Fixkosten – was kostet mich der berufliche Ausstieg?

Gerade jetzt, wo ich jetzt vorzeitig aus meinem Beruf ausgestiegen bin und die nächsten Monate alles selbst finanziere, habe ich mir meine Ausgaben nochmal genauer in den Blick genommen. Hier mal ein kleines Update meiner Fixkosten – im Vergleich dazu auch die alten Zahlen (siehe auch hier)

Mein Fixkostenvergleich

2021 2022 2023
Miete (Bruttokaltmiete) 289,60 € 294,60 € 360,01 €
Gas 42,00 € 85,00 € 46,00 €
Strom 29,00 € 31,00 € 38,00 €
Rundfunkgebühr 18,36 € 18,36 € 18,36 €
Versicherung Haftpflicht 2,33 € 1,93 € 1,78 €
Versicherung Hausrat 3,88 € 3,00 € 2,56 €
Internet / Handy 16,56 € 16,56 € 19,99 €
Webseite 5,31 € 5,02 € 5,02 €
Gesamt 407,05 € 455,46 € 491,72 €

 

Wohnen

Die höheren Kosten fürs Wohnen sind eine Preiserhöhung von 63,41€ Euro für Modernisierungsmaßnahmen, der Rest sind erhöhte Betriebskosten. Ich habe jetzt u.a. endlich sehr viel bessere und dichte Fenster, keine verzogene Wohnungstür, die Haustür ist dicht, es gibt Rolläden, etc. – wirklich sehr erleichternd.

Energiekosten

Der Gaspreis lag zwischenzeitlich bei 126€, mit Gaspreisbremse wollte der örtliche Grundversorger immer noch 97€. Ich bin im Juni zu einem anderen Grundversorger gewechselt und zahle dort jetzt 46€. (Hier ein Gaspreisvergleich)

Strom ist einfach „nur“ teurer geworden. Ich könnte da nochmal wechseln, dies brächte aber nicht so viel, dass ich deshalb vom jetzigen Ökostromanbieter weg gehen würde. Dort gibts Strom aus 100% Windenergie, es ist ebf. eine Genossenschaft und es läuft einfach auch sehr unkompliziert.

Internet

Meine Internetkosten sind etwas höher, da ich auf meinen günstigen WLAN-Anschluss verzichtet habe (lief nicht gut, der Router nervte total). Ich habe einen mobilen Unlimited-Tarif für knapp 20€. Der fehlende Router spart mir seit November letzten Jahres einiges an Stromkosten. Trotz Backofen, den ich jetzt habe und regelmäßig nutze, liegt mein im Juni abgerechneter Jahresverbrauch etwa 16kwh niedriger. Mal schauen, wo ich da nach einem Jahr ohne WLAN-Router stehe. Die diversen Streamingdienste und sonstige Unterhaltungs-Abos nutze ich nach wie vor nicht.

Sonderausgaben

Von Mai bis einschl. August 2023 kommen noch Kosten für das Deutschlandticket dazu. Das waren also in diesen Monaten dann 49€ mehr, die monatlichen Fixkosten lagen in diesem Zeitraum bei 540,72€. Ab September werde ich das Deutschlandticket aber vorerst nicht mehr nutzen. So viel fahre ich derzeit nicht, außerdem möchte ich die Kosten die nächsten Monate einsparen. Ich erhole mich langsam von PostCovid, eine zwischenzeitliche Zerrung am Fuß wird auch besser. Also kann ich allmählich meine Fußwege wieder ausweiten und auf etliche Bahnfahrten gut verzichten. Andererseits bin ich auch noch nicht so fit, dass ich große oder weite Wege fahren würde. Daher passt das erstmal gut so.

Übergangsweise (August – Febr.) werde ich meine Krankenversicherung selber zahlen müssen, da ich in dieser Zeit nicht arbeiten werde. Das sind dann nochmal 220,11€ im Monat. Die Kosten fürs letzte Deutschlandticket werden im Juli bereits abgebucht, so dass ich von August bis Februar erhöhte Fixkosten von 706,81€ habe. Für meine Verhältnisse ist das sehr viel. Wie im letzten Beitrag bereits geschrieben: Es ist mir die Sache bzw. meine Gesundheit wert. Wie sagt der Volksmund so passend: „Krankheiten gibts viele, Gesundheit nur eine.“

Zum Glück habe ich kein Auto

Interessant ist die Gesamtsumme der Fixkosten. Die haben sich zwar erhöht und liegen nun (ohne zwischenzeitliche Deutschlandtickets und Krankenversicherung) bei knapp unter 500€ im Monat. Das ist aber gerade mal der Betrag, den mich laut ADAC-Liste mein damaliger Kleinwagen heute monatlich kosten würde (einschl. verrechneter Anschaffungskosten). Ich habe das Auto 2016 verkauft, vorher jahrelang genauestens Buch geführt. Die ADAC-Liste stimmte damals recht genau mit meinen Ausgaben überein, daher ist das schon ein guter Anhaltspunkt.

D.h., mit dem was mich heute ein vergleichbarer Kleinwagen kosten würde, decke ich alle meine üblichen Fixkosten (ohne die angegebenen Sonderausgaben). Besser für die Umwelt und meine Gesundheit ist es auch. Mit Auto hätte ich mir diesen vorzeitigen Berufsausstieg auch nie leisten können.

 

45 thoughts on “Fixkosten – was kostet mich der berufliche Ausstieg?

  1. Liebe Gabi, danke für Deine Auflistung der Ausgaben – das hat mir riesig geholfen, meinen Stand genauer unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, warum manche Posten so sehr viel höher sind. Bis auf DSL/Handy (kommt noch) habe ich in den letzten Tagen Vereine, Verträge oder Versicherungen gekündigt bzw. geändert und komme, wenn dann alles greift, auf eine Ersparnis pro Monat von 75 Euro. Das ist echt der Knaller. Am meisten geärgert hat mich die Hausrat/Haftpflicht, die wegen der Wohnungsgröße von 101qm automatisch eine riesige Summe angesetzt hat, die für meine zurückhaltende Einrichtung völlig übertrieben ist. Dass es eine Selbstbeteiligung gibt, wusste ich auch nicht. Aber jetzt und ab 1.8. gilt der geänderte Vertrag. Danke für Deinen Input und auch die Erfahrungen der anderen Leser.

      1. Momentan muss ich vor allem noch mein schlechtes Gewissen in Schach halten, weil ich aus zwei Tierschutzprojekten raus bin und damit keine festen Monatsbeiträge mehr zahle. Eins habe ich behalten. Aber da ich trotzdem immer, wenn Not ist, auch noch spende, wird es so gehen, zumal ich auch vier eigene Katzen habe und da mehrere hundert Euro im Monat „verschwinden“. Aber mehr auf mich zu schauen, ist ungewohnt. Doch das muss ich wieder lernen, weil ich im Juni mit Volldampf auf einen Burnout zugerast bin. Erst als es nicht mehr ging, habe ich es bemerkt und versuche nun, verschiedene Schrauben zu drehen.

        1. Dann drücke ich dir besonders die Daumen. Wenn man das Wohlergehen vieler Lebewesen im Blick hat, dann aber das eigene Wohlergehen den Bach runter zu gehen droht, ist das fatal. Finanzielle Entlastung ist dann ja auch ein Baustein, den Druck raus zu nehmen.

          1. Danke, liebe Gabi! Ja, ich muss wieder einen guten und gangbaren Weg für mich finden. Die Fixkosten genau unter die Lupe zu nehmen, ist ein wichtiger Schritt. Heute wurde eine weitere Versicherung für ein Jahr abgebucht, bei der mir gar nicht klar war, dass die eigenständig ist. Ich dachte immer, die wäre Bestandteil einer anderen, die monatlich abgebucht wird. Nun ist sie auch gekündigt und es kommt langsam eine einfache Struktur rein. Es ist so erleichternd.

  2. Hallo Gaby, super so geringe Fixkosten.
    Allerdings ist nicht zu erkennen was Dir monatlich letztlich zur Verfügung steht. Das ist ja doch ebenfalls eine extrem wichtige Größe.
    Ansonsten kann ich Deine Entscheidung nur befürworten. Toll!!
    Lebenszeit ersetzt Dir niemand, und gedankt bekommt man es auch nicht.

    1. Für den täglichen Lebensbedarf (außer kaputte Waschmaschine, Urlaub, neue Gleitsichtbrille, etc.) benötige ich üblicherweise um die 500€ pro Monat. Für die nächsten Monate rechne ich da vorsichtshalber 550€ pro Monat (und freue mich, wenn ich weniger brauche). Ich bin seit einiger Zeit dabei, das noch mal genauer aufzuschreiben. Ich habe zwar schon lange ein Haushaltsbuch, führe dieses aber in unterschiedlicher Gründlichkeit. Ausgaben für Lebensmittel sind zum Beispiel eher hoch. Dinge wie Kleidung erneuere ich erst, wenn diese auseinanderfällt. (Meine T-Shirts sind z.B. von 2020, die halt vermutlich noch 2 oder 3 Jahre).

  3. Hallo liebe Gabi,
    eine Frage: warum musst Du die GKV selbst bezahlen? Kannst Du dich nicht bei der Arbeitsagentur melden, dann wäre zwar immer evtl. noch eine Sperre wegen der Eigenkündigung möglich aber manchmal hilft ein ärztliches Attest, das bestätigt, dass Du aus gesundheitlichen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen kannst. Ich bin selbständig und finde die GKV Kosten sehr hoch. Überlege auch deshalb, einen Midijob anzunehmen. Ich würde auf nichts verzichten, was mir zustünde.

    1. Ich bezahle nur den Mindestbeitrag der GKV. Ich habe natürlich über die Möglichkeit Arbeitsagentur auch nachgedacht. Ich kenne ja diese ganzen Wege. Aber mir gefällt das nicht. Ich bin zwar noch nicht super fit, aber ich bin eben auch nicht mehr wirklich krank. Ernsthaft arbeitsunfähig bin ich auch nicht. In meinem Arbeitsbereich gibt es unendlich viele offene Arbeitsstellen. Das würde für mich einfach nicht passen und wäre ja eh nur dazu da, dass ich mir einige Kosten für einen begrenzten Übergangszeitraum spare und nicht, weil ich jetzt wirklich ernsthaft einen Arbeitsplatz suche. Das würde sich für mich komplett schräg anfühlen. Wer selber zahlt, entscheidet auch selbst. Mir redet einfach niemand dazwischen, wie ich jetzt vorgehe. Das ist mir aktuell einfach wichtiger.

      1. Liebe Gabi,
        natürlich respektiere ich Deine Meinung.
        Ich denke aber auch, Du hast dein ganzes Arbeitsleben einbezahlt und vielen Menschen durch deine Arbeit geholfen. Es gibt so viele ältere Menschen, die eigentlich Recht auf Grundsicherung hätten und diese auch nicht beantragen. Es gibt aber unser Sozialsystem genau für diese Fälle. Wer weiß, wofür Du deine Ersparnisse dann wirklich nochmal brauchst…

        1. Vom Prinzip her hast du definitiv Recht und vielen Dank für die Gedanken, die du dir zu diesem Thema machst! Da ich ja jahrzehntelang in und mit diesen Systemen gearbeitet habe, zigfach Anträge für alle möglichen Leute ausgefüllt habe, weiß ich, was eigentlich möglich wäre, was man durch bekommt, was passt und was nicht.
          Ich war natürlich auch nie selbständig, hatte nie die damit verbundenen Einkommensschwankungen, habe immer regelmäßig mein Gehalt bekommen. Daher bin ich da sicher auch relativ entspannt. Ich habe gerade in den letzten 10 Jahren, aber generell auch vorher schon immer relativ sparsam gelebt und könnte (trotz eher niedrigem Teilzeit-Einkommen) doppelt so lange aussetzen, wie ich es vor habe. Erst dann wären die Rücklagen fast weg. Und selbst dann könnte ich ja problemlos immer noch einen Mini- oder Midijob annehmen, nochmal ein Buch schreiben oder weiß ich was.

      2. „Nicht fit und nicht wirklich krank“. Merkwürdig, das Gefühl habe ich schon ewig. So lange niemand um die Ecke kommt und verlangt man solle sich zusammenreißen. Der Gesetzgeber kann hier auch nicht nachgiebig sein.
        Bei wem der Arzt nichts findet und wrr jung genug ist, kann und sollte irgend etwas arbeiten. Nach langem Berufsleben ist das eine ganz andere Geschichte. Die Energie nimmt ab, es muss vernünftig damit gehaushaltet werden. Keine Experimente und gute Planung sind notwendig, um gesund in Rente gehen zu können. Klappt nicht immer und nicht für jeden. Manche erleben ihre eigene Rente gar nicht, so wie ein ehemaliger Nachbar, so schlimm. Da hörst du nur hinterher „Krebs,Hospiz“. Schrecklich.

        1. Du bringst es genau auf den Punkt!
          Ich habe extra die ganzen Jahrzehnten nie in irgendwelche privaten Rentenversicherung oder Bankverträge gespart, sondern immer auf eigene Initiative und nach eigenem Plan. Da bin ich flexibler und kann auf aktuelle Situation besser reagieren. Davon profitiere ich genau jetzt.

          1. Genau so, liebe Gabi. Was bringt das Geld in Rentensparverträgen, wenn man nicht rankommt, wenn man es schon vor der Rente dringend braucht. Dann lieber eine niedrigere Rente später und mit Wohngeld aufstocken oder eben dem Ersparten, das noch da ist.

            Viele Grüße
            Heike

  4. Danke für diesen ehrlichen Einblick!
    Kannst du den abschlagsfrei in Rente gehen oder ist es trotz Abschlägen machbar?
    Und hast du dich schon fest entschieden, das zu tun oder überlegst du noch Dir eine Arbeit zu suchen?
    Ich habe versucht, meine persönliche Nische im sozialen Bereich zu finden, wo die Arbeitsbelastung und die Bezahlung jeweils okay ist. Die Arbeit selbst mag ich sehr gerne. Einzig die Lautstärke ist für mich auch immer wieder grenzwertig. Ich weiß aber schon jetzt, dass ich diese Arbeit nicht bis zur Rente mache.

    Danke für deine Einblicke und du bist mir in deiner Konsequenz des Minimalismuses ein Vorbild!

    1. Abschlagsfreie Rente ab 63 Jahre gibt es nicht mehr. Bei meinem Jahrgang liegt sie bereits bei 64 1/2 Jahren und viele Zeiten gelten dort nicht. Daher geht Rente bei mir nur mit Abschlägen. Das geht bei mir, wie das funktionieren kann, habe ich vorab natürlich genauestens durchgerechnet. Wenn es soweit ist, kann ich gerne nochmal was dazu schreiben.
      Grundsätzlich habe ich aber schon noch Lust, arbeiten zu gehen. Ob, wie und was, weiß ich aktuell noch nicht. Denn Sozialbereich bis zur regulären Rente ist kaum noch möglich aufgrund der massiven Arbeitsverdichtung der letzten Jahrzehnte. Ich finde das so schade. Nur wegen des Geldes macht man so eine Arbeit ja nicht.

      1. Ich frag mich ja immer, wo man gut arbeiten kann (außer dem IT Bereich, wenn man das will): in der Pflege nicht, im Gesundheitssystem nicht ( ich würde keine Ärztin werden wollen, bei den Arbeitsbedingungen – so ein elendlanges Studium und dann Ausbeutung…
        Also, deswegen kann ich auch verstehen, dass du nicht direkt was wieder suchst. Zumal es auch für dich ja keine lauten Umgebungen sein dürfen.
        Vielleicht ergibt sich mit der Zeit noch was, ich finde Arbeit hat auch einen nicht zu unterschätzenden Faktor sozialer Teilhabe.
        Ich hatte während der Pandemie zwar immer ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, aber das ging gut aus – und ich habe die Kontakte im Alltag sehr geschätzt, während andere Menschen in meinem Umfeld wirklich unter Einsamkeit litten. Für mich war nur der erste Lockdown anders, und dann alle Tage Quarantäne, die ich hatte (immerhin hab ich mir erst nach der dritten Impfung angesteckt! Dafür war ich sehr dankbar).

        Vielleicht gibt es ja auch was für dich im Bereich der Aufwandsentschädigungen, um zumindest eine Art Taschengeld zu haben.

        1. Für mich ist aktuell vorrangig der Gesundheitsschutz wichtig. Wäre ich bei meiner gleichen Arbeit geblieben, wäre es extrem wahrscheinlich gewesen, dass ich mich noch mal mit Corona anstecke und nochmal in PostCovid lande. Der Virus ist ja nicht weg. Es ist lediglich keine Pandemie mehr. Die Medizin tappt in diesem Bereich noch komplett im Dunkeln. Wovon ich profitiert habe, ist das Körpergefühl, welches ich unter anderem in meiner inzwischen 13-jährigen Meditationspraxis entwickelt habe. Ohne dem ging es mir jetzt noch nicht so gut. Darauf verlasse ich mich jetzt einfach weiter und schauen was die Zeit so bringt. Ich bin ja auch nicht der Typ, der jetzt den Rest des Lebens im Lehnstuhl verbringen wird. 😉

  5. Danke Gabi dass du deine Ausgaben mit uns teilst, ich finde das sehr hilfreich. Ich schaue auch immer, wo ich mehr Ausgaben hab als wirklich nötig. Ich bin so froh, kein Auto oder teure Abos zu brauchen, und so zu wohnen, dass ich alles zu Fuß und mit dem Rad erreichen kann.

    Du scheinst ja eine sehr günstige Haftpflicht zu haben, wobei ich bei sowas immer recht schwerfällig bin, wenn es nur um ein paar Euro im Jahr geht und man erst seitenlang Verträge vergleichen muss. Dann schaue ich meist eher, ob ich noch mal beim Konsum einsparen kann. Ist genau wie bei der Einrichtung – bevor ich mehr Regale kaufe, schaue ich eher, ob ich was aussortieren kann. 😉

    1. Ich habe sowohl bei Haftpflicht-, als auch bei der Hausratversicherung eine Selbstbeteiligung. Das macht es natürlich günstiger. Das sind aber auch Versicherungen, die wirklich nur für den absoluten Notfall sind. Aber es stimmt schon: Man muss natürlich schauen, wo die größten Posten sind und wo sich der Aufwand am meisten lohnt, alles mal durch zu schauen.

    2. Ich schaue bei Versicherungen immer bei der Stiftung Warentest. (Haftpflicht: https://www.test.de/Vergleich-Haftpflichtversicherung-4775777-0/) Habe kürzlich meine Hausratversicherung neu abgeschlossen, ca. 50% von der alten Versicherung. Das ging nur, weil ich eine sehr niedrige Summe angegeben habe (40.000 € kleinstmögliche Versicherungssumme), die es nicht überall gab. Rückfrage von der Vers. folgte, bei meinen angegebenen qm müsse man 70.000 anrechnen.
      Ich habe erklärt, dass die Hälfte meines Haus leer steht und der Rest Möbel vom Schwedenelch ist, also im Bestfall noch nicht mal an 320-30 Tsd rankommt.
      Kein Problem. Die Vers. hat dieses Schreiben zu den Unterlagen genommen und den Vertrag so abgeschlossen.
      Menschen, die sehr minimalistisch leben, können sicher auch ganz ohne Hausratsvers. leben.
      Ja, mein Haus ist viel zu groß und wird verkauft – sobald ich eine kleine Seniorenwohnung gefunden habe. Nach meiner Erfahrung kann das lange dauern fürchte ich.

      1. Das ist ja eine klasse Idee mit der Versicherung. Gut, dass du da eine Versicherung gefunden hast, die das akzeptiert. Meine hatte das damals nicht akzeptiert, aber jetzt habe ich eine Hausratversicherung für 30,68 im Jahr (mit Selbstbeteiligung), das ist überschaubar.
        Ganz ohne Hausrat hatte ich auch längere Zeit. Aber im (eher unwahrscheinlichen) Fall, dass mal alles weg ist (z.B. wegen Brand – 2 x bei Anderen miterlebt), ist es auch im minimalistisch Haushalt recht viel und ausgerechnet sowas wie eine kleine, minimale Grundausstattung an Bekleidung recht teuer. Hatte ich schonmal durchgerechnet, oh je… Möbel wären mir relativ egal.
        Da drücke ich die mal die Daumen für die Wohnungssuche. Für sowas braucht man Geduld und gute Nerven.

  6. Hallo Gabi,
    vielen lieben Dank für diesen Einblick!
    Ich finde das auch sehr spannend und immer wieder gut zu sehen, was man wirklich braucht. Ich wohne mitten in Münster (ein Luxus, den ich mir leiste), deine Fixkosten sind fast meine Kaltmiete, aber ansonsten komme ich auf ähnliche Summen. Sehr entscheidend ist, kein Auto zu fahren. Das denke ich immer wieder. Und wer in Münster ein Auto fährt, ist selbst schuld, hahaha. 😉
    Ich habe das Glück, dass ich das Deutschland-Ticket nochmal günstiger als Jobticket bekomme und das ist ein echter Game-Changer! Ich hoffe, die Entwicklung geht irgendwann zu einem komplett freien Nahverkehr. Dafür zahle ich auch gerne Steuern. ^^
    Lieben Gruß
    Daniel

    1. In Münster ist es mit dem Fahrrad echt ein Traum, allein die Promenade. Da kommt man wirklich ruckzuck von A nach B. In den umliegenden kleinen Orten und Bauernschaften sieht es natürlich anders aus. Mit Fahrrad oft zu weit, der Bus fährt viel zu selten, man kennt das ja… Aber das ist ja immer so das man letztlich Wohnkosten und Fahrkosten irgendwie als ein großes Paket rechnen muss.

  7. Traummiete. Ich komme. Aber du würdest doch Unterstützung kriegen und musst dich nicht selbst finanzieren. Findest du glutenfrei leben teurer als vorher?

    1. Ich kann die gesetzliche Rente ab 63 Jahren beantragen. Allerdings dauert das noch ein paar Monate. Bis dahin finanziere ich mich komplett selbst. Ein Wohngeldantrag habe ich gestellt. Zu dem Zeitpunkt war mir aber noch nicht klar, dass ich vorzeitig aussteige und ich mich selbst finanziere. Da muss ich noch mal schauen, was daraus wird. Telefonieren oder vorbeigehen kann man da nicht. Das ist aus Zeitgründen nicht gewünscht. Also dauert es…
      Glutenfrei: Es kommt drauf an, wie man es macht. Neulich entdeckte ich glutenfreie Nudeln im Kaufland für 1,29 € für 500 g. Da habe ich gleich sechs Pakete gekauft. Auch backe ich selber und kaufe keine Fertigsachen. Dadurch halten sich die Kosten in Grenzen. Lebensmittel insgesamt sind bei mir aber trotzdem ein relativ hoher Posten wegen der Besonderheiten bei Allergien und da ich viel Bio einkaufe

    2. Ob glutenfrei teurer ist, haben wir uns vor 16 Jahren auch gefragt. Damals hatten wir den Umstieg von gleich 2 Personen. Dadurch dass wir unser Haushaltsbuch führen, weiß ich, dass es bei uns nicht ins Gewicht gefallen ist. Auch wenn Nudeln mehr kosten. Selbst kochen und backen, keine Fertigprodukte usw. sind das was die Lebensmittelausgaben auf einem niedrigen Niveau halten – auch mit glutenfrei.

  8. Auf jeden Fall ist es sinnvoll über Geld zu sprechen, mag aber nicht jeder, muss man dann eben respektieren.
    Liebe Gabi, wo wohnst du, dass du so eine preiswerte Mietwohnung hast. Hier im Umfeld (Buxtehude Nähe Hamburg) findet sich so etwas kostengünstiges nicht einmal ansatzweise.
    Es sei denn, man hat einen Wohnberechtigungsschein oder sonstige staatliche Vergünstigungen.
    Ich selber(57) wohne als Rentnerin in einer 76qm großen KfW55 Neubau-Wohnung. Ich selber zahle 840 Euro kalt, warm dann 1024 Euro, Strom noch dazu (derzeit 40 Euro). Nun ist die Wohnung energetisch sehr preiswert. Ich kann aber beobachten, dass kleinere Neubauwohnungen und auch ältere Wohnung inzwischen in den letzten 2 Jahren hier im Preis (Miete) massiv gestiegen sind.
    Nun habe ich meine Immobilie verkauft und stocke damit die nächsten Jahre meine Rente auf, sonst könnte ich mir das auch nicht leisten.Aber wir sitzen trotzdem im selben Boot, ich bin dieses Jahr an Krebs erkrankt, wurde behandelt und hoffe, jetzt verschont zu bleiben.
    Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem Gesundheit für die Zukunft. Vielen Dank, dass du uns an deinem Leben teilhaben lässt.

    1. Ich wohne im Ruhrgebiet (Dortmund), in einer Wohnungsgenossenschaft, keine Sozialwohnung, kein Wohnungsberechtigungsschein. Meine Wohnung ist eine 1-Zimmerwohnung, hat knapp 42qm.

      Gute Besserung für dich!!!

    2. Hm, Eigentum sollte doch aber günstiger sein als Miete zu zahlen, oder war die Immobilie unpassend ?
      Wir wohnen im Haus, die vermietete Eigentumswohnung könnte ich mir selbst gar nicht leisten. Das Haus kostet ja fast nichts im Unterhalt. Horrorgeschichten von teuren Reparaturen treffen eben auch nur auf alte Häuser zu, bei denen nie etwas gemacht wurde. Dann ist das Geschrei groß. Von der gesparten Miete kann ich anfallende Sachen ums Haus locker bezahlen.

      1. Selbst wenn die Immobilie finanziell passen sollte, kann sie zum Problem werden, wenn man es gesundheitlich nicht hinbekommt, sich drum zu kümmern. Da kann selbst jedes Fenster, welches man nicht irgendwann putzen muss, eine Wohltat sein. Beispielsweise die Vorstellung, ich hätte mich während der Hochphase von PostCovid nur um einige Quadratmeter mehr kümmern müssen oder gar irgendwas reparieren lassen und die Handwerker selbst besorgen: Horror!

        1. Hallo Gabi, ja genau das!!
          Vor allem energetisch völlig unsinnig ein voll unterkellertes 140qm Haus für eine einzelne Person. Nun lebt dort eine Familie mit 2 kleinen Kinder.
          Zufällig MEINE Familie, war für uns alle eine win-win Situation, da meine Kinder sowohl Grunderwerbssteuer, sowie auch den Makler gespart haben.
          Und jetzt mit meiner Krebserkrankung, bin ich doppelt froh, das gemacht zu haben.

          1. Womit du dann ja nicht nur dich selbst entlastet, sondern auch gleich noch den dringend benötigten Wohnraum für Familien frei gemacht hast. Wirklich ein doppelter Gewinn.

      2. Hallo Thorsten, ich bin gesundheitlich angeschlagen und das Haus beinhaltete einen 800qm großen Garten und war schon älter. Ich war auf Dauer überfordert, da ich für alles Hilfe brauchte, für den Garten, Handwerker etc. Und wenn man nur von einer Witwenrente lebt, wird das eng. So habe ich die Gunst der Stunde genutzt, die Immobilienpreise waren hoch und verkauft.
        Eigentumswohnungen sind so teuer, dass man davon bequem ein Haus kaufen kann und dann bleibt vom Verkauf nichts mehr übrig. Daher die Mietwohnung.
        Beste Entscheidung ever.

        1. Das bestätigt mich darin, dass man wirklich schauen muss, wie einerseits die äußeren Rahmenbedingungen sind. (Kosten etc), Andererseits, wie die persönliche Lebenssituation nun mal gerade aussieht. Das kann sich im Laufe der Jahrzehnte ja nun deutlich verändern. In deiner Situation ist es wirklich praktisch, dass du dich als Mieterin um viele Dinge nicht selbst kümmern musst. Zeit und Ressourcen sind für die persönliche Gesunderhaltung alle Male wichtiger. (geht mir ja ähnlich). So gesehen ist es ja irgendwie auch ein gesundheitsfördernder Wohnraum.

        2. Hallo,
          verstehe. Man muss auf sich selbst hören. Mir dem Abstoßen zu großer , alter Immobilien sinkt das Risiko und die Arbeit. Garten geht in manchen Fällen nur, wenn es teuer vom Gärtner gemacht wird.
          Allerdings : Miete war früher Freiheit. Bei dem Wohnungsmangel ist das Risiko steigender Mieten und Kündigung durch Eigenbedarf ein Damoklesschwert.

          1. Bei Wohnungsgenossenschaften hat man ein lebenslanges Wohnrecht, daher eine gute Alternative und mehr Sicherheit. Es dauert allerdings meistens ziemlich lange, bis man dort eine Wohnung bekommt.

  9. Ich finde solche Kostenübersichten einfach toll und bin auch sehr dankbar wenn jemand es öffentlich teilt. Danke dafür. Aber wie nicht anders zu erwarten hast du deine Kosten perfekt im Griff.
    Liebe Grüße Tom

    1. Ich habe natürlich auch sehr lange überlegt, ob ich solche Zahlen veröffentlichen will oder nicht. Häufig heißt es ja, „über Geld spricht man nicht.“ Aber bei genauerem Nachdenken finde ich das falsch. Gerade in Zeiten, in denen einige Preise durch die Decke gehen, gleichzeitig aber auch die Konsumangebote und -verführungen extrem hoch sind, ist es umso wichtiger, Klarheit ins Thema Geld reinzubringen. Speziell auch dann, wenn man zufällig nicht zu den Gutverdienern gehört, die sich Gedanken um die Rente ab 40 Jahren o.ä. machen können.

  10. Das sind superniedrige Fixkosten. Kompliment.
    Die konsequente Belegung und Vorhersage der Kosten erlaubt den früheren Ausstieg.
    Gruß Thorsten

    1. Meine simple Rechnung: Sind die Fixkosten vergleichsweise niedrig, bleibt mehr für den Rest. Wobei ich bei diesem „Rest“ durchaus auch noch Potenzial zur Optimierung sehe. Beispielsweise dieses Elend mit technischen Geräten, die vorzeitig kaputt gehen oder das ewige Hickhack um Smartphone und Co.

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