitteschön bleibt denn da auf Dauer und zahlt 7x mehr, wenn es anderswo deutlich preisgünstiger geht?

  6. Guten Morgen,

    @Uwe Lindenfelser: Klingt so, als ob Dein Lebensentwurf hier einen Gastbeitrag wert wäre.

    Ich hab dieser Tage auf einen Artikel geklickt: Wie ich 5.000,- im Jahr gespart habe. Man sollte u.a. auf das Essen in der Kantine verzichten, auf den Kaffee am Automaten und Zeitschriften Abos kündigen. Ja nee, is klar … 😉 Für manche schon fast ein Schlag ins Gesicht.

    1. Diese Spartipps mit Coffee-to-go etc. …
      Habe da auch öfter solche „genialen“ Tipps gelesen: Standby von TV, Playstation oder Nintendo, Stereo-Sound-Anlage, den 1000 Küchengeräten – tja, aber was macht man mit dem HomePod (Alexa und Konsorten) – das ist echt eine Lachnummer. Das sind so Tipps für Stromsparen bei Geräten, die ich erst gar nicht besitze.

    2. Das erstaunt mich auch immer regelmäßig, dass diese ganzen Spartipps für etliche meiner KollegInnen jetzt neu sind. Ich war schon immer sparsam weil Ökotante :-).
      Eine Kollegin hat kürzlich ihren raketenartigen Durchbruch verkündet, dass sie im Winter jetzt mit Kaschmirkleidung ins Büro kommt damit sie es nicht so aufheizen muss. Sie ist sonst immer in dünnem Polyesterkleidchen, Pumps und Feinstrumpfhose gekommen und ihre Heizung lief deswegen auf 5. Oder der andere Kollege, der seine Hemden jetzt nur nach jedem 2. Tragen waschen wird, sonst bringt er sie täglich zur Reinigung….Und ich arbeite nicht in einer Bank oder einem Aktienkonzern.
      Hätte man sie von Mensch zu Mensch dazu aufgefordert, hätten sie sich von den Verbotsgrünen dominiert gefühlt. Jetzt zwingt sie die aktuelle Situation dazu und ich hoffe, dass sie die neuerlernten Verhaltensweisen beibehalten. So schlimm der Krieg ist, es ist das leider Beste, was den erneuerbaren Energien passieren konnte…Zynisch, aber leider wahr.

  7. Toller Rechner: Ich soll mir einen anderen Stromanbieter suchen. Andere zahlen 39 statt – wie ich – 25 im Monat. Ich soll meine Warmmiete auf 413 drosseln. Von 613. Die finde ich in der Innenstadt laut Vermieteraussagen nicht oder ich muss mich mit 50 wieder an der Uni einschreiben, damit ich sie kriege, weil Studentenstadt. Die Reparaturkosten soll ich von 2 auf 13 Euro im Monat anpassen. Wie Andere. Super Tipps. Ich hab meine Betriebskosten der letzen 5 Jahre verglichen. Warmwasser und Heizung hatte ich jedes Jahr weniger Verbrauch. Heize meist nur ein Zimmer. Trotzdem wird jetzt alles noch teurer. 😥 Bäckerei einmal die Woche bei mir auch weiterhin, Thorsten. Sehe ich nicht ein. Haltet durch.

    1. Was ich nicht genau verstanden habe: Warum der Studentenrabatt? Weil dann die Wohnungen günstiger sind? Oder der Strom? 25€ Strom ist ja echt turbowenig

      Diese Internetrechner sind ja so eine Sache. Da muss man erstmal den Bonus ausrechnen, etc.. Aktuell sind es meistens die Grundversorger-Tarife, die am vergleichsweise günstigsten sind. Selbst die muss man bei uns auf der Webseite erstmal suchen. Der Rechner der örtl. Stadtwerke zeigt immer den teureren Tarif an, Grundversorgung findet man dann irgendwo und ist aktuell günstiger.

      1. Anders. Sie brauchten auf einmal sehr viele Wohnungen für Studenten. Die Stadt hat vermutlich Zuschuss an Vermieter gegeben, aus gewerblichen Räumen Studentenappartements zu machen, die jetzt nur an diese vermietet werden. Aus dem Karstadt wurde Uni. Aus dem Knast wurde Uni. Wo Niko Paech jetzt ist.

        1. Das ist ja abgedreht, aber ok, dann eben an der Uni einschreiben… da wäre dann ja auch noch das Semesterticket. Wer weiß, ob es was brauchbares wird mit dem 9-Euro-Ticket-Nachfolger.
          Tja, könnte man flexibles Denken und Handeln nennen. Hauptsache, es funktioniert.

          Generell ist das praktische an solchen Rechnern: Man bzw. frau kann sich dran halten, muss es aber nicht. Ich nehme mir die positiven Aspekte da raus und vergesse den Rest einfach.

    2. Ja, der Mut und die Wut sind unterschiedlich verteilt. Mein „Bäcker“ ist eine Industriekette, die seit langen Jahren auf gemütlich macht und eine riesige Fabrik im Süden der Stadt betreibt, die die Rohlinge herstellt. Der Unterschied zu den Discountern ist nicht groß. Der Aufbackautomat verrät es.

  8. Ich war mehrfach einkaufen und zunehmend ist die Atmosphäre wie in einem Museum oder einer Kirche. Die Menschen gehen still und schweigend von Ware zu Ware , von Regal zu Regal. Sie suchen Bekanntes, was vielleicht noch erschwinglich ist. Jeder gestiegene Preis lässt den Atem stocken. Kann ich mir das noch leisten ? Kann dieser Preis stimmen ? Ich sehe keine vollen Einkaufswagen mehr. Dafür mehr Menschen, die sich den Wagen sparen und das Notwendigste mit den Händen zur Kasse tragen. Das Katzenfutter gab es vor 6 Monaten für 2,29€, jetzt 3,89€. Butter, Fisch, Fleisch alles Luxus. Gemüse geht noch, sogar Brot. Aber nicht in der Bäckerei. Da sollte ich über 5€ zahlen , für ein mittelgroßes Brot. Rückwärts wieder raus, auch dort kommt das Brot voll mit Chemie aus der Fabrik.

    1. Mein Kaffee ist nicht teurer, weil ich ihn nur im Angebot und dann im Vorrat kaufe. Ich nutze immer dieses Angebotsblättchen. Höre auch das Gejammer, dass dieser Kaffee 7 Euro kosten würde. Allerdings zahle ich unter 5 Euro dafür. Brot 3,95 für 1250 g in diesem Blättchen. Ich kaufe mir ein halbes und lasse es schneiden. Obst und Gemüse kaufe ich auch vieles im Angebot. Und Bio Weiderindfleisch. Ich kann auch von Bulgur ein paar Tage leben. Kalt lecker als Müsli. Oder von Nudeln. So merk ich wenig von den höheren Lebensmittelpreisen. Ich gebe pro Woche noch dasselbe Geld aus. Hm.

      1. Es sind tatsächlich manche Sachen überdimensional teuer, andere deutlich weniger. Du machst das schon genau richtig: Sehr gut vergleichen, Angebote nutzen.

        1. Immer einen kleinen Vorrat haben und die Produkte zukaufen, wenn man sie günstig bekommt. Höchster Preis ist, wenn er bei dir zu Hause ausgegangen ist und du fünf vor Kassenschluss in irgendeinen Laden hechtest und dann für 10€/kg oder mehr kaufen musst. Ich meine Minimalismus hilft auch hier. Weil Planung und Augen offenhalten besser ist als instinktgetrieben dem Konsum nachzulaufen. Der ein oder andere wird es jetzt lernen müssen.

  9. Oh ja, durch den minimalistischen Lebensstil, haben wir auch Rücklagen und brauchen uns nicht zu sehr sorgen. Allerdings, wenn alles weiter explodiert bei den täglichen Lebensmitteleinkäufen, dann ist irgendwann auch die beste Rücklage zu Ende. Ich hoffe ja, dass es nicht soweit kommt. Irgendwann müssen doch auch mal die Politiker und Entscheider aufwachen und merken, dass die Bürger an ihre finanziellen Grenzen kommen. Denn viele die bisher nicht sonderlich gespart haben, haben vieles an der Backe, was ja weiter bezahlt werden muss. Solche Verträge und Verbindlichkeiten wird man ja nicht so schnell los, da gibt es Kündigungsfristen.
    Ich denke es wird vielen das Genick brechen.

    1. Diese vielen Verträge und Abos sind aktuell gruselig, insbesondere wenn das solche sind, aus denen man nicht mal eben rauskommt. Ich habe 2 Jahresverträge (Hausrat, Haftpflicht, zusammen im ø 4,78 im Monat. Dann Prepaid Jahrestarif (Jahr: 55€). Das geht, alles andere ist für mich indiskutabel.

  10. Der Minimalismus tut so gut für die Seele. Es ist wohltuend mit wenig auszukommen, ohne sich eingeschränkt zu fühlen. Ich denke ein Gutes hat dieser derzeitige Umstand :
    Erstens wird die Einschränkung des Konsums der Umwelt gut tun, zweitens wird der ein oder andere seinen eigenen Überkonsum überdenken ( es wäre schön wenn es auch die wären, die sich trotz Preissteigerungen noch alles locker leisten können)
    Schlimm aber ist, daß viele in die Verarmung getrieben werden und darüber könnte ich wirklich heulen.

    1. Ein Desaster ist es auch für die, die knapp überhalb der üblichen Sozialleistungen sind (ALG2, Wohngeld) und damit aus allen Unterstützungen rausfallen. Da gibts Leute, die sich überlegen, ob es überhaupt noch lohnt zu arbeiten – sowas ist schräg.

      1. Hmm, ist grad hier im Umfeld die Stimmung, die ich wahr nehme.
        Meine Nachbarin (die seit einem Jahr verwitwet ist), arbeitet in der Gebäude Reinigung. Sie und Ihr Mann mussten immer wieder mal mit Hartz IV aufstocken. Da hatte sie schon vor ein paar Jahren ausgerechnet, dass sie komplett mit H.IV 100,- weniger hätten, kein Auto mehr bräuchten (Arbeitsweg) und ansonsten in den Tag hinein leben könnten. In solch einer Situation befinden sich viele. Auch sog. Normalverdiener und sicher auch etliche, mit einem auf den ersten Blick gutem Einkommen. Ich sehe hierin erhebliches Potenzial für Spannungen. Was die Politik möglicherweise katastrophal unterschätzt.

        1. Diese Branche bezahlt definitiv viel zu wenig, leider. Für ALG2-Aufstocker wird es aber ab nächstes Jahr tatsächlich besser. Die Freibeträge fürs Aufstocken (also Arbeit plus demnächst Bürgergeld) werden etliches besser. Genau deshalb, damit es sich lohnt, trotzdem noch arbeiten zu gehen. Heizkostenübernahme ist natürlich aktuell auch sehr hilfreich.

        2. Wir gehören zum Mittelstand und bei uns kommt gar nichts an außer Erhöhungen bei den Angaben. Für manche Zeitgenossen gehören wir damit zu den „Besserverdienenden“. Bei den Steuersätzen ist das aber ein Witz. Es ist wie es ist : jeder ist dran und knappst.

    2. Ich lebe schon so lange nach dem Motto „wenn es schief gehen sollte musst du dir wenigstens nichts vorwerfen“. Sparsamkeit, Minimalismus, Distanz zur aktuellen Mode in jeglichem Bereich. Lieber langweilig und tiefsinnig als bunt und oberflächlich.

  11. Eins haben die Menschen in diesem Land verlernt: spare bei Zeit ,dann hast du es wenn du es brauchst.Die schlimmste Falle ist die Schuldenfalle! Seit den achtzigern Jahren hat man uns nur auf Konsum gedrillt um an unser Geld zu kommen.Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben keine Rücklagen auf der Seite und schlittern jetzt in die Zahlungsunfähigkeit. Es war nie so leicht an Geld zu kommen wie in den letzten Jahren. Die Banken schmeißen uns die Kredite hinterher oder die Autohäuser. Minimalismus hat mich persönlich zu einem sehr reichen Menschen gemacht! Nicht an Geld aber an Zeit. Ich arbeite nur noch 3 Tage die Woche und habe dafür 4 Tage Zeit mein Leben zu leben.Meine Einnahmen reichen sehr gut aus meine Haushaltskosten zu decken und noch Rücklagen zu bilden. Zeit ist das kostbarste was wir haben.Zeit ist nicht Geld, Zeit ist Leben,Zeit ist Liebe! Wer sich nur mit Konsumieren befasst wird kein Zeit haben um zu leben. Geld muss rangeschafft werden um noch mehr zu konsumieren.Ohne mich ,aus dem Kreislauf bin ich ausgestiegen und habe es nie bereut. 4 Tage Zeit für das Wesentliche mehr brauche ich nicht.

    1. Ich denke auch, dass dieser oft extreme Konsum Ursache für viele Desaster ist. Auch bin ich der Meinung, dass Rücklagen bilden eben nicht nur für die Rente mit 40 da ist. Wie schnell sich eine Lebenssituation ändern kann, haben wir in den letzten Jahren ja genügend gesehen.
      Die Hans-Böckler-Stiftung schreibt, dass rund 2/3 netto kein oder nur ein geringes Sach- oder Geldvermögen haben, 27% aller Erwachsenen besitzen nichts oder haben Schulden. Diese Zahlen sind echt erschreckend. Dort wird aber auch vermutet, dass die Einführung von ALG2 zu einem stärkeren Entspannen beigetragen hat. https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-vermoegen-nur-jeder-dritte-hat-reserven-6400.htm . Beim ALG2-Nachfolger soll sich ja in dem Punkt auch nochmal was verbessern. – Es sind aus meiner Sicht aber auch durchaus viele Gut- und Durchschnittsverdiener, die nahezu alles ausgeben, was monatlich rein kommt – entsprechend sind wenig oder kaum Rücklagen da.

      1. In meinem Umfeld trifft das irgendwie nicht zu. Wer Eigentum bildet , z.b. durch Immobilienkauf oder Aktiensparplan wirft das Geld nicht mit Reisen nach Nepal im Designerkostüm raus. Vielleicht hängt es vom Stadtteil ab….

  12. Da gebe ich dir völlig Recht, jetzt einen Kredit aufzunehmen, um die Mehrkosten zu finanzieren, ist die schlechteste Lösung. Denn auch der Kredit will irgendwann zurückgezahlt werden und dann steht man vor demselben Problem. Da ist es wirklich sinnvoller, sich zu überlegen, wo man einsparen kann. Deine Auflistung ist da definitiv hilfreich!
    Und ein bisschen weniger von allem würde vielen von uns gut tun. Wir sind es gewohnt, alle Wünsche sofort und ohne Nachdenken zu befriedigen und wissen den Luxus, in dem wir leben, oft gar nicht zu schätzen. Auch wenn es bei uns allen im Geldbeutel schmerzt, ich bin froh und dankbar, in einem friedlichen Land in einer (halbwegs) warmen Wohnung zu sitzen.

  13. Für Selberkocher lohnt sich auch ein Schnellkochtopf, um Energie beim Kochen zu sparen. Besonders wenn man auf Herdplatten kocht, die nach dem Abschalten noch Restwärme abgeben. Die Lebensmittel sind in etwa einem Viertel der Zeit gar. Mit einem Siebaufsatz auf Füßen kann man sogar Salzkartoffeln und Gemüse gleichzeitig kochen. Unten die Kartoffeln und oben im Siebeinsatz das Gemüse. Je nachdem wie klein die Kartoffeln geschnitten sind, anheizen, fünf bis sieben Minuten kochen, dann Herd ausschalten und den Rest des Garvorganges erfolgt über die Resthitze aus Topf und Herdplatte.
    Für Gemüsesuppe schnippel ich das Gemüse richtig klein (Gurkenhobel mit Einsatz, um Stifte zu schneiden.) Dann habe ich nach dem Aufheizen nur noch zwei Minuten Kochzeit. Den Rest erledig die Nachhitze.

    1. Wer einen Schnellkochtopf hat und nutzt, schwärmt regelmäßig davon. Die eingesparte Energie ist ja auch nicht unerheblich. Ich konnte mich aber irgendwie nie damit anfreunden, habe aber auch keine Kochplatten mit Restwärme. Kleinschnibbeln und weniger Kochzeit ist ja wirklich nochmal eine sehr einfache, aber effektive Idee.

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