Preissteigerungen und Konsumgewohnheiten

Ich wurde auf einen Kommentar bei WDR 5 zum Thema „Abstiegsangst und Sozialneid“ aufmerksam gemacht, der auch nochmal unsere Konsumgewohnheiten hinterfragt. U.a. heißt es dort, dass man nicht den Fehler machen solle, Wohlstand mit Konsumfähigkeit verwechseln und wie wir durch unser Konsumverhalten den Reichtum der Reichen finanzieren. Das finde ich durchaus nachdenkenswert. Der Beitrag ist hier zu lesen und als Podcast zu hören (bis Juni 2023 abrufbar): https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/politikum/wohlstandsgefaelle-100.html

Und dann gehe ich ein paar Stunden später im Lebensmittel-Geschäft einkaufen und bin mit Preissteigerungen praktischer Art konfrontiert. Der bislang preisgünstigste Quark meiner Wahl war plötzlich teurer. Statt wie bislang 0,59 Euro (den gabs Jahresanfang für 0,54€), nun 0,89€. Eine satte Preissteigerung von 50,58%. Da war ich natürlich erstmal ziemlich erschrocken. Daneben der bislang zweitgünstigste Quark hatte noch seinen alten Preis. Und ich wollte eh mal lange umsteigen von meinem 20% Quark auf Magerquark, das hat ja neben preislichen auch gesundheitliche Vorteile. Kohlensäurehaltiges Wasser und etwas Öl eingerührt schmeckt auch der Magerquark herrlich sahnig. Also werde ich das jetzt endlich umsetzen. Ich habe 0,49€ für diese Zweitwahl bezahlt – 16,95% weniger als vorher vor der Preissteigerung der (bisherigen) Erstwahl. Die Großpackung mit 500g war nicht (bezahlbar) vorrätig. Aber da schaue ich natürlich nochmal 😉. Wer die Preise für die eigenen Standardprodukte nicht kennt oder in der Einkaufshektik nicht bemerkt, ist wirklich im Moment schlecht dran. Ruckzuck schießen die Preise hoch. Interessanterweise aber auch manchmal wieder runter, z.B., wenn da etwas zum Ladenhüter wird, weil es wegen des hohen Preises nicht mehr gekauft wird. Auch das habe ich schon beobachtet. Manches ist an Preisveränderungen nachvollziehbar, aber längst nicht alles.

Laut  destatis.de sind wir aber genau genommen immer noch relativ gut dran – zumindestens dann, wenn man mal die Preisentwicklung für Nahrungsmittel von 1850 bis 2021 betrachtet. Als ich Anfang der 60ger-Jahre geboren wurde, lag der Anteil an Ausgaben für Nahrungsmittel noch bei 38%:

Statistik Ausgaben Lebensmittel 1850 bis 2021
Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/75719/umfrage/ausgaben-fuer-nahrungsmittel-in-deutschland-seit-1900/

 

Konsumgewohnheiten hinterfragen

Aber die Nahrungsmittel sind ja nur die eine Seite der Kosten und Preissteigerungen. Konsumgewohnheiten ist die andere Seite. Und da lässt sich ja durchaus nochmal einiges hinterfragen:

Ich erinnere mich noch an Anfang der 90ger-Jahre. Ich war noch in meinem Erstberuf als Erzieherin beschäftigt und erhielt von einem 5-Jährigen tiefstes Mitleid, weil ich nur einen einzigen Fernseher in meiner Wohnung hatte. „Nur im Wohnzimmer? Sonst nirgendwo? Auch nicht in der Küche…?“ Genau genommen war das im Vergleich zu heute noch harmlos.

Unsere Konsumgewohnheiten kosten so richtig viel Geld. Darüber wird aber nicht so viel geredet. Smartphones gibts für über 1000€ und dann werden die nicht mal jahrelang genutzt, sondern auch noch ständig gegen ein widerum super teures Produkt eingetauscht. Alles so, als sei das ganz normal. Wen interessiert da eigentlich der Preis für ein lächerliches Päckchen Quark?

Heute bevölkern eine ganze Garde von Unterhaltungs- und sonstiger Elektronik unsere Wohnräume. Diese großen TV-Geräte mit Internetanschluss, Computer, Laptop, Smartphone, die diversen elektronischen Spielkisten wie Nitendo, Gameboy, Wii usw. usw.. Netflix, Amazon prime und Co. zu nutzen ist so selbstverständlich geworden, dass es scheinbar niemand mehr hinterfragt. Dann wären da noch Staubsaugerroboter, die zusätzlich zum Akkustaubsauger benutzt werden. Es gibt elektrische Fensterputzgeräte, die Thermo-Zauberkochdinger, Staub-Wisch-Kombigeräte, luxeriöse Kaffeevollautomaten. Und im Urlaub dann die Flugreise nach irgendwo. Was für ein Geld und wieviele Ressourcen werden da verschwendet!  Diese Konsumorgien machen mich immer wieder fassungslos. Wenn man das für so selbstverständlich hält, dann hilft es auch nicht wirklich der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel, wenn man als Ausgleich dieses ach so freundliche beworbene Putzmittel von irgendeinem Minimalismus-/Nachhaltigkeits-Kanal mit ein paar Angebotsprozenten kauft.

Auch ich selbst muss mich da natürlich nicht als irgendein Superideal weit aus dem Fenster hängen. Ich habe zwar nur Tablet und Smartphone, aber  diese Dinger laufen manchmal auch öfter als nötig. Umgekehrt sind manche Sachen aber auch wichtig: Da ich mir auch als minimalistischer Haushalt kein Lagerfeuer in der Wohnung machen kann, werde ich wegen Allergien und Unverträglichkeiten dann doch mal einen (kleineren) Backofen benötigen. Auch das Biobrot hat noch zu viele Bestandteile, die mir nicht gut tun.  Aber das ist dann etwas Wesentliches, lange überlegt, kein reiner Konsum-Schnickschnack, der vorschnell kaputt und gealtert, vorrangig nur einige, sehr wenige Menschen reicher werden lässt.

Minimalismus ist die Konzentration auf das Wesentliche. Vielleicht war es nie wichtiger, als heute. Die Kunst ist nur, dieses Wesentliche zu identifizieren. Das gelingt nicht sofort, es ist ein Prozess, es dauert. Auch mir geht das so. Aber es lohnt sich, es ist sehr befreiend – gerade in Zeiten, wo alles mögliche teurer wird und die Umwelt dringend ein Umdenken benötigt.

 

Zum Weiterlesen:

 


RSS-Feeds / Blog abonnieren

Meine RSS-Feeds, wenn ihr euch über neue Kommentare oder Blogbeiträge informieren möchtet:

RSS-Feed Neue Beiträge https://achtsamer-minimalismus.de/feed
RSS-Feed Kommentare    https://achtsamer-minimalismus.de/comments/feed

Für RSS-Feeds ist ein RSS-Reader erforderlich.

57 thoughts on “Preissteigerungen und Konsumgewohnheiten

  1. Nachtrag zum eigenen Post vom 25. Juni: der sog. „Verbraucher“ – also wir alle – werden von extrem cleveren Marekting-Fritzen an der Nase herumgeführt. Habe mir zum wiederholten Male die 3-teilige Doku DIE MARKETING-KÖNIGE angesehen. Gerade der Gesundheitsbereich als „Markt“ ist äußerst aufschlussreich. Aurelia schrieb in ihrem Blog vom AIDA-Prinzip; genauso spannend.

    @Sonja vom 26. Juni: habe das Buch der Engländerin Raynor Winn gelesen DER SALZPFAD. Darin beschreibt sie, wie sie und ihr Mann erst alles verlieren, sich zu einer Fernwanderung aufmachen und am Ende in ein neues Leben finden. Das Buch hatte ich mir zunächst ausgeliehen, mir dann aber doch gekauft. Und schon 2 x gelesen. Lese grad zum 2. mal den 2. Teil. Diese Lebensgeschichte ist total beindruckend!! Und gibt Hoffnung.

    1. Danke für den Tipp, da schaue ich bei Gelegenheit mal rein. Es ist ganz gut, sich ab und an einfach mal wieder dran zu erinnern, damit man nicht wieder unbemerkt in irgendeine dusselige Konsumfalle gerät.

  2. Ich fände es ja klasse, wenn von der Politik mal sinnvolle Vorgaben kommen, die uns allen helfen würden, weniger zu konsumieren und wegzuschmeißen. Zum Beispiel mit einem Reparaturbonus (wie in Thüringen oder Österreich: man kriegt nen Zuschuss, wenn man reparieren lässt statt neu kauft), oder mit gesetzlichen Vorgaben, die Hersteller zwingen, Geräte reparierbar oder erweiterbar zu machen (Waschmaschine, aber auch Handy, etc). Geplante Obsolenszenz per Gesetz abschaffen. Hat die EU sowas schon vor?
    Was die teuren Elektronikartikel angeht – gerade Laptop und Handy gehören wohl heute leider zum gesellschaftlichen Teilhabe dazu – zB was die gruselig umgesetzte Digitalisierung an Schulen angeht, die wohl auch nicht mehr verschwindet – aber da braucht halt auch jedes Kind ein Gerät. Ein anderes Beispiel ist der Quasi-Appzwang für viele Dinge, die früher „einfach so“ gingen (Packstation, Fahrkartenkauf, Banking). Es ist schlimm genug, dass die Sachen so teuer sind und dafür nach kurzer Zeit schon wieder Elektroschrott, oder wegen alter Software nicht mehr sicher nutzbar. Ich denke, da ist noch ganz viel Potential. Ist halt bloß nicht im Sinne des Kapitalismus, wird also schwierig.

    1. Oh ja, das fände ich auch mal gut. Ich brauche keine vernetzte Waschmaschine, wo irgendwelche Daten in der Cloud gespeichert werden. Ich will auch keinen Kühlschrank, der mich über einzukaufende Dinge informiert. Homepods und diese ganzen unsinnigen Spielereien will ich auch nicht. Sowas verballert nur unnötig Strom. Ich möchte einfach nur, dass Dinge halten und im Bedarfsfall vernünftig repariert werden können. Mehr Reparaturdienste ergäben auch nebenbei einige Arbeitsplätze mehr. Und zu diesen Homepod-Dingern kann ich nur sagen: „Alexa mach die Lampe an, damit ich dich finde und entsorgen kann.“ Bei sowas hilft kein reparieren, höchstens vor dem Kauf den Verstand einzuschalten. Sowas soll ja generell helfen.

      1. Vernetzte Geräte sind angreifbar. Zwei meiner Ventilatoren benutzen eine chinesische Cloud. Benutzt man das WLAN nicht blinkt eine Lampe. Also verbindet man den Ventilator, damit das Geblinke aufhört 🙁 Drückt China auf den roten Knopf fliegen sie mir um die Ohren 😮

      2. Ja, genau das ist es, es wird alles bequemisiert und vernetzt, ohne dass man das bräuchte oder danach gefragt hat. Von der Datenschutzproblematik mal ganz abgesehen, leider sind da viele Leute bemerkenswert unkritisch.

        Genauso würde ich es super finden, wenn Dinge einfach wieder länger halten, oder wenn zumindest Ersatzteile länger angeboten würden, Sachen reparierbar blieben.
        Beispiel: Ich habe hier bei der Arbeit ein ehemals sündhaft teures Grafiktablett, das an sich einwandfrei funktioniert und das ich gern noch nutzen würde, aber man bekommt keine Ersatzkabel mehr. Leider sind es Spezialkabel mit Spezialsteckern, dafür ist der Hersteller berüchtigt. Wir würden den Originalpreis von damals sogar zahlen (der Hersteller hat die Kabel in Gold aufgewogen, wohlwissend, dass die andauernd kaputt gehen – pro Kabel 50-70 Euro), aber das Kabel gibt es einfach nicht mehr, der Support wurde eingestellt. Nun, das Internet ist voll von Leuten, die diese Sorte Kabel suchen. Es wäre also sogar die Nachfrage da, die Leute wollen ihre Geräte weiter nutzen, aber es geht nicht, weil man lieber neue Produkte in den Markt schiebt. Absolut verrückt.

  3. Hallo zusammen,

    bin ein wenig schockiert, was hier für Horrorszenarien dargestellt werden. Natürlich wird es nicht einfach für viele Menschen, aber noch ist Deutschland eins der reichsten Länder und wie Gabi schrieb, gibt es immer Möglichkeiten Unterstützung zu bekommen. Wie ich in vielen Berichten gelesen und gehört habe, wird geraten, sich mit seinen Angelegenheiten/Ausgaben etc. intensiv auseinander zu setzen und erst mal zu gucken, was man selber tun kann. Aber leider, auch das wird immer wieder gehört ( auch in meinem Bekanntenkreis) wollen wenige sich in irgendeiner Weise einschränken. Bestes Beispiel: Mit dem Auto zum Bäcker fahren.
    Ich finde es nicht schön, wie in den Medien die Existenzängste geschürt werden.

    1. Bei allen berechtigten Sorgen die „Kirche im Dorf lassen“ finde ich auch eine wichtige Sache.
      Ist es wirklich finanziell sehr eng, gibt es in unserem Land wirklich einiges an Unterstützung und Hilfsmöglichkeiten – man muss diese dann halt nur ergreifen bzw. beantragen. Genau das wird in den speziellen Medien seltenst erwähnt, da werden lediglich die Themen rund um Existenzängste, niedrige Einkommen, Armut gezeigt, mitunter auch extrem hochgekocht bzw. nur halb dargestellt – was mich schon ewig und nicht erst jetzt verärgert.

      Meistens reden wir ja über unseren Luxus – eben sowas, wie mit dem Auto zum Bäcker, der jährliche Urlaub, teure Unterhaltungselektronik, Küchen mit allem Schnickschnack und Menschen die im Winter mit T-Shirt in der mindestens 23 Grad warmen Wohnung sitzen (gerne auch mit gleichzeitig gekipptem Fenster)

    2. Na ja, in Europa stehen wir gar nicht so gut da, weil wir die geringste Eigentumsquote haben. Wir müssen in der Masse eine Miete zum Wohnen erwirtschaften. Griechen und Italiener müssen das nicht. Im Schnitt sind sie reicher

      1. Sind die Wohnungen/Häuser der Südländer denn abbezahlt?
        Zumindest die Spanier waren in den 2000ern so arm, dass sie ihr Eigentum auf Pump kaufen mussten und nicht bar bezahlten (Achtung Ironie!). Während der Finanzkrise stiegen in Spanien die Hypothekenzinsen, die „Eigentümer“ konnten sich die Tilgung Ihrer noch offenen Kredite nicht mehr leisten. Die Banken haben dann einfach zwangsversteigert, um die notwendigen Bargeldzuflüsse zu generieren. In DE gab es das nicht.

        Auch gibt es in Deutschland Wohnungsbaugenossenschaften. Dieses Konzept kenne ich von südländischen Staaten auch nicht. Daher ist die Mieterquote in DE, vielleicht auch in AT historisch bedingt etwas höher als anderswo.

        In Italien sind die Gehälter relativ niedrig, so dass viele junge Leute mit Anfang 30 trotz eines Berufs bei Ihren Eltern wohnen, und erst bei einer Heirat (dann 2 Einkommen) ausziehen können.

  4. Hallo,

    ja, es wird knapp bei sehr vielen.
    Kochkiste wäre eine Idee, um Energie zu sparen.
    „Energie-WGs“, wie Thorsten es so schön ausdrückte, könnten kommen.
    In England wurden Tips gegeben, sich ein Zelt in der Wohnung aufzustellen, darin wäre es wärmer
    Viel mehr geht nicht, wenn jetzt schon am Limit gelebt wird.
    Tafeln sind keine Ergänzug mehr. Sie nehmen keinen mehr an.
    Das nächste ist Diebstahl. Davon gehe ich aus. Wenn man Mio. Menschen daran hindert, sich genug Essen kaufen zu können, was sollen sie sonst noch in einem Land des Überflusses machen?

    Zeltausrüstung: Ich transportiere mein Zeugs mit einem vierrädigen Trolley, der wenn es mal über Stock und Stein geht, auf zweirädig unkompliziert umgeklappt werden kann.

    Viele Grüße

    Sonja

    1. Tafeln waren für mich immer das offene Eingeständnis, dass der Staat versagt. Dann sollte er dort auch die Lebensmittel komplett bezahlen. Steuergelder sind genug da ! Es kommt darauf an wofür sie ausgegeben werden

      1. So sehr, wie ich das Engagement jeder einzelnen Person schätze, die sich bei der Tafel engagiert oder diese unterstützt: Ich sehe es genauso. Tafeln zeigen exakt, in welchem Bereich der ALG2-Satz insbesondere viel zu niedrig ist: Bei der Ernährung. Gerade mal 155,82€ ist dafür vorgesehen. (für den Haushaltsvorstand, für die anderen noch niedriger). Mach 5,12€ am Tag. Siehe: https://www.hartziv.org/wp-content/uploads/regelsatztorte-2022.jpg.
        Ich hoffe wirklich, dass da endlich nachgebessert wird.

    2. Auch in dem Punkt bzgl. Energiekosten: Man kann viel und lange über das unzureichende ALG2-System bei uns meckern, bedingungslos ist es auch nicht, aber immerhin haben wir es. So etwas gibts in vielen Ländern nicht. Es funktioniert auch bei niedrigem Einkommen als Aufstocker, als Rentner bzw. bei Erwerbsminderung gibts vergleichbar die Grundsicherung. Dort werden Heizkosten übernommen.

      1. Was die Tafeln angeht bin ich eurer Meinung.

        Heizkosten werden nur bis zu einem gewissen Satz übernommen.
        Auch wenn die Medien gerne verbreiten, dass die Hartzer in einer warmen Bude sitzen ist es oft nicht so. Davon ab, gibt es kaum günstigen Wohnraum. Ist die Wohnung zu teuer, muss die Differenz vom Regelsatz bezahlt werden. D.h. viele haben sowieso schon weniger zur freien Verfügung.
        Ich berate oft Hartz VIer. Ich habe sie weinend nun vor mit sitzend und wir rechnen mit spitzen Bleisstift alles durch.

        Warum Rentner mit zuwenig Rente keine Grundsicherung beantragen habe ich nie verstanden. So hätten sie zumindest ein wenig mehr.

        Grundsätzlich war der Regelsatz zwar knapp, aber ausreichende für das Nötigste.
        Jetzt nicht mehr.
        Abwarten, was die Politik in der Hinsicht noch für Lösungsvorschläge bietet.

        1. Sonja fragte: „Warum Rentner mit zuwenig Rente keine Grundsicherung beantragen habe ich nie verstanden. So hätten sie zumindest ein wenig mehr.“

          Ich denke (und habe des Öfteren mitbekommen), weil es für viele ältere Menschen mit Ängsten besetzt ist, als entwürdigend wahrgenommen wird, oder weil es mitunter auch sehr komplex mit dem Beantragen ist. Das sind alles reale Gründe, ob sinnvoll oder nicht kann ich nicht sagen, aber ich kann es durchaus nachvollziehen.

          1. An Nina,

            ja, die Hemmschwelle ist bei manchen groß. Ich wohne in der Großstadt, hier sind Beratungsstellen, die helfen auch beim Ausfüllen.
            Da ist es natürlich leichter, wenn sonst keiner mehr helfen kann (Kinder, Nachbar, ect.).
            In kleineren Orten, wo es solch umfassenden Angebote nicht gibt, sind die Senioren vermutlich mehr auf sich alleine gestellt, dabei die Scham „was könnte der Nachbar denken“ noch größer.

            Vor kurzem erwähnte ich Diebstahl als Möglichkeit der Essensbeschaffung. Die Supermärkte stellen verstärkt Wachpersonal schon ab zur Beaufsichtigung. Und wenn es nur die Verkäuferin ist. Aktuell mitbekommen, auch durch Erzählungen (die Verkäuferinnen selber).
            Ich denke vielen Menschen geht es schon schechter, als wir ahnen.

            1. Zur Zeit ist der Fokus verständlicherweise sehr auf Lebensmitteln. Bei mir auch. Aber: Ich bin beruflich bedingt seit über 20 Jahren viel in anderer Menschen Wohnungen unterwegs: Die großen Ausgabenposten sind meistens woanders!
              Ich kann mich nicht erinnern, je in einem Haushalt ohne größerem TV-Gerät gewesen zu sein. Seit es Smartphones gibt, werden Unsummen für diese Geräte ausgegeben – meistens über sündhaft teure Handyverträge abbezahlt. Versicherungen werden selten hinterfragt. Man kennt den Versicherungsvertreter, der regelt ja alles… Also gibts zu viele und zu hohe Versicherungsbeiträge. Nahezu jeder sagt mir, ohne Netflix geht nichts. Dazu sei eine superschnelle und superteure Internetleitung zwingend erforderlich. Als Strom- und Heiztarif lässt sich fast immer der Standardtarif des örtlichen Anbieters finden. Der ist natürlich superteuer. Die Haushalte sind überwiegend überfüllt mit allen möglichen Haushaltsgeräten, die Kleiderschränke quillen über, in Familien Berge von Spielzeug. Und nein, nicht nur bei den Gutverdienern.

              Es ist unser Konsumverhalten, welches wir hinterfragen müssen. Jede/r für sich. Konzentration auf das Wesentliche!

              1. Zitat Gabi:

                “ Ich bin beruflich bedingt seit über 20 Jahren viel in anderer Menschen Wohnungen unterwegs: Die großen Ausgabenposten sind meistens woanders!“

                Habe über dein Post nachgedacht. Wo du recht hast, hast du recht.
                Fernsehen, Smartphone, dafür wird oft das letzte Hemd gegeben.

                Die Menschen, worauf ich mich beziehe mit meinen beruflichen Einsichten, sind im mittleren Alter, haben in der Regel schon alles verloren, leben sehr einfach,weil sie sich mehr nicht leisten können, trotz Arbeit teils. Manche leben in Wohnheimen, weil sie seit Jahren keine Wohnung finden.
                Handy und Fernsehen ist bei den meisten da.
                Diejenigen, die sich davon weitgehend verabschiedet haben wirken wesentlich entspannter, gelöster, kreativer, sozialer.

                Konsumverhalten überdenken zählt für Alle. In der Tat.

  5. Da kommt mir eine ehemalige Kollegin in den Sinn. Auf der Arbeit hatten wir einen Kaffeevollautomat, und die Chefs haben allen Kaffee, Sahne, etc. KOSTENLOS zur Verfügung gestellt. Die Kollegin hat sich dennoch jeden Morgen einen Becher Kaffee am Bahnhof gekauft, von dem sie aus fünf Minuten zu Fuß ins Atelier gelaufen ist. Der schmeckte angeblich besser. Vermutlich, da er von einer gehypten Kette war.

    Zwei Euro noch was jeden Tag verschwendet. Vom Wegwerfbecher rede ich gar nicht.

    Was das Thema sonst betrifft, muss ich sagen, dass es mir schon Angst macht. Ich kann nirgendwo mehr sparen. Meine Wohnung im Winter nicht heizen mache ich aus Geldmangel schon seit Jahren, hin zu dem Punkt, an dem ich Schimmel fürchte. Ich kaufe Kleidung nur Second Hand, etc.

    Was macht man, wenn die Schraube nicht mehr fester zu drehen ist in relativ normalen Zeiten erst in Notzeiten?

    1. Wenn ich das lese, dann warte ich auf Meldungen im nächsten Winter, dass bald fremde Menschen aus Not in Wohnungen zusammenziehen. „Energie-WGs“ oder so…..

        1. Wir werden auch von erfrorenen oder total kranken Menschen in ungeheizten Häusern hören. In Wohnungen eher nicht, aber da dann das Problem, dass die Nebenkosten nicht beglichen werden können. Bezahlen müssen es dann die Vermieter. Strom kann man abstellen, Zentralheizung nicht. Dann gibt es Kündigungen und die Mieter müssen letztlich raus. Aber wohin ? Es gibt nichts, es gibt nichts Bezahlbares, und niemand nimmt einen Mieter, der säumig war. Und kleinere Wohnungen sind dann vielleicht noch teurer als die alte Wohnung. Da braut sich etwas zusammen.

        2. Also wer ein geringes Einkommen und dadurch kein Geld mehr für Heizen hat, kann schon auch erstmal noch andere Bereiche durchgehen: Für so etwas gibt es letztlich die Möglichkeit, einmal zu überprüfen, ob die Möglichkeit auf Wohngeld oder ALG2 bzw. Grundsicherung besteht. Es gibt zahlreiche Rechner dafür im Internet.
          Bei ALG2 und Grundsicherung kann man beim (beim Single-Haushalt vereinfacht) erstmal rechnen:
          Nettoeinkommen
          – Bruttokaltmiete
          – Heizung

          Bleiben da weniger als 449 Euro übrig (bzw. knapp drüber), hat man in der Regel auch Anspruch und kann das Geld beantragen bzw. mal eine Beantragung genauer überprüfen, ob es sich lohnt. Heizkosten werden übernommen – sofern man nicht komplett zum offenen Fenster raus heizt.

          So etwas bekommt man auch, wenn man arbeitet und das Einkommen nicht reicht oder Grundsicherung bei niedriger Rente.

      1. Leider sind Teelichte auch nicht ungefährlich, gerade dann, wenn man mehrere Teelichter zusammen aufstellt. Das Paraffin verflüssigt sich komplett, es kann ein Hitzestau entstehen und Brände sind oft nicht so einfach zu löschen. Siehe hier: https://www.nuernberg.de/internet/feuerwehr/kerzen_teelichter.html

        Da macht es ggf. doch mehr Sinn, mal einen Wohngeld- oder ALG2-Rechner im Internet zu bemühen, ob man die Chance auf Zuschüsse hat. Oder mal bei der Verbraucherzentrale etwas stöbern. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser

  6. Ich bin froh, dass ich noch konsumieren kann. Nicht wahllos, nicht planlos, aber um Dinge zu realisieren, die mir wichtig sind. Ich möchte im Sommerurlaub gerne wieder zelten. Die alte Zeltausrüstung war auf den Transport mit dem Auto ausgerichtet, ist also recht schwer. Das Auto ist aber schon seit fünf Jahren fort. Damit alles mitkommt, habe ich einen großen Schalenkoffer gekauft. Zelt, Schlafsack und Luftmatratze werden mit der Eisenbahn voraus reisen und ich mit einem kleinen Koffer hinterher. Das Zelten ist mir wichtig. So wichtig, dass ich vier Monate darüber nachgedacht habe, wie ich die Zeltausrüstung quer durchs Land bekommen, ohne mir eine Ultraleichtausrüstung zu kaufen, obwohl die alten Sachen noch gut in Schuss sind.

    1. Oh, was für eine Lösung! Du wüsstest ja auch nicht, ob das Ultraleichtzelt hält bzw. wie lange es hält. Ich habe das mit dem Vorschicken im letzten Urlaub auch gemacht – aber kein Zelt, bei mir waren es (allergiebedingt) einige Lebensmittel, die ich vor Ort nicht so eben bekommen hätte. Einfach per Paketdienst, der Vermieter der Ferienwohnung war so freundlich, es anzunehmen.

  7. Was mich auch immer wieder irritiert: Diese Selbstverständlichkeit mit dem manche Konsumenten argumentieren. Mehrere Urlaubsreisen im Jahr müssen sein, auch gerne Flugreisen für ein paar Tage, man arbeitet ja viel, da muss man mal raus. Wenn man Kleidung bestellt dann richtig viel, was nicht passt geht zurück. Auch das muss sein, man will ja gut Aussehen und so macht man dies auch häufiger. Man fährt hierhin und dort hin, man sollte ja immer etwas Vorhaben für die Unterhaltung, schließlich hat man ja eigens das 5 Jahre alte Auto verkauft um sich ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Man gestaltet die Wohnung um, natürlich mit nagelneuen Sachen, es muss ja nach was aussehen und die alten Sachen waren schließlich schon mindestens 10 Jahre alt. Man fährt mit dem 9 Euro Ticket, so günstig, das muss man unterstützen.
    Witzigerweise halten sich solche Menschen (ja, die existieren wirklich) für umweltbewusst
    (man denke nur an das E Auto) und wählen die Grünen.
    Ehrlich – Ich versteh manchmal die Welt nicht mehr.
    Gabi, dein Blog ist echt ein Lichtblick ( du und die Kommentierenden)

    1. „Man muss ja mal raus“, pflegt auch meine Vermieterin manchmal zu sagen. Sie kauft sich dann ein Tagesticket für den ÖPNV, packt sich Trinkflasche und belegtes Brot ein und lässt sich von S-Bahn und Bus an ihr Ziel fahren. Am Ziel angelangt geht sie spazieren, erkundet die Sehenswürdigkeiten und leistet sich einen Kaffee mit Kuchen. Später erzählt sie vom Erlebten, als sei sie auf Weltreise gewesen.

      Man muss tatsächlich ab und zu raus aus dem Alltag. Aber dafür muss man keinen Kurztrip per Flugzeug nach London oder sonst wo hin unternehmen. Das wichtigste ist, dass man gedanklich und emotional vom Alltag Abstand nimmt, sobald die Haustür hinter einem abgesperrt ist.

      1. Sehe ich genauso Violetta. Es muss nicht zwingend eine Flugreise sein, mal raus aus allem geht wunderbar wie in deinem beschriebenen Beispiel!

    2. Irgendwann und irgendwo hat Nico Paech genau zu dem Thema auch was gesagt. Er hatte da auch einen Begriff, der mir aber beim besten Willen nicht mehr einfällt. Als Beispiel nannte er sinngemäß: In Urlaub fliegen und dann einen Gemüsebrühwürfel im Bioladen kaufen…

      1. Manche Jugendliche sind aber auch echt schlimm. Da hat eine auf Mallorca wohnend entdeckt, dass sie für 5 Euro mit der Fähre nach Teneriffa kommt. Statt ständig zum Taxitarif zu fliegen. Das Fährefahren war für mich das Tollste. Strecke erleben. Nicht das Fliegen, sich künstlich versetzen kassen. Kenne das auch, sich in den Bus setzen und eine Stadt erkunden. Berlin, London. Aber wenn man nur dafür lebt, dass man erzählen kann, wo man war oder was man sich leistet. Die Leute tun mir leid. „Wie war’s in Brasilien?“, fragte ich jemanden. ihr glaubt nicht, was die Antwort war: „Gut“.

        1. Bei einigen Leuten frage ich mich, für wen die eigentlich in den Urlaub fliegen? Für sich selbst? Oder nur für die bessere Selbstpräsentation gegenüber anderen Leuten, denen man erzählen kann, wo man war? Fliegen ist so normal geworden, wie früher Bus fahren.

      2. Guten Morgen in die Runde,
        da fällt mir in dem Zusammenhang noch was anderes ein. Ein Satiriker (sagt man so?) äußerte sich mal zum Thema dieser gehypten Hochzeiten. Er sagte, die Paare heiraten nicht einander sondern gegeneinander an. So isses mit vielem.

        Wenn die Preissteigerungen bei den Erzeugern ankämen, fände ich das okay. Man hat uns viel zu lange an unverschämt güngstige Preise für Lebensmittel gewöhnt. Wir wissen „unser täglich Brot“ nicht mehr wertzuschätzen.
        Andererseits haben wir jetzt schon Menschen, die grad so oder kaum über die Runden kommen. Siehe Daniela. Was mich sehr berührt. Ich habe Ende der 1990er/Anfang der 2000er eine ziemliche finazielle Dursttrecke gehabt, ich weiß wie sich das anfühlt. Bin froh, wie Violetta (schöner Name), dass ich mir die Dinge, die mir wichtig sind, noch leisten kann. Hab allerdings auch einen eingerichteten Hausstand. Was brauch ich noch groß dazu? Mein Geld ging Ende 2021 für den Kauf eines Gartens drauf. Da hab ich was. Auch für die Seele.

  8. Ich dachte, ich bin die Einzige mit so Quarkgedanken. Ab Juli und für 3 Jahre soll das so bleiben mit den Preisen. Ab der neuen Ernte. Laut Markus Wipperfürth. Landwirtschaftsverband. Wir werden quasi zum Entwicklungsland, weil wir im Ausland einkaufen und uns nicht mehr selbst versorgen können. Mal auf You Tube anschauen den klugen Mann. Lohnt sich immer. Grüße aus meiner Klimakammer. Hot. Hot.

    1. um so wichtiger, genau hinzuschauen, was wichtig und was überflüssiger Schnickschnack ist.
      Schade, dass man die Sommerhitze nicht in irgendeiner Form speichern kann – für die kühleren Wintertage. Das wäre mal Innovation.

      1. Eine kleine Ähnlichkeit zu diesem Gedanken hat die Firma „Coolar“. Ich habe deren Gründerin in einem Podcast gehört und sie beschäftigt sich mit Kühlschränken, die ohne Kühlmittel und STrom die Kühlung aus der warmen Umgebungsluft beziehen.
        Leider noch nicht marktreif, aber ich bleibe dran. Die Idee ist klasse – vor allem in der heutigen Zeit.
        Heute Morgen, als ich auf den Zug gewartet habe, sind Spots der Bundesregierung über die Bildschirme geflimmert in denen Tipps zum Energiesparen gegeben wurden. Wie z.B. bei 30 Grad waschen, die Heizung und die Klimaanlage (?!) um 2 Grad runter- bzw. raufdrehen. Ich habe mich gefühlt wie in einem Paralleluniversum. Das sind doch keine bahnbrechenden neuen Ideen, die da verkauft werden. Gibt es wirklich Leute, für die das was Neues ist?

        1. Ich befürchte leider schon, dass das für viele Menschen doch noch mal neu ist. Einige wissen es vielleicht auch, und haben sparsames Verhalten bisher nicht umgesetzt, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht geht es ja auch bei der Kampagne eher darum, dass das Thema überhaupt mal in der Mitte der Gesellschaft ankommt, ich glaube die meisten sind halt nicht generell achtsam mit ihrem Konsum wie hier die Blogleser. Ohne jetzt die Kampagne so verteidigen zu wollen, ich hab sie noch nicht gesehen. 😉

  9. Oh da sagst du was, etliche Preissteigerungen kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Ich kenne zum Glück auch die Preise der Sachen, die ich immer einhole und da fällt auch manches extrem auf. Ich schaue sehr genau welche Angebote grad sind, denn sehr oft sind da dann auch Artikel bei, die ich oft kaufe. So hält es sich im Geldbeutel noch einigermaßen in Grenzen. Aber trotzdem wird es im ganzen immer teurer.
    Wenn ich sehe wie andere Verschwenden, da bin ich auch einfach nur noch müde und hab echt kein Bock mehr.
    Hoffen wir einfach, dass es sich über kurz oder lang doch zum besseren wendet. Mehr bleibt einem zur Zeit nicht übrig.

    1. Hallöchen Aurelia,

      hab mich mal wieder auf deinem Blog bewegt. Mir fehlten ja die Worte, was es für überflüssige Dinge gibt. Wo leben wir hier eigentlich?
      @ Kulturschnepfe: solche Dinge machen mich nur noch ratlos. Ich behaupte, wir entwickeln uns zurück. Den Gedanken mal weitergesponnen: Wir wären nicht die erste Zivilisation die ausstirbt…

  10. Manches ist anscheinend noch nicht teuer genug. Gestern auf dem Weg zur Arbeit bin ich an zwei großen parkenden Autos vorbeigelaufen, deren Fahrer den Motor laufen ließen. Früher habe ich da manchmal Rabatz gemacht. Mittlerweile bin ich es müde und frage mich, warum ich mich einschränken soll, wenn das Thema Nachhaltigkeit, Konsumreduktion etc. (gefühlt) allen anderen am Hintern vorbeirennt. Das geht nicht mehr, das rennt. Aber ach, der Sprit ist ja so furchtbar teuer etc.

    Heute bin ich an der Zentrale einer großen Bank vorbeigelaufen, da fuhr gerade ein Auto vom Hof und parkte 100 m weiter vor der Bundesbank. Der junge Fahrer lieferte eine kleine Postkiste voller Briefe etc. dort ab und fuhr nachher wieder zurück. Hab ich gesagt, ich bin es müde? Ich bin es unendlich müde.

    Die gute Nachricht des Tages: Ich hab bei der Bundesbank mein sorgsam gesammeltes Kleingeld aus ca. 2 Jahren und einen 10 DM-Schein, den ich noch in meinem Wust an unnachhaltigem Krimskrams gefunden habe, eingereicht und bin mit rundum 290 € wieder gegangen. Das geht in den Reserve-Topf für die kommende Altersteilzeit. Sparen bringt manchmal doch ein bisschen was 😀

    1. Also was du da von den Autofahrern erzählst… da wirds mir vom Kopfschütteln ganz schwindlig. Schade, dass es keine Verschwendertarife gibt: Alle, die sinnlos Motoren laufen lassen und meinen, sie müssten 100 Meter mit dem Auto fahren, zahlen dreifachen Benzinpreis.

      Dein Reserve-Topf ist ja klasse. Für Altersteilzeit auch sinnvoll. Es wird zwar immer wieder über Rente mit soundsoviel Jahren geredet, aber keiner erzählt, wie sowas praktisch funktionieren soll und wie man überhaupt bis an solche Grenzen ran kommt.

    2. Gestern wurde gehupt. Der Rechtsabbieger hielt an um zuerst mich und dann meine Frau auf dem Radweg passieren zu lassen. Das gefiel dem Fahrer des Wagens hinter diesem Auto nicht, denn er hupte und beim Vorbeifahren konnge ich sehen wie er schimpfte und gestikulierte. Aber nicht in unsere Richtung sondern auf den Vordermann. Es wird immer gefährlicher, Radfahren wird immer riskanter, auf 5 km nimmt man mir einmal die Vorfahrt , wird von Fußgängern unvermittelt auf den Radweg gelatscht oder steht ein Auto auf dem Radweg zum Abbiegen, so dass ich nicht weiter fahren kann. Es ist so nervig.
      Und im Sommer kommen dann noch die Jogger dazu, die meinen auf dem Radweg oder der Fahrradstraße richtig zu sein, weil sie schneller als ein Fußgänger sind….

    3. Mir wird manchmal ganz schwummerig bei den ganzen Preisentwicklungen. Aber da gibts offensichtlich sehr viele Leute, die nehmen das kaum oder gar nicht wahr, dass Verschwendung echt das letzte ist, was wir derzeit gebrauchen können.

      1. Hatten erst gestern wieder in der Familie mit Erstaunen und Erschrecken festgestellt, wie normal es für manche ist, Lebensmittel wegzuwerfen. Anscheinend ist das alles noch nicht teuer genug und man kauft schon im vollen Bewusstsein, dass man das nicht alles essen kann. Meine Schwiegermutter hat von einem Experiment im Fernsehen erzählt, bei dem die Leute, die aus dem Bäcker kamen, gefragt wurden, ob sie alle gekauften Brötchen auch essen würden. Viele haben wohl verneint. Denen wurden direkt die überzähligen Brötchen abgenommen und an die Tafel gespendet.
        Wir vergessen leider oft, wie gut es uns geht. Und das geht dann auf Kosten derer, die sich so einen unnötigen Überfluss nicht leisten können.

      2. Mir auch.
        Man muss aber auch fairerweise sagen, dass Lebensmittel in Deutschland viel zu billig sind (STichwort true cost). Ich bin an dern Schweizer Grenze aufgewachsen und da kann man samstags als Einheimischer nicht einkaufen weil Lidl, Aldi etc komplett voller Schweizer sind, die sich günstig eindecken.
        Endgültig vom Glauben abgefallen bin ich, als in der Logistik ein rumänischer LKW-Fahrer zu mir gesagt hat, dass er noch in Deutschland für die Familie einkaufen gehen muss – die Lebensmittel in Rumänien (!!) seien so teuer.

Schreibe einen Kommentar zu Marion Antworten abbrechen

You have to agree to the comment policy.