Gas sparen

Gestiegene Kosten

Inflation, in vielen Bereich steigen die Kosten. Natürlich trifft das auch den minimalistischen Haushalt und auch ich überlege, wie ich damit umgehe. Die Gaspreise sind schon vor Beginn des Ukraine-Desasters gestiegen. Bei mir von zunächst 42€ auf 51€, inzwischen liegt mein Monatsabschlag bei 85€ – also das Doppelte für für Heizen und Warmwasser. Wobei ich da fast noch Glück habe. Ich beziehe nicht nur den Ökostrom, sondern auch sog. CO2-neutrales Ökogas von einer kleinen, aber langjährig bestehenden Genossenschaft aus Norddeutschland. Der örtliche Versorger würde für konventionelles Gas in der preisgünstigsten Kategorie 115,62€, also nochmal 30€ mehr verlangen.

Die Wohnungsgenossenschaft renoviert und modernisiert hier gerade den Häuserblock, in dem auch ich wohne. Es gibt u.a. neue Fenster, Dachboden- und Kellerdeckendämmung. Meine leicht verzogene Wohnungstür wird dann auch erneuert. Ersparnis der Heizkosten soll bei ca. 15% liegen. Dafür steigt die Grundmiete, aber derzeit ist das dann definitiv das kleinere Übel im Vergleich zur Heizenergie. Denn die Fenster und Wohnungstür meiner Wohnung haben inzwischen einige Alterserscheinungen. Die Kälte geht z.Z. doch schnell durch jede Ritze. Ich bin froh, wenn dies endlich besser wird. Irgendwann wird auch die Heizungsanlage erneuert, die Gasthermen kommen weg. Aber das ist momentan noch ein paar Jahre entfernte Zukunftsmusik.

Mein Gasverbrauch

Da ich ohnehin schon lange der Meinung bin, dass mein Gasverbrauch für eine 40m2-Wohnung mit rund 6600m3 pro Jahr für Heizen und Warmwasser sehr hoch ist, habe ich mich die zurückliegenden Monate schon um eine deutliche Einsparung von Heizkosten bemüht. Das ist mir zum Glück gelungen. Hier mal ein Vergleich des m3-Verbrauchs von Januar bis Mai jeweils 2021 und 2022:

Grafik Reduzierung des Gasverbrauches

Unübersehbar wird der politisch motivierte Anteil an der Einsparung ab März deutlich. Der Ausbruch des Urkraine-Kriegs hat natürlich auch mich nicht unbeeindruckt gelassen und so hat dies nochmal meine Motivation, Gas zu sparen, deutlich gepuscht. Im Mai war es dann nur 1 x so kalt, dass ich die Heizung dann doch mal kurz angestellt habe. In der wärmeren Jahreszeit benötige ich ohnehin keine Heizung, sondern nur Warmwasser.

 

Meine Gas-Einsparung-Aktionen der letzten Monate

Ich habe schlicht und einfach vorrangig nur das Thermostat runter gedreht. Ergänzend nutze ich schon seit endlos langer Zeit immer auch ein Hygrometer um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Dadurch lässt es sich möglichst optimiert lüften und heizen. Weder sollte es zu feucht werden, noch die Wände komplett auskühlen.

Zusätzlich habe ich im letzten Winter tagsüber fast nur noch die Küche genutzt und die Tür zum Wohn-/Schlafraum geschlossen.

Blick auf die Sitzecke in der Wohnküche
Warme Gaseinspar-Gemütlichkeit in der Wohn-Küche. Meinen Schreibtisch nutze ich aktuell auch als Esstisch. Am Bildrand links unten sieht man meine Fleecedecken, die ich im Winter gerne nutze. Der rechts zu sehende alte Klapptisch ist wieder repariert.
Das grüne Teil an der Wand ist die Gästematratze. Die Küche hallt durch die wenigen Teile und ich wollte mir nicht extra einen teuren Akustikschaum kaufen. Die Matratze erfüllt die gleiche Funktion.

 

Hilfreich waren insbesondere meine beiden Fleecedecken aus dem Sozialkaufhaus. Eine Decke um die Schultern, eine Decke um die Hüften und Beine. Also quasi eine Art zweigeteilter Winter-Kimono. Es sah schon ein wenig abenteuerlich aus, aber dafür war mir auch bei max. 19 Grad kuschelig warm. Ein wenig lustig war das nebenbei auch noch. Eigentlich nutze ich diese Fleecedecken an kühlen Tagen auf dem Balkon, aber auch in der Wohnung leisten sie mir wirklich gute Dienste. Mein Badezimmer heize ich ohnehin nur, wenn ich es zum Duschen brauche und ansonsten wirklich nur an den ganz kalten Tagen. Der Miniflur hat keine Heizung, braucht auch keine – mehr Räume habe ich nicht, zum Glück.

Gas sparen – Minimalismus ist praktisch

Ich stelle mir vor, ich würde nur deshalb eine größere Wohnung benötigen, weil ich so viel Zeugs hätte oder der Meinung wäre, ohne extra Wohnzimmer mit ausladender Sofagarnitur ginge die Welt unter… Das hieße dann ja, ich müsste in dem Fall zusätzliche Heizenergie benötigen und bezahlen… Es ist ja nicht nur mein Geld, was dabei drauf geht, sondern in diesen Zeiten insbesondere das Gas als solches. Ich möchte nicht, dass der Herr P. aus R. am Ende für seinen unsäglichen Krieg durch meinen Dinge- und Wohnraumkonsum unnötig mehr Geld bekommt. Der Umwelt tut es in Zeiten des Klimawandels auch gut, wenn sich der Energieverbrauch reduziert.

Minimalismus ist sehr praktisch. Meine 1-Zimmer-Wohnung mit Wohnküche und Wohn-/Schlafraum reicht mir völlig. Meine Küche ist ca. 15m2 groß, da würde im Bedarfsfall sogar problemlos noch mein Bett reinpassen (was aber nicht nötig ist). Jede Menge Platz in der kleinen Wohnung. Ich habe nicht nur Gas gespart, sondern auch Geld. Ich finde das sehr schön.

 


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52 thoughts on “Gas sparen

  1. Sehr motivierend! Ich werde bald auch alles „winterfest“ machen und auf meinem Blog teilen. Dazu werde ich noch ein wenig kreativ. In dieser Hinsicht bringt Minimalismus so viele Vorteile mit sich. 🙂

    1. Ich habe kürzlich meine Jahresabrechnung erhalten: Ca. 1000 kWh weniger, als im Vorjahr und (vorläufig) 11 Euro weniger im Monat. Es lohnt sich wirklich, da etwas zu unternehmen.

  2. Energie sparen. „Jede Kilowattstunde zählt“ sagte ein Minister. Da bin ich voll bei ihm. Nur wundere ich mich, wenn im TV dann von Autorennen berichtet wird. Das ist schwer auszuhalten.

  3. Hallo,

    mir kommt Minimalismus mal wieder sehr entgegen. Durch die neuen Heizpreise muss ich den Fußenbodenbelag ergänzen/besser isolieren, sonst wird heizen einfach zu teuer in meiner Erdgeschosswohnung.

    Also alles ausräumen.
    Das wird bei den wenigen Möbeln relativ schnell erledigt sein. Vor allem weil es keine Möbelmonster gibt.
    Glück gehabt.

    Viele Grüße

    Sonja

  4. Zum Glück, habe ich im Moment kein Problem mit dem Wohnungsmarkt (klopf auf Holz), aber ich kenne das.
    Wir haben im letzten Spätjahr schon angefangen, einige Maßnahmen zu ergreifen, um die Gaskostensteigerung etwas abzufedern. Ich habe dicke Vorhänge für die Fenster genäht, die kein Außenrollo haben. Auch die Wohnungstür hat einen dicken Vorhang. Das macht schon was aus.
    Eine Decke haben wir auch auf dem Sofa liegen. Die hat da ihren festen Platz. Ist schön kuschelig. 😊 In der kalten Jahreszeit haben wir auch immer eine Thermoskanne mit heißem Tee stehen. Tee wärmt nicht nur den Magen, sondern auch die Hände (wenn man die Tasse in den Händen hält.)
    Generell tüftele ich zur Zeit an Methoden, Energie einzusparen. Dabei versuche ich die Methoden, die man noch zwei Generationen nutzte, in die jetzige Zeit zu übertragen.
    Unsere Altvorderen haben es uns eigentlich schon vorgelebt. Wir müssen eigentlich nur genau hinschauen.

    1. Deine Ideen (für Interessierte hier: https://miteigenenhaenden.de/konsumreduzierung-sparen/energie-sparen-der-praktische-teil/) sind wirklich klasse. Ich nutze im Winter auch sehr gerne neben den Thermorollos, die ich eh habe, meine Vorhänge (die sind aber weniger dick).
      Generell mal zu schauen, welche Uralt-Ideen man reaktivieren kann, ist eine super Idee. Das ist meistens recht gut umzusetzen und gerade, wer eine Wohnung gemietet hat, kann ja nicht mal so eben ein anderes Heizungssystem installieren etc.. Auch Hauseigentümer müssen ja die Kosten im Blick haben und ins Verhältnis setzen.

      1. Das bringt sicher etwas. Allerdings ist bei sehr dichten und isolierten Wohnungen und Eigenkonstruktionen immer zu beachten woher dann noch Frischluft kommt. Neue Häuser haben eine elektrische Zwangslüftung, sonst geht der Sauerstoff aus.

        1. Bei den neueren und sehr isolierten Wohnungen ist ja ohnehin die Frage, ob sich sowas dann lohnt. Da sehe ich auch eher das Problem, dass man noch genügend Lüftung hat. Meistens kommt man auf solche Ideen mit dicken Vorhängen etc., wenn man eher im weniger gut isoliertem Altbau sitzt.

  5. In unserem Haus (Baujahr ca. 1959) wurde in dem Jahr, in dem ich eingezogen bin (2011), das Dach gedämmt. Das brachte was. meine Wohnung hat doppelt verglaste Fenster. Auch gut. Vor ein paar Jahren habe ich eine neue Gastherme einbauen lassen – die ist effizienter. Ich wohne nicht zur Miete.
    Der Installateur riet, dass alle Heizkörper ganz aufgedreht sein sollten. Blockiert eine Verbrauchsstelle weil geschlossen, kann das die Therme kaputt machen. Die habe ich bezahlt, die muss noch lange halten, also „Feuer frei“. Zum Glück gibt’s einen guten Thermostat, der steht seit März auf tagsüber 20 Grad, wenn ich daheim bin, sonst 19 Grad wegen der Katzen, nachts 16 Grad. Mein Verbrauch ist seitdem gesunken. Ich liege derzeit so bei 700 bis 1000 m³ Gas im Jahr für Heizen und Warmwasser für ca. 60 m² + Mansarde über meiner Wohnung, die automatisch mitgeheizt wird. Vor der neuen Therme war es um ein gutes Drittel mehr. Das hängt außerdem auch immer davon ab, wie kalt und lang der Winter ist. Und die Therme lasse ich jährlich warten, das hilft auch beim Verbrauch-Niedrighalten. Trotzdem sehe ich der Jahresabrechnung sehr skeptisch entgegen.

    1. Oh, das ist ja richtig viel, was du mit der neuen Therme einsparst. Meine Therme ist leider schon ein älteres Modell. Die lässt sich auch nicht ganz so super genau einstellen.
      Ich kontrolliere seit ewigen Zeiten am Monatsende den Zählerstand bei Strom und Gas. Ich habe mir ein Tabelle mit ein paar Formeln gemacht, wenn ich den Zählerstand eintrage, sehe ich gleich monatlich, wo ich stehe. Das schon meine Nerven.

  6. Hallo und ein netter Gruß in die Runde!
    Da habe ich selber es wohl vergleichsweise gut. Ich wohne in der Nähe von Hamburg und seit einem Jahr in einer 76qm goßen Neubauwohnung (knapp 1000 Euro warm).
    Die hat ihren Preis (11Euro pro qm), aber alles an Annehmlichkeiten, die ich mir nur wünschen kann, Fußbodenheizung, Außenjalousien usw.
    Dazu kommt, dass es sich um eine Neubauwohnung mit KFW55 Standard handelt, also ein Standard, der einen hohe energetische Einsparung beinhaltet.
    Das macht sich jetzt besonders bei den Nebenkosten bemerkbar und Gas kann wunderbar eingespart werden. Hier ist es warm, wo jemand anders die Heizung anstellen muss.
    Eigentlich wollte ich mich verkleinern, denn die Wohnung ist für mich alleine viel zu groß. Aber ob es sich lohnt jetzt noch in eine kleine Neubauwohnung, woanders, zu ziehen, die preislich schon wieder gestiegen sind (kleine Neubau Wohnungen sind teils teurer als meine große jetzt), ist fragwürdige. Ich bin jedenfalls sehr froh, in der der heutigen Situation so eine energiesparende Wohnung zu haben.

    1. Wenn ich das so richtig überblicke, ist das für Hamburg ja ein richtig guter Preis und dann noch hohe Standards bzgl. Energie. Das ist in der heutigen Zeit wirklich super.

    2. Hallo Susanne, bei mir wird das auf Sicht dasselbe sein. Wenn meine Kinder in etlichen Jahren ausgezogen sind, sitze ich allein in 80qm und vier Zimmern. Heillos zu viel. Aber die Miete ist super günstig und ich mag Wohnung und Bezirk. Würde ich mich auf eine 2 Zimmer Wohnung verkleinern, würde ich vermutlich sogar immer noch mehr zahlen als jetzt, also wird es sich für mich vermutlich auch nicht lohnen

      1. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig zeigt es auch, was auf dem Wohnungsmarkt falsch läuft, weshalb man natürlich erst recht selber schauen muss, dass man unter den gegebenen Umständen einfach auch die beste Lösung findet.

        1. Die pro Person beanspruchte Wohnfläche ist der Knackpunkt. Alle schreien „zu wenig Wohnungen“, aber die Ansprüche sind gestiegen, die Baubestimmungen natürlich auch. Wie viele Senioren leben „zu groß“ ? Das können sie natürlich, aber dann dauert es eben bis Familien etwas finden.

          1. Ja, die zur Verfügung stehende Quadratmeterzahl pro Person ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr geworden. Mich wundern auch solche Angebote wie z.B. 2 Zimmer-Wohnung, 120m2 oder 150m2 … Was soll sowas? Joggingstrecke in der Wohnung? Familien suchen schon seit Jahrzehnten passende Wohnungen. Das ist echt kein neues Problem.
            Eine zeitlang gab es hier mal für Senioren Beratung und Hilfe beim Umzug, wenn diese eine kleinere Wohnung nehmen. Leider ist das Projekt irgendwann eingestampft worden.

            1. Die großen Räume verbrauchen extra viel Energie , es fühlt sich immer irgendwie kalt an , zumindest in älteren Wohnungen

              1. Was ein Grund wäre, solche Wohnungen mit Zeugs vollzustellen – genau das widerum ein Grund nicht umzuziehen, weil man hat ja so viel Kram, wie soll der in die neue Wohnung passen und das ist auch so viel Arbeit…. Da wäre man dann bei Rattenschwanz oder auch Teufelskreis.

      2. Hallo Martina,

        kleine Wohnungen sind derzeit absolut der Renner und kosten dementsprechend viel. Besonders dann, wenn der Standard neu/wertig ist, da die eben sehr energiesparend sind.
        Ich selber bin von einem 140qm Haus und großem 700qm Garten in die 76qm Wohnung gezogen. Konnte auch nicht lange suchen, da es bereits Käufer für mein Haus gab. So habe ich sofort zugegriffen, quasi die 1. Wohnung, die ich besichtigt habe. Und sie ist und bleibt echt super. Habe aber 2 Jahresvertrag. 1 Jahr bereits um, dann schaue ich weiter.

        1. Liebe Susanne, ist es üblich in Deutschland, dass die Verträge automatisch verlängert werden oder ist die Wohnung in einem Jahr dann wirklich weg? Hier in Österreich gibt es immer mehr befristete Mietverträge, die aber meistens nur als Sicherheitsnetz dienen, damit der Vermieter unangenehme Mieter aus der Wohnung bekommt. Können zb auch 10 Jahre sein, was dann doch ein langer Zeitraum ist. Lässt man sich nichts zu Schulden kommen, wird automatisch verlängert.

          1. Der Vertrag endet ohne wenn und aber, sonst wäre es kein Zeitmietvertrag.
            „Gemäß § 575 BGB lässt sich eine Wohnung auch für begrenzte Zeit mieten. Die Dauer kann indivuduell festgelegt werden. Wenn das Mietverhältnis endet, hat der Mieter keinen Anspruch auf eine Fortsetzung des Vertrages. Eine ordentliche Kündigung während der vereinbarten Mietdauer ist weder seitens des Mieters noch seitens des Vermieters möglich. Den Mietvertrag zu beenden, ist nur außerordentlich möglich – nämlich dann, wenn sich eine der Vetragsparteien einer Pflichtverletzung schuldig gemacht hat.“
            Quelle https://www.immonet.de/umzug/wissenswertes-rechtliches-mietvertrag-zeitmietvertrag.html

          2. Hallo Martina, in diesem Falle handelt es sich um eine Mindestmietdauer (kein Zeitvertrag) von 2 Jahren, danach wird der Vertrag normal weiter geführt oder eben gekündigt, wobei hier in Deutschland der Vermieter die Mieter nicht mal eben so rauswerfen kann.
            Ich habe auch eine Mietrechtsschutzversicherung abgeschlossen, vorsichtshalber. Aber Miete ist für mich neu, da jahrelang Eigenheimbesitzerin. Aber warum sollte ein Vermieter, wenn die Miete pünktlich gezahlt wird, rauswerfen wollen? Ich bin immer ganz brav(nicht) *Heiligenscheinlächeln

      3. Hallo,

        Das geht meinen Eltern (96 qm) ebenso, wobei meine Mama möchte aus emotionalen Gründen nicht ausziehen. Nur die würden einfach auch nichts Günstigeres finden, außer die Genossenschaft, bei der sie wohnen würden einen Tausch genehmigen einschließlich der Mitnahme der aktuellen Miete. Meine Eltern wohnen dort seit ca. 33 Jahren.

        Auch wir, 3köpfige Familie, würden uns verkleinern (ca. 115 qm), würden aber überhaupt nichts Kleineres finden. Wobei unser Gasverbrauch glücklicherweise noch niedrig ist, aber weiter reduzieren können wir ihn kaum, da Schimmelgefahr… Einzig das Duschen kann aufs Minimum reduziert werden.
        LG Nadine

  7. Meine Wohnraumtemperatur liegt schon seit Jahren bei 18°C und das Schlafzimmer wird gar nicht geheizt. Notwendig sind diese niedrige Temperaturen, weil ich in einer Dachwohnung lebe, die dürftig gedämmt ist und die Fenster teilweise so undicht sind, dass ich im Winter die Ritzen mit Schaumstoff zustopfe. Aber außer wenig heizen und im Winter abends Vorhänge zuziehen fällt mir nichts ein, um Energie zu sparen. Eine kleinere Wohnung würde mir auch reichen, aber der Wohnungsmarkt in meiner Region ist so extrem angespannt, dass ich froh bin eine Wohnung zu haben. Kollegen mit kleineren Wohnungen zahlen fast alle mehr Miete als ich. Und die haben keine Luxuswohnungen oder so etwas.

    1. Das klingt ja gruselig, 18 Grad finde ich dann schon sehr kalt. Das klingt schon nach defekten Fenstern, die müsste der Vermieter eigentlich mal reparieren. Und klar, da kannst du sicher nichts mehr einsparen. Der Wohnungsmarkt ist genau das Problem, ganz allgemein und in einigen Gegenden ganz besonders. Hier im Ruhrgebiet sind die Mieten natürlich auch gestiegen. Durchschnittsmiete lt. Mietspiegel 9,14€ in Dortmund, ich habe auch nach Modernsierung weniger, aber in manchen Ecken ist es ja nochmal deutlich teuer – und zwar auch die zugige Bruchbude. Leider.

      1. Wir hatten das in unserer letzten Wohnung auch. Die war katastrophal gedämmt (teilweise gar nicht). Wir hatten im Winter nie mehr als 18 oder 19 Grad und im Flur waren es ungelogen 7-9 (war ein kleines „Hinterhaus“, der Flur war gleichzeitig ein Treppenhaus). Ich hab erst nach dem Auszug gemerkt, wie viel Kraft diese Kälte gekostet hat und wie negativ sich das auf buchstäblich ALLES ausgewirkt hat.
        Jetzt haben wir das Gegenteil. Wir haben eine kleine Sandwichwohnung und müssen nur wenig heizen. Im ersten Jahr waren wir noch die Kälte der alten Wohnung gewohnt und hatten tatsächlich nur 20€ Heizkosten. Das wurde allerdings jetzt auch skuzessive mehr. Wir heizen aber mit Fernwärme. Ich bin gespannt auf die Abrechnung.

        1. Oh je… na ein Glück habt ihr es da jetzt besser. Das ist wirklich erschreckend, wie viele zugige, kalte Wohnungen es noch gibt. Da ist einfach nix mit 10% Einsparung bei den Heizkosten, wie es unser Wirtschaftsminister vorgeschlagen hat, weil das ja immer ginge…

      2. An die niedrige Temperatur hatte ich mich nach einem Winter gewöhnt. Allerdings trage zu Hause auch warme Pullover, Strümpfe und wärmende Nicki- oder Jersey-Hosen. Und auf dem Sofa liegt im Winter eine Wolldecke bereit, die des Nachts über die Bettdecke kommt. Ich muss also nicht frieren. Diese Jahr wird es für das Schlafzimmer neue Dachfenster geben (der Zimmermann hat schon alles ausgemessen) und das zugigste Fenster wurde schon repariert. Das Haus gehört halt einer älteren Dame, die jedes Jahr ein oder zwei Erneuerungen durchführen lässt. Die neuen Dachfenster werden meine gesamte Kaltmiete eine Jahres aufbrauchen.

        1. Die aktuelle Kaltmiete beträgt hier 21,79 Euro pro qm (Stand 31. Mai 2022). Zum Glück bezahle ich deutlich weniger. Deswegen möchte ich auch keine andere Wohnung suchen.

        2. Da hast du ja fast noch ein wenig Glück, die Vermieterin bemüht sich ja. Für die privaten Vermieter ist das mitunter auch nicht so einfach zu stemmen. Bei den Wohnungsgenossenschaften sind das ja ganz andere Voraussetzungen, da spielt sich das in größeren Dimensionen ab, da sind ganz andere Preise möglich.

  8. „Zusätzlich habe ich im letzten Winter tagsüber fast nur noch die Küche genutzt und die Tür zum Wohn-/Schlafraum geschlossen.“

    Das war bei meiner Oma normal. Nur die Küche war mittags geheizt und das Wohnzimmer nur nachmittags glaube ich. Die Wärme hielt sich mit dem Ölofen bis in den Abend. Ich fand es als Kind extrem. Aber in den kalten Schlafzimmern schlief es sich mit dicken Oberbetten herrlich.

    1. Ja, irgendwie ist das auch ein bisschen extrem, aber das hat schon etliches eingespart. Im nächsten Herbst/Winter ist dann hier ja durch bessere Wärmedämmung auch etwas einfacher. Einen Raum kaum zu nutzen, obwohl ich ihn habe, ist schon eine schräge Nummer.

      1. Gabi, ich heize auch nur die Küche. Dass ich da schlafe, ist etwas schräg. Die Straße heize ich gleich mit. Ungedämmtes Dach. Im Keller ist die Therme für das ganze Haus. Ich träume von einem eigenen Thermostat auf meiner Etage. Ich heize das ganze Jahr durch. Selbst im Hochsommer sind die Nächte nicht warm.

        1. „Die Straße heize ich gleich mit.“ – Du hast wirklich eine wunderbare Art, etwas zu beschreiben. 👍 Es ist erstaunlich, bei wieviel Häusern noch so gar nichts gedämmt ist.
          Letztlich ist die Variante, dass man vorrangig die Räume heizt, wo man sich auch aufhält ja logisch. Dann ist das eben schräg oder extrem – dafür ist dann ja die Abrechnung auch nicht ganz so schräg und extrem.

        2. Ich käme genau genommen auch mit viel weniger (zu heizenden) Quadratmetern klar, als meine knapp 42qm. Es gibt ja auch inzwischen kleinere Wohnungen, aber die sind in der Regel im Luxusseqment angesiedelt und derart teuer… Keine Ahnung, ob da die Wände mit Blattgold verputzt wurden… Manchmal sind es auch nicht Mini-Luxuswohnungen, sondern einfach nur die Abteilung Totalschrott.

          1. Genau. Nach 1000 Inseraten in Köln war von der Nachtspeicherheizung (Totalschrott) bis zum anderen Extrem: Fußbodenheizung alles dabei. Nur die Mitte fehlt. Vielleicht bin ich auch nicht upgradet und gehobene Ausstattung ist heute Standart. Brauche ich aber alles nicht. Mir wäre ein alter Heizkörper ohne diese kleinen Öffnungen wegen der Stauballergie am liebsten. Der Umzug dauert noch eeeewig. Die Wohnung ist weiter belegt.😥 Die kleinen Wohnungen sind mir zu teuer. Dann kann ich auch hier bleiben.

            1. Oh je, so eine Warterei, aber macht ja Sinn. Ist ja wirklich verrückt, dass kleine Wohnungen so endlos teurer sind. Ich habe noch das Glück dieser alten Röhrenheizkörper, bei Stauballergie wirklich viel besser.

    2. @Thorsten: Fandest du das vielleicht damals auch deshalb extrem, weil es nicht mehr so wirklich in die Zeit passte? Das war ja nicht selten bei Leuten mit extremen Armutserfahrungen, dass die aus einigen Verhaltensweisen nicht mehr rausgekommen sind.

      1. Hallo Gabi,
        ich denke dass die Wohnungen früher nicht durchgängig geheizt wurden, selbst bei Wohlbetuchten nicht. Kohle, Öl, Holz musste herbeigeschafft, Asche weggebracht und das Feuer betreut werden. Die Häuser waren auch nicht so gedämmt wie heute. Ich schreibe hier von einer Zeit vor der Zentralheizung. Die Wohnung meiner Oma hatte keine. Zwei Zimmer hatten gar keine Heizung. Und das war vollkommen normal. Ob es solche Wohnungen noch gibt , wer weiß. Bis in die 80er gab es sie mindestens.

        1. Stimmt, das war nicht nur sehr teuer, sondern auch sehr mühselig. – Noch 2007 habe ich mir mal genau so eine Wohnung angeschaut (aber nicht gemietet!). Da gabs einen einzelnen Ölofen (den ich der Vormieterin abkaufen sollte), ansonsten keinerlei Heizung. – Hollaho, hatte ich schon fast vergessen…
          Hier in der Gegend waren bis in die 80ger-Jahre rein auch noch viele Wohnungen mit Kohle.

    3. Da hätte ich die Befürchtung, mir Schimmel in die Wohnung zu holen wegen des Taupunkts wenn dann doch mal warme Luft auf die kalte Wand trifft. Bei mir sind es daher nur 3 Grad Unterschied zwischen Wohnzimmer und Schlafzimmer.
      Früher ging das gut weil die Häuser noch nicht so massiv gedämmt waren.
      Seit ich mal in so einer Schimmelbude souterrain wohnen musste, bin ich ein Lüftungsjunkie geworden. Und auch hier profitiere ich vom Minimalismus: Wenn man die Wände nicht mit Regalen vollpflastern muss, kann sich dahinter auch kein Schimmel bilden.

  9. In unserer Wohnung wurden auch die Fenster erneuert. Es ist unglaublich wie viel weniger man heizen muss. Im Badezimmer ist es zum Beispiel nur noch ein Drittel des Verbrauchs vom Vorjahr, da war es mit dem alten Fenster wirklich oft unangenehm kalt. Ansonsten machen wir es auch so das wir die Heizungszeit im Jahr deutlich verkürzen und Strickjacke oder Fleecejacke anziehen anstatt Heizung aufreissen .

    1. Das klingt ja wunderbar. Da reduzieren sich ja nicht nur die Heizkosten, sondern es ist einfach mehr Wohlbefinden. Die Fenster hier sind zwar Kunststofffenster, aber scheinen eine relativ alte Generation zu sein, da steht innen im Rahmen nicht mal der Jahrgang.

  10. Moin Gabi,
    wir hatten in der Alten Wohnung (ungedämmter Altbau) ja auch Gasheizung/Warmwasser da lag unser Verbrauch bei knapp 8000 m3 für 60 qm2 mit zwei Personen und einer Durchschnittstemperatur von 21,5 Grad, das ist relativ wenig gewesen. Ich denke da liegst du mit der Annahme, das dein Verbrauch hoch ist wohl richtig.
    Dann drück ich dir Daumen, dass die Maßnahmen die da jetzt gemacht werden, helfen.

    Lg Aurelia

    1. Moin Aurelia. Ich habe hier eine Wohnung aus den Dreißigern des letzten Jahrhunderts. Da war die Bausubstanz und Wärmedämmung nicht so prickelnd. In den ersten Jahren waren die Sommer sehr heiß und relativ lang, kein Corona und damit kein Teil-Homeoffice. Da fiel das nicht so ins Gewicht und war deutlich weniger. Aber ab 2020… herrje…
      Leute von gegenüber, wo schon alles fertig ist, haben erzählt, es sei deutlich besser. Man müsse viel später im Herbst erst mit heizen anfangen, daher habe ich berechtigte Hoffnung.

        1. Ja, es passt dann z.Z. besonders gut. Wobei es natürlich niemanden Spaß macht, wenn die Kosten steigen. Aber wenn es schon so ist, ist es das definitiv kleinere Übel mehr Grundmiete zu zahlen, aber auch mehr Komfort und Wärmedämmung zu haben, als das Geld nur zum Schornstein raus zu heizen.

          1. Als hier Neubau war kostete die Kaltmiete10,xx Euro/ Quadratmeter. Ein Riesengeschrei, wie teuer das sei. Durch die Wärmedämmung sind die Nebenkosten aber so niedrig, dass heute keiner mehr schreit. Die Leute können oder wollen nicht rechnen. Kaltmiete schreckt ab.

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