10 Monate Barfußschuhe bzw. Minimalschuhe – meine Erfahrungen

Seit 10 Monaten nutze ich inzwischen Barfuß-Schuhe. Vorab gesagt: Natürlich selbst gekauft, wie immer nichts gesponsert und keine bezahlte Werbung oder solche Dinge.

 

3 Paar Barfuß-Schuhe

 

Mein Desaster mit Füßen und Schuhen

So lange wie ich denken kann, habe ich Probleme mit meinen Füßen. Endlose Mengen an Einlagen, kaum ein Paar Schuhe, welches mir passt. Zeit meines Lebens war es immer nur eine elendige Quälerei. Bei jedem Schritt schwimme ich eher, als das ich gehe, da ich ständig in „normalen“ Schuhen hin und her rutsche. Neben den üblichen Fehlstellungen habe ich noch einen leichten Sichelfuß, dazu sehr schmale Füße. Absätze kann ich gar nicht haben. Irgendwer meinte vor Jahren mal, es wäre gut, wenn ich zur Stärkung der Fußmuskulatur öfter am Strand Barfuß laufe. – Ah ja, … im Ruhrgebiet… am Strand…  Welcher Strand…? Den haben wir hier nicht so wirklich. Also habe ich es gelassen.

Ausprobieren: Achtsames Gehen, Fuß-Gymnastik, Trainingsrunden

Als meine Beschwerden im letzten Jahr immer stärker wurden, habe ich es einfach mal probiert mit diesen Barfußschuhen (oder auch Minimalschuhe genannt). Ich wollte sie für eine Art kleinere Geh-Trainingsrunde nutzen und einfach mal probieren. Die ersten Runden waren schon sehr aufschlussreich. Denn mir wurde erstmals richtig bewusst, wie ich überhaupt gehe: Mit der Ferse auf den Boden knallen (und die Vibration bis zur Schädeldecke spüren), über die Außenseiten des Fusses abrollen, um mich vorne mit den Zehen festzukrallen, damit ich nicht weg rutsche. Oha….! Genau diese Wahrnehmung wird mit normalen Schuhen einfach überdeckt. Ich habe zwar schon endlos Physiotherapie, Fitnessgymnastik und unterschiedliche Körperwahrnehmungs-Kurse und -übungen gemacht. Aber so deutlich ist es mir wirklich noch nie aufgefallen. Daher habe ich einfach mal probiert, anders zu gehen, bewusster. Nein, den Ballengang habe ich nicht probiert. Der ist mir zu künstlich. Aber mit der Ferse auftreten statt aufknallen, den ganzen Fuß abrollen, nicht nur über die Außenseite und die Zehen nicht mehr zusammenkrallen, sondern auch bewusst abrollen. Dabei fiel mir dann auf: „Ach ja, da gibts so einen großen Zeh am Fuß, den kann man also auch benutzen, hat ja sicher einen Grund, warum der so groß ist…“ Dann bin ich anfangs kleine, später größere Runden gegangen, ergänzt durch Fußgymnastik Zuhause. Von Vorteil dabei ist sicherlich meine jahrelange Achtsamkeitspraxis, meine Vorliebe für Gehmeditation und achtsames Gehen, sowie diverse oben erwähnte Übungen und Kurse, die inzwischen zu einem guten Körpergefühl geführt habe.

Was hat es gebracht?

Inzwischen habe ich keine „normalen“ Schuhe mehr. Barfußschuhe aus textilen Materialien sind für mich angenehmer, da sie sich meinem Fuß besser anpassen. Endlich gehe ich und schwimme nicht mehr im Schuhe herum und tatsächlich passen nun auch wieder Halbschuhe, nicht nur die höheren Schuhe, die über den Fußknöchel gehen. Meine früher ausgeprägten Krallenzehen, sind fast wieder in normaler Form, meine Füße sind stärker geworden. Mit dem linken Fuß klappt alles schon recht gut. Mit dem rechten Fuß ist es noch schwieriger, hier rolle ich immer noch viel zu viel über den Außenfuß ab, aber ich bleibe dran. Die häufigen Schmerzen in der Leiste, die ich vorher beim Laufen oft hatte, sind deutlich zurück gegangen. Links ist es top, rechts deutlich verbessert.

Der Winter hat übrigens auch gut funktioniert. Meine höheren Schuhe ließen sich problemlos imprägnieren. Das funktionierte sogar mit den Halbschuhen. Ich habe zum besseren Kälteschutz zusätzlich dünne Wollsohlen in die Schuhe gelegt.

Tipps

Tipps kann ich keine geben. Bezüglich Barfußschuhen, Fußfehlstellungen und was man sonst so tun kann, einfach Leute fragen, die sich da besser auskennen. Ich bin schon froh, wenn ich für mich selbst einiges rausfinden kann. Das reicht aber nicht, um da irgendetwas an Tipps an euch weiter zu geben.

Ob nun diese oder jene Barfußschuh-Firma besser ist: Keine Ahnung, ich bin da keine Fachfrau. Es liegt eher am Fuß, an persönlichen Vorlieben und vielleicht muss man es einfach testen. Hier gabs in Dortmund von der einen Firma (Leguano) einen Laden, da konnte ich die Schuhe anprobieren und ausprobieren. Die Schuhe sind im Bedarfsfall auch waschbar, was gut funktioniert. Leider kann man die Schuhsohlen dieses Schuhherstellers nicht reparieren lassen, was ich nachteilig finde. Die Woll-Einlegesohlen für den Winter sind von Wildlinge. Mit Wildling-Schuhen selbst bin ich nicht gut klar gekommen, da gabs Probleme. Die Firma hat die Schuhe aber anstandslos zurück genommen. Vielleicht irgendein Herstellungsfehler, vielleicht ein Montagsprodukt oder so etwas… Das Material war eigentlich super angenehm, aber für meine Zwecke letztlich auch zu empfindlich. Ich gehe sehr viel zu Fuß, meine Schuhe müssen einfach auch was aushalten können.

 

Man ist nie zu alt und nie zu eingeschränkt für Veränderungen

Ausprobieren kann man immer etwas. Ich habe erst mit 60 Jahren die Kurve zu Barfußschuhen bekommen, dazu mit einer ausgeprägten und z.T. angeborenen Fußfehlstellung. Ich könnte noch Beinfehlstellungen und den unvollständigen Wirbel dazufügen, ach ja der Hang zu überdehnbaren Gelenken wäre da auch noch. Ein Wunder, dass es bei mir mit dem Gehen überhaupt so klappt. Aber Leistungssportler wollte ich ja eh noch nie werden, Balett-Tänzerin auch nicht. Es muss nicht einmal irgendwie „normal“ sein – was ist schon normal … 😉 Jetzt mit 61 Jahren gehts mir deutlich besser. Nicht ganz so, wie Leute mit ganz normalen „Gehwerkzeugen“, aber ich bin sehr viel beschwerdefreier, glücklicher und zufriedener. Es ist die pure Erholung, allmählich entspannt sich durch das bessere Gehen der ganze Körper.

Natürlich vollbringen Schuhe keine Wunderwerke, auch Barfußschuhe nicht. Es ist schon wichtig, bewusster zu gehen und sich wirklich damit auseinander zu setzen. Von alleine passiert und ändert sich da nicht so viel – zumindestens nicht bei so Leuten wie mir. Ich kann aber sagen: Der Aufwand hat sich gelohnt!

Barfußschuhe und ansatzweise 2 Beine - beim gehen fotografiert

 


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57 thoughts on “10 Monate Barfußschuhe bzw. Minimalschuhe – meine Erfahrungen

  1. Hallo Gabi,

    in Sachen Schuhen bin ich eine Minimalistin. Ich laufe am liebsten barfuss und wo ich es kann tue ich es, schon immer.
    Barfuss-Schuhe habe ich vor 2-3 Jahren entdeckt und Stück für Stück ersetze ich meine Schuhe durch Barfussschuhe. Angefangen habe ich mit Winterschuhen und Ballerinas. Ich habe noch zwei paar Sneaker, wenn die durch sind, werde ich sie auch durch Barfussschuhe ersetzen.
    Welche Schuhe jemand bevorzugt ist tatsächlich von so vielen verschiedenen Faktoren abhängig, glücklicherweise gibt es inzwischen für jede Person das richtige Modell.
    Früher habe ich meine Füße wirklich stiefmütterlich behandelt und sie in jede erdenkliche Art von Schuhen gequetscht. Vor zwei Jahren wurde es mir zu blöd und ich habe entschieden, dass ich nie wieder Absatzschuhe tragen werde, da ich diese unglaublich unbequem finde. Gleichzeitig habe ich mir selbst versprochen keine Schuhe mehr zu tragen, die nicht richtig passen, sich blöd anfühlen etc.
    Seitdem fühle ich mich so viel besser!!!!

    Liebe Grüße
    Julia

  2. Ein schöner Blog!
    Durch Zufall bin ich auf Barfußschuhe gestoßen und trage sie hauptsächlich schon seid 3 Jahren. Auch als Mann kann man die Vorteile genießen :P. Als Radsportler kann ich die Manufaktur „Zaqq“ empfehlen, das Modell HIQE ist wasserdicht und wärmt bis 0°C. Die Qualität ist deutlich höher als bei Vivobarefoot, von denen ich auch zwei „an sich schöne“ Modelle besitze, die nach einem 1,5 Jahren aber langsam beginnen sich aufzulösen (täglich benutzt) …

    Für Steilküsten und Tiefschneewinter besitze ich aber noch „echte“ Schuhe. Grobe Felsenstrände funktionieren einfach nicht gut 😉

  3. Ich habe mir ein Paar Barfußschuhe von einer Firma gekauft, die viele Läden mit Direktverkauf in Zentrumslagen betreibt – und sich das über die Preise auch „vergolden“ lässt. (Meine Schuhe sehen so aus wie die mittleren auf Gabis Foto). Sie sind aus textilem Material, die Sohle aus Gummi, das Laufen fühlt sich damit tatsächlich angenehm an. Ich trage die Barfußschuhe gerne, wenn ich am Strand entlang laufe, denn wenn sie nass werden, trocknen sie sehr schnell. Auch kann man sie in der Waschmaschine reinigen, trotz mehrerer Wäschen sehen sie nach rund zwei Jahren noch top aus.
    Für den Alltag in der Stadt, das „Pflastertreten“ auf dem Erfurter Kopfsteinpflaster habe ich die Schuhe für mich selbst jedoch eher als ungeeignet befunden. Da brauche ich einfach festere Sohlen. Und leider sehen die Barfußschuhe zu formellen Outfits (auf die ich manchmal angewiesen bin) an mir etwas plump aus. Obwohl die Modelle schon eleganter geworden sind. Was ich wirklich schade finde: Richtige Maßschuhe vom Schuster, individuell für den Träger und nach dessen Leisten gefertigt, sind inzwischen in Deutschland unbezahlbar geworden; unter einem vierstelligen Eurobetrag geht da nichts.

    1. Bei den Schuhen, die du da erwähnst, ist genau das der Vorteil: Es gibt Läden vor Ort. Es ist einfach extrem ungünstig, sich alles mögliche übers Internet zu bestellen, wenn man nicht weiß, ob es passt. Ja klar, man kann Retoure machen etc. Aber das ist auch nicht umweltfreundlich und zudem umständlich. Genau das war mein Grund für diese Schuhe. Den tatsächlich ist der Preis nicht ohne – meine Schuhe früher waren aber auch nicht billiger, da mir kaum was passte. Und dann kamen noch Einlagen mit Sonderanfertigungen dazu. 2 x im Jahr, das musste oben drauf bezahlt werden. Die Sohlen könnten in der Tat haltbarer sein, gefällt mir da auch nicht.

  4. Hallo Gabi,

    schön, dass du den Weg zu Barfußschuhen gefunden hast.

    Ohne die könnte ich gar nicht mehr laufen. Habe auch eine angeborene Fußfehlstellung und dementsprechend meine Probleme. Laufe seit 2018 in Barfußschuhen und es war ein längeres hin und her bis ich meinen Stil der Fortbewegung fand und die passenden Barfußschuhe.
    Brauche breite Modelle und zu dünn dürfen die Sohlen nicht sein, sonst grüßt die Plantarfaszienentzündung sicherlich erneut. Obwohl ich diese zum Glück komplett wieder beheben konnte. Doch nochmal lege ich es nicht darauf an.

    Sehr weiter gebracht hat mich ein Youtube Video von Strong und Flex.
    „Richtig gehen-Die 3 Fußwippen als Schlüssel“

    Geben meine Knochen so nicht mehr ganz her, aber die Richtung stimmte für mich.

    Erschreckend, dass man im fortgeschrittenen Alter erst wieder gehen lernen muss und dafür Anleitungen benötigt. Doch besser spät als nie.

    Viele Grüße

    Sonja

    1. Danke für den Tipp, da waren tatsächlich einige Aspekte drin, die interessant für mich sind. Kleinere Schritte, weil man dann nicht so mit der Ferse aufknallt – eigentlich so simpel. Aber es gibt so einiges an einfach Übungen und Zusammenhängen, wo ich mich frage, warum mir das niemand mal früher erklärt hat.

      1. Gern geschehen. Bis das Fersen knallen bei mir aufgehört hatte, brauchte es eine ganze Weile.
        Auch jetzt ertappe ich mich manchmal noch dabei, dass ich Stechschritt gehe, wenn ich unkonzentriert bin. Die jahrzehntelange Gewohnheit der festen, dicken Sohlen.

        1. Liebe Sonja,
          darf ich fragen, welche Barfußschuhe Du trägst. Breite Füße und Plantarfaszitis – das ist genau mein Thema.
          Liebe Grüße und danke!
          Steffi

          1. Frag sonst mal den Kundenservice bei freizehn.de (keine Werbung, ich habe nur selbst gute Erfahrungen mit der Internetseite und die haben viele Marken) und auch vivobarefoot hat unterschiedlich breite Modelle, und eine „bequemere“ Sohle als z.B. Wildlinge.

          2. Hallo Steffi,

            Be Lenka hat breite Barfußschuhe und Feelgrounds.
            Sohlenstärke unterschiedlich, zur Not kann man mit einer Innensohle etwas ausgleichen.
            Die breiten Modelle von Solerunners kann ich nicht empfehlen.
            Zu schlechte Qualität, die Sohlen fangen nach wenigen Wochen an sich zu lösen, Ösen reißen auf, auf einmal ein Loch im Mesh und das riffelte sich schnell weiter auf.
            Senmotics hat eine schöne Breite, Qualität soweit top, doch mir waren die Sohlen auf Dauer zu steif.
            Bis jetzt bin ich mit Feelgrounds und Be Lenka am meisten zufrieden und seitdem nicht weiter auf der Suche.
            Leider hält bei beiden Unternehmen die Verklebung der Sohle auch nicht ewig, wenngleich die bei weitem nicht so schnell die Grätsche macht, wie bei Solerunners.
            Köraplast + Härter ist zu empfehlen beim selber kleben. Hält auf Textilmesh wie bei z.B. Feelgrounds ebenso gut wie auf Leder bei Be Lenka.
            Der Kleber hält ungefähr zwei Jahre nach Öffnung und kühler Lagerung. Danach sollte der nicht weiter verwendet werden.
            Sohlen die ich damit geklebt haben halten bisher. Die längste seit drei Jahren bei regelmäßiger Nutzung des Schuhs.

            Viele Grüße

            Sonja

            1. Nachtrag: Die Sohlen lösten sich nie vollständig ab, nicht das ich mich falsch ausgedrückt habe, sondern lösten sich jeweils an Knickstellen Zehenbereich – oder stärker belasteter Stellen (meine Fehlstellung fordert ihren Tribut), dass sieht schnell unschön aus.

  5. Diese Barfußschuhe sind prima!
    Komischerweise bin ich erst vor knapp 2 Jahren wieder darauf gekommen. Als ich Kind war, waren die Schuhe alle ohne Dämpfer und Fußbett. Irgendwann ist man dazu übergegangen „bequeme“ Schuhe zu produzieren und natürlich auch zu kaufen. Und wahrscheinlich dann gingen meinen Probleme los. Ich wusste nie, warum ich Probleme mit den Knien hatte. Der Orthopäde verschreib Einlagen, die die Sache nur noch schlimmer machten…
    Um neue Laufschuhe (Sportschuhe) zu kaufen, war ich in einem Schuhgeschäft, die auch Laufanalysen machen. Der Verkäufer hat dann rausgefunden, woher meine Probleme kommen. Der Verkäufer – nicht der studierte Orthopäde!
    Ich laufe zu 90% auf Socken oder in Barfußschuhen. Seitdem geht es meinen Knien wieder gut.

    1. Hm, Orthopäden verschreiben Einlagen und machen ggf. Röntgenaufnahmen. Wirklich brauchbare Tipps habe ich da noch nie erhalten. Dass es ausgerechnet der Schuhverkäufer war, ist ja fast unglaublich, aber phantastisch.

  6. Kibun Schuhe sind ganz in der Nähe von St.Gallen domiziliert. Karl Müller, ein Pionier vom Barfuss-Schuh vor ca. 30 Jahren in den Pampas, hat die Idee geboren. Zuerst mbs Schuhe, heisst Müller Barfuss Schuh, später Weiterentwicklung in Kybun Schuhe. Wertige Schuhe, langlebig, meine zwei Schuhe ca. 10-15 Jahre alt, ca. 4 cm hohe luftige Sohle. Gut schonend für Knie, Gelenke, Rücken, sehr angenehm zum Tragen, immer warme Füsse bei Nässe und Kälte. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig dann fast süchtig machend. Du bist immer gut unterwegs. Alles was so langlebig gut ist, hat auch einen höheren Preis. Es ist jedoch den Preis wert. Es gibt sie auch als Hausschuhe, als Schlüpfer.
    Herzliche Grüsse aus dem Appenzellerland

    1. Ich kann nachvollziehen, dass solche Schuhe für manche Menschen hilfreich sind. Für mich wäre es überhaupt nichts. Ich brauche Kontakt zum Boden, muss das Abrollen des Fußes genau spüren, damit es mir gut geht. Aber so ist das eben, letztlich lässt sich immer nur eine individuelle Lösung finden.

  7. Das kann ich so gut nachfühlen mit den Fussproblemen. Bei mir fing das so ganz langsam an vor 10 Jahren, da war ich Ende Vierzig. Vor 3 Jahren war es ganz schlimm, kein Schuh war bequem, alles drückte, nur mein alter Laufsneaker ging noch. Medizinische Einlegesohlen waren auch nichts.
    Dann kam ich drauf mir Textilsneaker mit Memorysohle zu kaufen und die trag ich liebend gern. Nichts drückt oder schmerzt mehr. Ich hatte auch schon an Barfussschuhe gedacht, bin mir aber sehr unsicher wegen der dünnen Sohle, die Sneaker haben alle eine eher dicke Sohle und grade das scheint mir, plus der Memorysohle, für mich bequem zu sein. Ich denke mal das es vermutlich auf das ganz persönliche Fussproblem ankommt. Schönen Sonntag noch !

    1. Bei mir ist das ähnlich. Hatte bereits drei Halluxoperationen, bei der letzten mit Versteifung der Grosszehe. Hinzu kommen Knick- Senk- Spreizfuss auf Grund 40 jähriger Verkaufstätigkeit. Ohne Schuhe laufen, auch zuhause geht gar nicht. Am besten mit Schuhen mit relativ fester Sohle und Memoryfoam Einlagen.
      Ich glaube jedes Paar Füsse braucht was anderes um einigermassen zu funktionieren.
      Vielleicht hätte man in jungen Jahren doch mehr drauf achten sollen.
      LG

      1. Oh, 40 Jahre Verkaufstätigkeit, d.h., überwiegend stehen. Da wäre man mit Barfuß-Schuhen vermutlich auch an Grenzen gekommen und wenn du in Turnschuhen oder Pantoffeln auf der Arbeit erschienen wärest, hätte das auch Palaver gegeben.
        Bezüglich Arbeitsschutz und Gesundheit ist nach meinem Eindruck aber früher auch oft nicht so genau wie heute hingeschaut worden.
        Mit jüngeren Jahren mehr drauf achten: Ja, macht Sinn – wenn man es weiß… Ich wusste aber beispielsweise vieles nicht, viel konkretes habe ich nicht erfahren, das Internet als Informationsquelle gabs noch nicht und Hinweise „mach mal Sport“ waren da auch bloß allgemeine, dusselige Sprüche.

      2. Hallo Monika, es grüsst der Einzelhandel ! Bei mir waren es 10 Jahre Verkauf und 20 Jahre Warenwirtschaft/Büro. Ich muss aber gestehen das ich meine Füsse hauptsächlich mit dem Tragen von Highheels auf der Arbeit verformt habe. Tja, selbst schuld, aber ich fand es halt schön, war ich dann doch nicht so zwergig. Hallux hab ich so leicht, aber ansonsten Senk/Spreizfuss. Ich hoffe immer noch das ich um die Hallux OP drumherum komme, da es sich in den letzten Jahren nicht verschlechtert hat. Geht mir aber genauso, ich laufe deutlich besser mit Schuh als ohne.

      3. Ich bin so froh, dass ihr hier eure Erfahrungen schreibt, Monika und Tina. Ich brauche auch eine etwas besser gepolsterte Sohle.
        Ich hatte vor einigen Jahren mal Barfußschuhe über längere Zeit ausprobiert, aber dadurch immer öfter wahnsinnige Schmerzen in den Gelenken und in der Plantarfaszie (direkt unten in der Ferse), die auch nach viel Üben und Anpassen der Lauftechnik nicht verschwanden. D.h. die Schmerzen wurden immer stärker. Laufen in dünnen Sandalen oder Schuhen mit Billigsohle kann ich ebenfalls nicht mehr, ich spüre auch mit eingeübter vorsichtiger Abrolltechnik einfach jeden Knochen abends.
        Ich bin froh über gut sitzende gepolsterte Schuhe, gerade auch fürs Wandern, was mir damit viel besser gelingt. Memoryfoamschuhe kenne ich nicht, werde ich mir aber mal merken falls wieder Schuhkauf ansteht. Ich finde Barfußschuhe vom Konzept her toll, für mich waren sie leider nicht das Passende.
        Liebe Grüße!

        1. Ich glaube, es kann für jeden einfach sinnvoll sein, es mit Barfusschuhen auszuprobieren. Und ggf. auch verschieden Marken zu probieren. Ich habe Probleme mit der Lendenwirbelsäule und nahezu einen Plattfuß gehabt. Dabei wiege ich ein dreistelliges Gewicht, meine Füße müssen also was aushalten. Und ich bin mit Barfussschuhen tatsächlich nahezu beschwerdefrei (plus passende Zahnschiene vom Zahnarzt), außerdem hab sich der Plattfuß vollständig zurück gebildet! Ich habe mittlerweile ein schönes Fußgewölbe, und freue mich über meine Fußabdrücke. Ich habe heute auch eine bessere Körperhaltung, eine bessere Körperspannung und ein besseres Körpergefühl. Für mich war das wirklich lebensverlängernde der Umstieg.
          Meine Tipps: wirklich langsam umstellen, verschiedene Marken ausprobieren (Barfusschuhen kann man über eBay relativ gut weiterverkaufen), ich persönlich mag freizehn.de sehr. Die sind nicht von einer Marke abhängig.
          Mir waren am Anfang die Wildlinge zu dünn und zu flexibel. Das hat sich nach mehren Monaten geändert. Heute sind mir meine damals geliebten, festeren Barfusschuhen eher zu fest und zu hart.
          Und wenn es für einen nichts ist, dann ist das ja auch einfach total okay.

            1. Lebensverlängernd sollte übrigens lebensverändernd heißen 🙂

              Ja, ich bin meiner Freundin für diesen Tipp sehr dankbar! Für mich gibt es nie wieder was anderes…

    2. Es gibt in der Tat einfach unterschiedliche Füße und unterschiedliche Bedürfnisse. Ich sehe so etwas ganz pragmatisch: Es wird besser, keine Schmerzen: passt!

  8. Liebe Gabi,
    ein sehr schöner Beitrag!
    Ich laufe seit drei Jahren fast nur noch in Barfuß Schuhen (außer beim Tanzsport und bei meiner Arbeit am Pferd). Meine Füsse sind kräftiger und breiter geworden; die gesamte Muskulatur arbeitet viel besser und trägt besser. Keine Rückenschmerzen mehr.
    Heute mag ich die früher so geliebten Birkenstocks überhaupt nicht mehr. Das fühlt sich alles dann irgendwie „knubbelig“ am Fuß an. Für den Winter hab ich wasserfeste Schuhe von Zaqq und im Sommer liebe ich die Leguanos. Freudiges Gehen weiterhin und liebe Grüße
    Karin

  9. Hallo Gabi, willkommen im Club.
    Du weißt ja, dass ich vor ein paar Jahren auch umgestiegen bin. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Einziger Nachteil : meine Schuhe sind alle nicht so wasserdicht, was bei Starkregen oder Pfützen Koordination verlangt. In der trockeneren Umgebung ist die Belüftung natürlich klasse. Die teilweiße unverschämten Preise sind auch nicht für jeden was. Man muss voraus planen und kann nicht eben so ein Paar nebenan kaufen. Da ist Versand notwendig.

    1. Ja genau, ich hatte mich extra nochmal bei dir nach Erfahrungen erkundigt. Und dann beschlossen, es selber mal zu probieren. Wir haben hier sogar einen Laden vor Ort, aber auch nur von einer einzigen Firma. Das ist ein wenig schade.

  10. Vielen Dank Gabi für den sehr interessanten und hilfreichen Erfahrungsbericht. Ich überlege auch schon länger, mir Barfußschuhe zu kaufen. Ich habe sehr breite Füße und einen relativ hohen Spann, dabei Größe 38,5 (in der Regel). Ich kann schon lange keine „normalen“ Schuhe mehr kaufen, da die viel zu schmal für meine Füße sind.

    Ich trage ja liebend gerne Birkenstocks und habe 2 Sommer und mittlerweile auch ein Wintermodell. Ich liebe sie alle drei sehr. Sie sind allerdings der absolute Gegenentwurf zu Barfußschuhen wegen des Fußbetts und tatsächlich merke ich auch v.a. nach dem Sommer (trage meine Birkis wirklich 6 Monate am Stück), dass mein Fußgewölbemuskel dann schwach wird. Das mag ich nicht mehr, deswegen überlege ich mit den Barfußschuhen. Mal sehen, ich denke, diesen Sommer wird es soweit sein. Dass ich mich dann ggf. von den Birkis verabschieden muss nehme ich für eine gute Fußgesundheit gerne in Kauf.

    1. Wenn es vor Ort keine Barfußschuhe zu kaufen gibt: Anbieter haben z.T. sehr differenzierte Angaben zum eigenen Vermessen.
      Zuhause mal in der Wohnung barfuß bzw. auf Socken laufen ist ja auch anfangs mal möglich. Das ist zwar ein Mini-Anfang, aber eben trotzdem ein Anfang.

    2. Leider passen sich die B*rkenst*cks dem Fuss gar nicht an. Abrollen geht nicht. Früher gab es nichts anderes. Aber für Viele sind sie keine Lösung, das feste Fußbett ist eine Katastrophe.

  11. Hallo Gabi,

    ich dachte heute Morgen noch, dass ich nur noch Wildlinge tragen werde. Für Regen sind sie mir zu schade. Mir ist es ein Rätsel, dass diese Stoffschühchen ein Wintermodell sein sollen. Dann lieber meine el naturalista. Ich merke auch deutlich, dass der Fuß mit dem Hallux ganz anders abrollt. Ich hoffe, das wird noch besser.

    GLG Tanja

    1. Solche Veränderungen dauern, aber immerhin sind sie überhaupt möglich. Und wenn man den Platzkomfort mal gewohnt ist von diesen Barfußschuhen, dann sind andere Schuhe fast unerträglich. Die Empfindlichkeit der Wildlinge finde ich auch ein Problem.

      1. Mich würde interessieren, welche Modelle ihr hatten und was ihr als empfindlich bezeichnet? Ich hab ein Wintermodell (Tann, in grün), und mit denen komme ich bei fast jedem Wetter klar. Selbst beim Strandspaziergang an der Ostsee war ich jetzt überrascht wie gut das ging. Und ich trage sie seit einem halben Jahr fast täglich und dafür sind sie richtig gut erhalten. Ich war früher auch skeptisch bei Wildlingen, sie haben sie aber tatsächlich als robuster herausgestellt als ich dachte. Bei richtigem Mistwetter steige ich aber auf Barfusslederschuhe um. Also kaltes Wintermistwetter.
        Was ich an Wildlingen gut finde: die Firma versucht okölogisch zu handeln und nicht nur greenwasching zu betreiben. Selbst kaputte Wildlinge lassen sich weiterverkaufen, weil es Menschen gibt, die sie reparieren und aufbereiten. Das ist nachhaltig. Und es ist immer noch ein Familienunternehmen und kein Konzern, dem alles über Gewinne geht… Außerdem gab es qualitative Mängel, aber ich finde, dass die wirklich gut behoben wurden (das ist jetzt schon mehrere Jahre her, und betrifft die aktuellen Modelle nicht).

        1. Hallo Nadine,

          ich habe die „Amsel“ mit Schurwolleinlage. Die sind mir im Winter schon in der Wohnung auf dem kalten Laminat viel zu kalt. Ich bin auch echt eine Frostbeule. Dem Regen habe ich sie noch nie ausgesetzt. Und die „Feder“ für den Sommer. Ähnlich der „Aprifeder“. Nur ein Gummi ist hinten anders. Gut, dass du die „Tann“ getestet hast. Mit denen liebäugele ich schon länger.

          Ganz liebe Grüße,
          Tanja

          1. Wollsocken und Cosyshoes von Falke für drinnen wären mein Tipp. Und nach zwei Jahren Barfusschuhtragen habe ich grundsätzlich wärmere Füße. Aber ich weiß nicht, ob das Zufall ist. Früher war unserer Haus für mich Fußkalt, heute trage ich nur noch Wollsocken, keine Hausschuhe mehr…

          2. Nachtrag:
            Ich hatte Hallux Schmerzen von den Sandalen, obwohl sie ja gerade für Hallux beworben werden. Und sie passten laut Wildling. Ich sollte Fotos schicken. Sie wurden nicht zurück genommen. Hab sie verkauft. Fand ich enttäuschend.

  12. Hallo Gabi,
    Seid 3 Jahren bastle ich meine Barfußschuhe selber.Ich habe auch Jahre lang Einlagen getragen und nur Probleme gehabt.Seid dem ich Barfußschuhe trage sind meine Knie und Rückenprobleme viel besser geworden.Der menschliche Fuß ist nicht dafür geschaffen in engen Schuhen mit starrer Sohle zu gehen.Wir kommen aus der Savanne und sind Lauftiere.Ich bin durch Zufall mal an eine Bastelanleitung für Barfußsandalen gekommen und habe das gleich mal ausprobiert.Inzwischen besitze ich mehrere Paare mit unterschiedlicher Sohlenstärke für jeden Gebrauch.Wer richtig handwerklich geschickt ist kann sich auch geschlossen Barfußschuhe basteln.Wird mein nächstes Projekt werden.
    Ich kann es jedem raten einmal selber ein paar Sandalen zu basteln und damit längere Strecken zu gehen.Geht am Anfang richtig auf die Waden aber mit der Zeit möchte man keine geschlossenen Schuhe mehr tragen.

      1. Ja und ganz leicht zu basteln.Ich kann sehr gut darin gehen und laufen.Je nach Model mit unterschiedlichen Sohlen und und Zwischensohlen.Ich habe ein Model nur für Wanderungen auch für schlechte Wege.Über die Sommermonate trage ich sie jeden Tag und ich stehe den ganzen Tag damit im Beruf.Am Anfang braucht man etwas Eingewöhnung damit, als ob mann das Gehen und Laufen wieder erst erlernen muss.Aber mit der Zeit möchte man sie nicht mehr missen.

        1. Wie ist das mit der Verknotung unter der Sohle (vorne)? Stört das nicht? Habe eben ein Video gesehen und überlegt, ob das nicht störend ist.

          1. Nein stört mich nicht.Ich habe aber auch andere Techniken entwickelt, wo gar kein Knoten unter der Sohle ist.Da ich die Sandalen aus zwei Lagen Sohlenmaterial aufbaue, verbaue ich die Schnüren zwischen die Sohlen.Somit ist unter der Sohle kein Knoten.Habe dazu auch mal ein Video gesehen im Internet und gleich umgesetzt.Schau einfach mal bei YouTube da wirst du fündig.

  13. Das mit Vibration bis zur Schädeldecke, da nichts mehr von dicker Sohle gepuffert wird, hat mich auch geschockt.
    Ballengang bekomme ich auch (noch?) nicht hin, aber das der künstlich ist, glaube ich nicht so recht. Guck dir mal Kinder an, die laufen lernen – die laufen ganz natürlich auf den Ballen.

    Ich hatte Barfußschuhe schon aufgeben wollen, da ich keine gefunden hatte, mit denen ich klar kam. Vivo, Leguano, Vibram, Bär… Alles probiert. Die einen passten von Anfang an nicht, die anderen stellten sich beim Tragen als zu schmal heraus, die nächsten haben nur ein paar Monate gehalten, dann war das Obermaterial kaputt. (Meine Doc Martens von früher waren alles andere als fußfreundlich, aber die haben mehr als 20 Jahre gehalten und täten es immer noch.)
    Ich habe jetzt immerhin ein Paar Barfußschuhe für den Winter. Für den Sommer suche ich noch. Denn was einem auch keiner sagt: Wenn man einmal mit Barfußschuhtragen angefangen hat, gibts kein zurück mehr, da der Fuß wieder seine natürliche Form annimmt, die sich nicht mehr in den Normschuh pressen lässt.

    1. Es gibt ja inzwischen eine endlose Auswahl an Barfußschuhen. Das Problem ist, dass man sie ja selten vor Ort im Geschäft anprobieren kann. Da wüsste man es ja recht schnell, welcher passt und welcher nicht. Aber im Netz ein wenig herum gestöbert, finden sich einige Onlineberatungen (z.B. per Videochat, ausmessen etc.), um den passenden Barfußschuhe zu finden.

  14. Das hört sich sehr gut an. Ich laufe auch sehr gerne ohne Schuhe und hab schon überlegt für die wärmeren Jahreszeiten auch mal solch ein Paar Schuhe zu probieren. Ich habe zum Glück nicht solche Probleme oder Fehlstellungen wie du an den Füßen, aber immer Probleme mit schnell Blasen an den Fersen wenn Schuhe nicht an meine Füße richtig passen. Selbst wenn ich sie eingelaufen hab, kommen in doofen Schuhen immer wieder Blasen. Darum geh ich immer sehr gut mit meinen Schuhen um die gut passen und keine Blasen verursachen. Neue kaufen brrrrr ist immer Horror. Ich merke aber zum Glück schon beim Kauf und ne Weile im Laden Probelaufen, ob da Blasen kommen oder nicht.
    Hab Dank für deinen Bericht und noch ein schönes Wochenende, liebe Grüße!

    1. Mir hat – neben der dünnen Sohle – geholfen, dass die Schuhe aus textilen Materialien sind. Die passen sich besser an den Fuß an. Und wichtig: Vorne ist viel mehr Platz für die Zehen. Dir ebf. ein schönes WE!

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