Finanzen – meine Ausgaben

Ich sitze bei einer morgendlichen Tasse Kaffee und genieße es immer wieder: Dieser wunderbare Blick aus dem Küchenfenster. Dieser herrliche Blick ist in der Miete drin, dafür muss ich kein Geld zusätzlich bezahlen. Sowas nenne ich Lebensqualität in einer verrückten Zeit.

Blick aus dem Küchenfenster auf grüne Bäume

Die Preise steigen und da ich inzwischen einige Male gefragt wurde, wie ich das mit meiner 40%-Teilzeit-Stelle überhaupt mache, heute mal ein paar Zahlen. Ich habe lange überlegt und dann entschieden: Reden wir mal über das, was hier bei uns in Deutschland als gut gehütetes Geheimnis gilt: Über Geld. Von irgendwas müssen wir ja alle leben und warum aus diesem Thema ein Geheimnis machen? Das ist Unsinn, schließlich müssen wir alle schauen, wie wir das mit den Ein- und Ausgaben hinbekommen. 

Meine Fixkosten 2021 und 2022

Hier mal eine Tabelle über meine durchschnittlichen monatlichen Fixkosten von 2021 im Vergleich zu jetzt, also Juli 2022 und die Differenzen bzgl. gestiegenen oder gefallenen Kosten:

2021 2022 Differenz
Miete (Bruttokaltmiete) 289,60 € 294,60 € 1,7 %
Gas 42,00 € 85,00 €

102,4 %

Strom 29,00 € 31,00 €

6,9 %

Rundfunkgebühr 18,36 € 18,36 €

0,0 %

Versicherung Haftpflicht 2,33 € 1,93 €

-17,2 %

Versicherung Hausrat 3,88 € 3,00 €

-22,8 %

Internet 11,98 € 11,98 €

0,0 %

Handy Prepaid-Jahrestarif 4,58 € 4,58 €

-0,0 %

Webseite 5,31 € 5,02 €

-5,6 %

Gesamt 407,05 € 455,46 €

11,9 %

 

Miete

Bei der Steigerung der Miete handelt es sich um gestiegene Nebenkosten. Ich wohne in einer Wohnungsgenossenschaft in Dortmund. In Berlin, Hamburg oder München sähen meine Kosten für die Miete natürlich nochmal ganz anders aus. Solche Mieten könnte ich mir schlichtweg nicht leisten. Zur Zeit laufen Modernisierungen in meinem Wohnblock, sind diese abgeschlossen, wird sich die Kaltmiete nochmal erhöhen (ca. 50-60 Euro), aber dafür werden sich die Heizkosten um 10-15% reduzieren.

Energie

Über die Energiepreise muss man kaum sprechen. Mein Gaspreis ist bereits verdoppelt. Dank des Tipps von Thorsten vom ehemaligen Blog via-simplex.de, habe ich mir ein mobiles Infrarot-Heizgerät zugelegt. Die Idee ist, weniger Grundwärme mit Gas in der gesamten Wohnung und ergänzend gezielte Wärme, da wo ich mich gerade aufhalte, z.B. am Esstisch oder Schreibtisch, wenn es mir dort zu kalt wird. Finanziert habe ich dieses Gerät rein rechnerisch über das eingesparte Gas von 2021 bis 2022. Ich werde durch den geringeren Gasverbrauch im August vorraussichtlich zw. 190€ und 195€ zurück erhalten. Mein Stromabschlag lag zwischendurch bei 32€, wurde aber wegen geringerem Verbrauch auf 31€ gesenkt. Durch das Infrarotgerät wird der Stromverbrauch absehbar höher werden, aber dafür explodiert der Gaspreis dann nicht so.

Infrarot-Heizgerät

Ansonsten schaue ich auch immer wieder, wofür ich eben kein elektrisches Gerät benötige. Filme und Reportagen kann ich mir auch am Tablet anschauen, da brauche ich keine wandgroßen TVs. Auch zu früheren Zeiten hatte ich maximal ein 37cm-TV-Gerät. So etwas ist reine Gewohnheit. Elektrische Küchengeräte verwende ich möglichst sparsam oder gar nicht. Roboterstaubsauger, Homepods und Co. kommen mir eh nicht in die Wohnung.

Versicherungen

Inzwischen habe ich zusätzlich zur privaten Haftpflicht, dann doch wieder eine Hausratversicherung. Die Kosten hierfür sind mit durchschnittlich monatlichen 3,00€ einschl. Versicherung gegen Elementarschäden überschaubar. Bei gestiegener Lebenshaltung möchte ich im Zweifelsfall von meinen Rücklagen nicht noch eine neue Wohnungseinrichtung finanzieren müssen. Die Versicherungen schaue ich regelmäßig durch, die Preisreduzierungen waren bei der selben Versicherung. Ich habe daher den alten Tarif gekündigt und einfach den neuen Tarif abgeschlossen. Auch das war sehr komfortabel, 4,93€ für beide Versicherungen sind zudem überschaubar. Daher bleiben sie.

Internet / Smartphone

Mein Internet ist zwar klein (20 MBits Download und 1 MBit Upload), aber dafür mit 11,98€ im Monat recht preisgünstig. Es ist ein alter Vertrag, inzwischen ist es auch dort ein paar Euros teurer. Man braucht dafür einen Kabelanschluss, den ich ohnehin über die Nebenkosten bezahle. Mein mobiles Internet und Telefonieren läuft über einen Prepaid-Jahrestarif. Kosten: 59,95€. Zum Geburtstag bekomme ich da einen 5€-Gutschein, daher komme ich rein rechnerisch auf 4,58€ für jährlich 12GB mobiles Internet und 1200 Einheiten Telefon + 1200 Einheiten SMS. Das reicht locker. Ich bevorzuge wegen meiner Schwerhörigkeit eh Videochat wegen der besseren sprachlichen Verständlichkeit.

Bei der Webseite bekomme ich je nach Vorauszahlungszeitraum Rabatte. Ich habe vor einigen Wochen auf 24 Monate Vorauszahlung umgestellt, daher ist auch dort der Preis gesunken. Ich kann bei meinem Anbieter jederzeit wieder umstellen, Restkosten bzw. Restguthaben werden dann verrechnet. Sehr komfortabel, die Webseite läuft dort auch gut, weshalb ich dort auch schon so lange bin.

Variable Kosten

Bei den variablen Kosten liege ich aktuell bei durchschnittlich 491€. Darin nicht enthalten sind Sonderkosten wie ein Urlaub an der Nordsee im Mai diesen Jahres und Ausgaben für Wohnungsinventar, wie die Anschaffung der Küchenmöbel (so etwas finanziere ich aus Rücklagen). Ansonsten ist da alles drin: Essen, Kleidung, Freizeit, Gesundheit, etc. etc.. Ich habe mehrere Lebensmittelgeschäfte hier im Umfeld, daher kann ich Preise gut vergleichen.  Bei meinen Freizeitausgaben gehöre ich eher zu den sparsamen Menschen. Im Durchschnitt sind dies 10€. Da hat natürlich auch Corona reingespielt, aber nicht nur. Ab und an mal ins Café – ja klar, aber nicht ständig. Konzerte, Kino nutze ich kaum noch, was vorrangig mit meiner Schwerhörigkeit zu tun hat. Aber auch früher war so etwas eine Besonderheit und keine Dauergewohnheit. Da scheinen sich u.a. auch die Zeiten geändert zu haben. Ich wundere mich oft, welche hohen Ausgaben manche Leute für ihre Freizeitgestaltung haben. Da wäre ich irgendwann kurz vor der Pleite. Es gibt zum Glück genügend Aktivitäten, die nichts kosten und die auch schön sind. Einen Kaffee kann ich hier auch Zuhause kochen (da schmeckt er eh besser!), da habe ich lieber für Besucher mal ein paar Tassen mehr im Schrank. Das macht genau so viel Spaß und ist eben längst nicht so teuer. Fahrtkosten sind auch extrem gesunken, seit ich in der Innenstadt wohne. Fast alle Wege im Umfeld von 2 – 3 Kilometern mache ich konsequent zu Fuß. Vor Nutzung des 9 Euro-Tickets in diesem Sommer, lag ich bei ca. 10€ im Monatsdurchschnitt.

Was mir hilft

Was mir hilft, meine Kosten den Umständen entsprechend relativ niedrig zu halten, ist das Haushaltsbuch, welches ich seit Mitte der 90er-Jahre verwende. Ich lese monatlich Strom- und Gas ab, ich schaue mindestens jährlich Internet- und Versicherungstarife durch. Auf Zusatzkosten für Streamingdienste und sonstige Abos verzichte ich ganz. Wohnen ist teuer geworden, daher bleibt es bei meiner kleinen 1-Zimmer-Genossenschaftswohnung. Denn – Minimalismus sei Dank – ist mein Motto: Weniger Kram = weniger Platzbedarf. Manchmal habe ich immer noch das Gefühl, in einem Tanzsaal zu wohnen.

Finanzen zu optimieren dauert, es ist letztlich ein fortlaufender Prozess. Ich finde es wichtig, meine Ausgaben und meinen Lebensstil so zu gestalten, dass ich mich auf das, was mir wichtig ist, konzentieren kann, aber möglichst keine unsinnigen Ausgaben dabei sind. Mir macht das auch ein wenig Spaß, Tabellenkalkulationen sind da eine wunderbare Sache. Wie es weiter geht mit den Preisen: Ich weiß es nicht, ich weiß aber, dass ich einen guten Überblick über meine Finanzen habe und durch Minimalismus (ohne minimalistisch-stylisches Schicki-Micki-Zeugs) auch eine gute Übersicht über mein Konsumverhalten.

Wer Interesse hat, welche Anbieter etc. ich nutze: Das kann ich gerne beantworten, aber dann schreibt mich bitte per Email an, da ich hier keine direkte Werbung machen möchte. Am besten zusätzlich auch mal selbst recherchieren und alle Ausgabenposten auf den Prüfstand stellen. Es lohnt sich 🙂

Ach ja, fast hätte ich es vergessen und um es vollständig zu machen: Ich werde seit letztem Jahr endlich nach normalen Gehaltstarif bezahlt (TvÖD, SuE 12). Alles was übrig bleibt, geht in die kurz- und langfristigen Rücklagen, insg. knapp 300€, sowie – endlich mal wieder – 1 x jährlich Weihnachtsgeld (70% brutto).

33 thoughts on “Finanzen – meine Ausgaben

    1. Das ist sicher der Vorteil an einer Wohnungsgenossenschaft, die ja gemeinnützig ist und weder dem Aktienhalter, Investoren, noch dem Privatbesitzer dienen muss. Aber hier werden die Mieten auch steigen – man bekommt aber auch was dafür. Meine neuen Fenster sind z.B. ein absoluter Traum im Vergleich zu vorher.

  1. Vielen Dank liebe Gabi für diese Transparenz in einem Thema, bei dem wir ja – zumindest so meine Wahrnehmung – eher „zugeknöpft“ sind.
    Ich finde es sehr faszinierend, mit wie wenig Du auskommst und dabei auch noch Rücklagen bilden kannst. Natürlich wohnst Du relativ günstig, aber es geht ja auch immer um die Relation von Einkommen und Ausgaben. Bei mir sieht das deutlich anders aus. Ich konsumiere immer dann zu viel, wenn ich gestresst bin. Blöderweise stresst mich mein Job. Immer im Urlaub merke ich dann, was mir wirklich wichtig ist und wie meine Lebensqualität eigentlich aussieht. Das sind dann interessanterweise die Sachen, die oft wenig oder gar kein Geld kosten. Ich muss dringend raus aus dem Hamsterrad! Das geht nur eben nicht von heute auf morgen. Aber es geht. Danke für den erneuten Denkanstoß. Komm(t) gut durch die nächsten heißen Tage!

    1. Hallo Steffi, meine Situation war damals durchaus ähnlich bzgl. des Hamsterrades und die Überlegung war auch, wie ich da am besten raus komme. Das hat auch etliche Jahre gedauert, bis ich auf dem jetzigen Stand war. Nachträglich klingt das alles einfach („hach, warum habe ich das nicht schon eher gemacht?“), aber wenn man davor steht und überlegt, was sich ändern lässt, ist das auch nicht so einfach und besteht aus endlos vielen, kleinen Schritten. Es hat sich aber gelohnt.

      1. Liebe Steffi,

        ich wünsche Dir, dass Du einen Weg da raus findest. Und uns davon erzählen kannst. Auch ich konsumier immer noch zu viel. Allerdings bringt mich das Reduzieren nicht mehr weiter. Ganz im Gegenteil: manches hätte ich jetzt sogar gebrauchen können. Nicht dringend, aber na ja. Am allerschwersten fällt es mir allerdings, im Kopf auf- und auszuräumen. Ein Phänomen unserer Zeit.

  2. Hallo Gabi,

    tolle Auflistung. Danke! Bei den Wohnkosten sind wir fast gleich. Habe Erdgeschoss in Berlin, Terrasse und Garten. So schön ist das nicht immer, wenn die Mieter im Haus blöd werden oder sind. Habe andauernd Kippen, Müll, Essenreste bei mir rumliegen, weil einige von oben einfach alles runter werfen. Manchmal liegt auch was schweres rum, wie eine Blumentopf. Zum Glück hat es bis jetzt noch keiner auf den Kopf bekommen. Mehrere Bekannte in Erdgeschosswhg. mit Terasse haben das gleiche Problem. Und nein, ich wohne in keiner schlechten Gegend. Die Leute werden nur immer bekloppter und haben immer mehr scheißegal Einstellung. Der Müll kommt meist von Studenten. Reden mit denen ist zwecklos.

    1. Dann lebst du für Berliner Verhältnisse aber wirklich sehr günstig. Das ist ja super. Die Vermüllung ist ja heftig. Ich kenne aber auch das Problem (leider auch gerade von einigen Jüngeren und speziell Studenten), denen es wirklich komplett egal ist, wie es im und ums Haus herum aussieht und die von gegenseitiger Rücksichtnahme noch nichts gehört haben. Du könntest überlegen, die Betreffenden auch mal schriftlich zu warnen und wenn nichts passiert, auch den Vermieter mal mit einzubeziehen. Ich denke an sowas wie gewerblicher Reinigungsdienst, den die Verursacher dann halt über ihre Nebenkosten mitfinanzieren dürfen. Aber keine Ahnung, ob sowas bei euch läuft.

      1. Schade, dass ihr auch das Problem habt.
        Verwaltung mischt sich manchmal ein, wenn es zu heftig wird.
        Dann läuft es für eine Weile wieder.
        Zuviel Stress will ich aber auch nicht machen, weil es meine Energie kostet.
        Ich ändere die Menschen nicht. Das müssen sie von sich aus wollen.

        1. So heftig wie bei euch, ist es hier nicht, da habe ich mich zu ungenau ausgedrückt. Ich kenne solche Probleme grundsätzlich gut. Aktuell sind es hier eher die Feier-Teenies, die hier ab und an mal die Straße runter laufen und nachts vergessen, dass Leute hier schlafen wollen. Oder Leute, denen nicht auffällt, wenn der Hausflur saudreckig ist. Wenns gar nicht läuft, zu sehr nervt und die Leute nicht reagieren, gibts aber Adressen, wo ich mich hinwenden kann. 💪

  3. Wunderbare Aufstellung,
    unglaublich minimalistisch. Ich gehe jetzt vor die Tür und heul rum, nein natürlich nicht 😉 Es ist eine Motivation.

    1. Naja, ich muss da ja auch keinen Familienhaushalt berücksichtigen, habe kein Haus, keinen Garten zu versorgen, etc. – da ist das natürlich schon auch etwas einfacher. Dafür ist bei mir allerdings Nord- und Ostsee ziemlich weit weg. Ein Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket vom Ruhrgebiet dorthin wäre eine stundenlange Endlosveranstaltung.

  4. Hallo Gabi,
    vielen Dank für die Aufstellung Deiner Fixkosten. Als ich deine Mietkosten gesehen habe, habe ich erst einmal neidisch gekuckt. Die Mieten im Landkreis München sind so hoch, dass je nach Ortsteil Mietkosten (kalt) für eine Person nach SGB2 (Hartz4) in Höhe von 630 bis 740 Euro übernommen werden (Stand 2022). Im Umland gibt es zwar auch billigere Wohnungen, aber dann gibt es in der Regel nur einen minimalen öffentlichen Nahverkehr, der in den Schulferien auch noch eingestellt wird, was die Anschaffung eines Autos notwendig macht. Schließlich muss man auch zur Arbeit, wenn die Kinder Ferien haben.
    Trotzdem hat mich deine Liste veranlasst meine Fixkosten kritisch durchzusehen und ich bin auch fündig geworden. Zwei Posten werde ich kündigen. Andere Mehrkosten kann ich nicht abbauen, wie die Monatskarte Nahverkehr um auf die Arbeit zu kommen oder ich will sie nicht abbauen, wie den Sportverein, weil mir der Sport in Gesellschaft Freude macht. Ein weiterer Posten ist die Altersvorsorge, für die jeden Monat Geld abgeht, aber das ist in gewisser Weise eine aufgeschobene Ausgabe und dringend nötig, damit ich später nicht die Margarine vom Brot sparen muss.

    1. Hallo Violetta, ich denke, die Gegend in und um München ist da ein komplett anderes Pflaster. Das sieht man u.a. auch daran, dass hier in Dortmund das Jobcenter bei Einzelpersonen bis maximal 350€ Kaltmiete übernimmt. Das ist also etwa die Hälfte. Es ist wirklich schon sehr unterschiedlich. Ich hoffe mal, dass beim ÖPNV jetzt endlich auch mal auf dem Land mehr passiert. Und die Altersvorsorge finde ich natürlich auch mega wichtig. Das läuft bei mir unter dem Posten „langfristige Rücklagen.“

  5. Gabi, bei Deinen Versicherungen kann ich nur mit den Ohren schlackern. Wahnsinn, wie wenige Kosten da anfallen und wie hoch meine Ausgaben für Versicherungen sind. Alleine die Berufsunfähigkeitsversicherung kostet 110 Euro im Monat. Dann noch Hausrat, Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko fürs Auto, vier OP-Versicherungen für meine Katzen, Geräteversicherung, Zahnzusatzversicherung, Krankenzusatzversicherung für mehr Leistungen und irgendwas habe ich sicher noch vergessen. Die Nebenkosten für die Wohnung liegen bei 316 Euro, Strom bei 65 (die Wohnung ist auch ziemlich groß). Was für ein Unterschied zu Deiner Auflistung – vielleicht kann ich bei meinen was eindampfen, da schaue ich mal.

    1. Ich schaue bei Versicherungen regelmäßig durch und wechsle im Bedarfsfall auch. Sowas lohnt sich definitiv immer! Ich habe allerdings auch kein Auto mehr und Katzen habe ich auch nicht. Berufsunfähigkeitsversicherung wollte mich schon vor Jahrzehnten nicht wegen damals irgendwelcher Kleinigkeiten. Tja inzwischen bin ich froh drum, jetzt brauche ich sie nämlich absehbar nicht mehr. Die Krankenzusatzversicherungen wären ähnlich: Die versichern am liebsten das Risiko, was nicht da ist. Mich würden sie nicht wollen – wieder Geld gespart. Die wichtigen Sachen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse auch.

      Ich hatte mal vor etlichen Jahren eine Zahnzusatzversicherung – damals ein klasse Tarif. Aber wie oft nutze ich das? Ich habe die Zahnzusatzversicherung dann gekündigt. Das eingesparte Geld kann ich auch so zur Seite legen und davon mögliche Zahnbehandlungen bezahlen. Das ist kostengünstiger. Die beste Versicherung ist immer noch die, die man nicht braucht.

      1. Ich setze mich auf jeden Fall nochmal ran, wobei die Zahnversicherungen die besten sind. Ich glaube, die haben sich schon zigfach bezahlt gemacht. Hochwertige Keramikfüllungen bezahlt meine Kasse nicht und bei mir knallt immer wieder was weg. Die hat sich in den letzten Jahren schon total gelohnt. Die OP-Versicherungen für die Katzis auch. Die Autoversicherung war nach einem Unfall auch schon sinnvoll, aber vielleicht kann ich eine der beiden reduzieren. Wie Du schreibst, die Kosten wird man nur los, wenn man kein Auto hat. Das ist für mich aber alternativlos. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hört mit 60 auf, das dauert noch paar Jahre. Im Fall der Fälle wäre die monatliche Zahlung aber schon ordentlich, das übersteigt die 110,- Beitrag mehrfach. Da werde ich vermutlich nur eine gute Lösung finden, indem ich die monatlichen Kosten versuche zu drücken, damit das nicht mehr so ins Gewicht fallen würde, Die wäre ich schon gerne los. Deine Auflistung ist eine gute Anregung! Danke.

        1. Ja, da ist natürlich auch jede Situation anders und immer mal wieder durchschauen, Einzahlungen und Rückerstattungen gegeneinander aufrechnen ist sicher immer gut.

  6. Die Miete durfe sich bei uns in 3 Jahren nur insgesamt um 19% erhöhen, Gabi. Laut Mieterschutzzentrale. Modernisierung und zuvor schon mal die NK Erhöhung. Wie bei uns damals. Und: habt ihr eine Mietsenkung für die Zeit der Modernisierung?

    1. Ehrlich gesagt: Ich bin froh, dass hier was gemacht wird. Die Miete hält sich im Vergleich auch nach Abschluss der Arbeiten im Rahmen. Davon kann man woanders nur träumen. Alleine die neuen Fenster sind schon jetzt eine große Entlastung. Unsinnige Sachen sind nicht dabei. Bei der Energiepreisentwicklung ist es sowieso das beste, was mir aktuell passieren kann.

      Was vielleicht bei einigen Leuten als Luxus bezeichnet wird, ist eine künftige Klingel mit Videoanlage. Für mich ist das kein Luxus, sondern ein großer Glücksfall! Ich bin schwerhörig, verstehe über die Gegensprechanlage fast nichts. Ich weiß meistens nicht genau, wer da vor der Tür steht und ob ich diese Person überhaupt ins Haus lassen will. Über die Videoanlage sehe ich dann schonmal, ob es wirklich der Paketbote ist oder jemand, der sich nur als solcher ausgibt. D.h., die Lösung jetzt hat für mich deutlich mehr Vorteile. Da belasse ich es gerne bei der jetzigen Wohnung, auch wenn die 1.OG ist und nicht EG.

  7. Wie ich auf check24 sehe, ist zwar alles günstiger als Telekom, nur steht da, ich muss den router wieder dazu buchen. Mit der Telekom hätte ich auch wieder Kündigungsfristen einzuhalten. Und mich stressen schon die paar Minuten auf der check24 Seite. Zumindest hab ich die Versicherung ja gewechselt und spare da ein. Eine Erdgeschosswohnung mit kleiner Sitzfläche aussen fände ich für dich im Alter schön, Gabi. Ohne Gartenarbeit.

    1. Nicht alles, was preisgünstig aussieht, ist es auch. Den Preis der Nerven, die man lässt, muss man natürlich auch dazu rechnen 😉
      Erdgeschoss mit kleiner Sitzfläche: Ja, wäre schön im höheren Alter, aber aktuell komplett unrealistisch. Ins 1. OG kommt man aber üblicherweise im Alter auch noch gut hin, ins 2. OG wird es schon deutlich schwieriger. Das sind zumindestens meine Beobachtungen der letzten Jahrzehnte. Bei deutlicher Gehbehinderung kann es auch im Erdgeschoß schwierig werden. Meistens sind das auch noch ein paar Treppenstufen, manchmal Hochpaterre. Da würde es eh nicht reichen. Also am besten immer schön beweglich bleiben.

  8. Hallo Gabi, sag,fehlt da nicht Wasser/Abwasser oben in der Aufstellung ? Ansonsten ist die Wohnung ja wirklich günstig. Bei uns hier ( südl. Niedersachsen) sind grad die Preise für die kleinen Wohnungen hochgeschossen. Aus dem Grunde wohnen wir immer noch in einer grossen Wohnung (95 qm, 480 kalt) die aber sehr günstig ist. Selbst bei den Nebenkosten liegen wir niedrig, da das Haus gut gedämmt ist, in der Wohnung alles neue Fenster usw sind.
    Eigentlich würden wir gerne wieder eine Wohnung im Erdgeschoss mieten ( die jetzige 2. OG ohne Aufzug, wir werden schließlich nicht jünger), aber momentan sieht es so aus das uns die kleineren Wohnungen locker 200 Euro Warmmiete im Monat mehr kosten würden. Mal sehen vielleicht ändert sich das ja wieder. Viele Grüße

    1. Wasser/Abwasser ist in den Nebenkosten drin. Sämtliche Nebenkosten liegen aktuell bei 86€. Das war vor ein paar Jahren auch noch deutlich günstiger.
      Ich hätte eigentlich auch gerne nochmal Erdgeschoßwohnung mit Dusche (eben wegen Alter und so), ist mir aber auch zu teuer, würde schätzungsweise ca. 100€ teurer selbst innerhalb der Genossenschaft. Das Geld geht dann lieber in die Rücklagen. 1. OG geht aber auch gut.

      1. Ah, verstehe.
        Ja, man wird nicht jünger und gesünder. Wir haben halt Bedenken wie wir die Treppen hoch schaffen,wenn wir mal 70 oder älter sind. Haben wir total ausgeblendet als wir vor 11 Jahren hier eingezogen sind.

        1. Das ist ja ein sehr häufig anzutreffendes Problem. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute durchaus in kleinere Wohnungen ziehen würden, wenn es denn etwas passendes gäbe. Das man beispielsweise für die halbe Quadratmeter unterm Strich mehr bezahlt als vorher, sowas macht kein Mensch.
          Ich hoffe, ihr findet da irgendwann noch eine passende Lösung. Ein großes Problem ist so etwas nur, wenn man kurz vor knapp (also wenn es eigentlich schon zu spät ist) erst anfängt sich Gedanken zu machen.

    2. Für den Quadratmeterpreis und selbst für die Kaltmiete würdet ihr nachvollziehbar woanders nicht etwas finden, was günstiger ist. Nachvollziehbar, dass ihr es so lasst, wie es ist.

      1. Früher hieß es : Mieter sind mobil, Besitzer sind immobil. Es hat sich verkehrt. Aber wahrscheinlich kann derzeit niemand richtig gut die Immobilie wechseln, alles ist teuer. Aber irgendwann wird sich auch das wieder einrenken, es dauert nur so lange.

        1. Und die mobilen Immobilienbesitzer (Tinyhouse) können ihr Haus zwar überschaubar aufwändig bewegen, aber da fehlen dann Stellflächen und Grundstücke und die Frage ist, wohin mit dem Tinyhouse? Tja, kann man nur hoffen, dass sich in dem gesamten Bereich mal irgendwann endlich was verbessert.

          1. Tatsächlich hatten wir auch schon überlegt mobil zu wohnen, sprich ein Wohnmobil oder ähnliches. Aber ist das wirklich auch bequem im Alter ? Ich würde sagen eher nicht, man stelle sich vor wie sowas mit körperlichen Beeinträchtigungen zu vereinbaren ist. Ich möchte wirklich nicht vom schlechtesten ausgehen, allerdings ist es ja so wie du schon sagtest: man sollte nicht so lange warten bis die Lage prekär ist. @ Thorsten Ich hoffe das sich der Wohnungsmarkt wieder etwas ändert, wenn Vermieter keinen mehr finden der diese teilweise verrückten Mieten zahlen kann. So wie es momentan aussieht könnte das schon bald der Fall sein.

            1. Auch ein mobiles Haus ist ein Haus. Man muss sich darum kümmern. Daran muss ein Besitzer einfach auch Spaß haben und dann auch körperlich bis ins höhere Alter in der Lage dazu sein. Bei mir würde es schon am Spaß hapern. Und z.B. irgendwann mit 80+ noch irgendwo hochkrabbeln um ins Bett zu kommen – oh, nein Danke.

              1. Das mobile Haus hat auf die Wohnfläche gerechnet wahnsinnig hohe Energiekosten, wir haben mindestens 6 Monate Heizbedarf in Deutschland und leben nicht in den südlicheren USA oder Südeuropa.

            2. Vor zig Jahren konnten Mitarbeiter von Hamburg nach München wechseln. Der Haustarif hätte 1000 DM mehr Gehalt im Monat gebracht. Nicht ein einziger ist gegangen, das Geld hätte den Verlust an Kaufkraft gerade wegen der Miete nicht ausgeglichen. Wahnsinn, wer kann sollte da aus München weg.

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