Modulküche: Die Spüle

Warum eine Modulküche?

Schon seit langem träume ich davon, wieder auf eine Modulküche umzusteigen, d.h., einzelne Küchenmöbel statt Einbauküche. Aber warum und warum jetzt?

Der wichtigste Grund: Meine kleine Einbauküche war schon seit längerem in einem recht ramponierten Zustand. Die Elch-Küchenmöbel waren früher definitiv mal besser. Die ausziehbaren Drahtkörbe praktisch, aber sie sorgten ebf. dafür, dass die Beschichtung der Türen irgendwann ein einziges Desaster war. Der Wasserhahn war auch unwiderruflich hinüber. Es war Zeit, endlich etwas zu verändern.

Eine Modulküche, also einzelne Küchenmöbel haben für mich den Vorteil, dass sie flexibler sind, nicht auf den Millimeter genau anpasst werden müssen und ich einfacher neu und alt, sowie komplett unterschiedliche Systeme und Schränke problemlos nutzen kann. Es ist auch einfacher, unterschiedliche Arbeitshöhen miteinander zu kombinieren. Für den Bedarf von 1 – 2 Personen reicht sowas locker aus. Ich koche nicht für einen größeren Personenkreis, Kochprofi bin ich schon gar nicht. Ich brauche auch keine Statussymbol-Küche, ich will kein schickes Hightech-Center, schon gar nicht irgendeinen Firlefanz. Ich möchte einfach nur eine Küche, in der ich kochen kann – fertig. So liebe ich Minimalismus.

Auflagespüle statt Einbauspüle

Ich bin sehr viele Jahre super mit einer einfachen Auflagespüle klar gekommen und war damit viel zufriedener, als mit jeder Einbauspüle, die ich zwischenzeitlich hatte. Auflagespülen sind sozusagen wie eine Edelstahlarbeitsplatte in die eine Spüle und Ablauffläche integriert ist – nur lange nicht so teuer 😉 . Solche Spülen werden direkt auf den Küchenunterschrank befestigt, keine abzudichtenden Spülenränder am Übergang zur Arbeitsplatte, keine Spülenausschnitte sägen. Wenn beim Spülen Wasser umher spritzt: egal!

Spülenschrank – Qualität statt Quantität

Für den Spülenunterschrank habe ich mir diesmal einen hochwertigeren Schrank aus heimischer Produktion gekauft. Mit diesem Schrank bin ich (insb., im Vergleich zu den Elchmöbeln vorher), wirklich super zufrieden.

Auflagespüle – Vorteile, Nachteile

Die Auflagespüle, die ich ausgewählt habe, ist sehr praktisch: Spüle in der Mitte, rechts und links Ablauf- und Abstellflächen. Und schön groß: 120x60cm.

Auflagespüle mit Spülbecken in der Mitte, rechts Abstellfläche, links Abtropffläche

 

Großer Nachteil dieser Spüle ist der Holzrahmen, der unterhalb der Spülenauflage ist, um die Spüle mit dem Unterschrank mittels ein paar Schrauben befestigen zu können. Das funktionierte aber nicht, da dieser Holzrahmen nämlich qualitativ deutlich schlechter und unpraktischer ist als früher (Dreiecks-Leiste statt normalem viereckigen Rahmen). Letztlich ließ sich diese Spüle mit Montagekleber befestigen, verschrauben war unmöglich. Zum Glück hat das sehr gut funktioniert. –  Tja, klasse Aufteilung der Spüle mit Holzrahmenmurks. Auf die Idee, dass sich der Murks selbst an einer solchen Stelle versteckt, bin ich einfach nicht gekommen.

 

Also kleiner, praktischer Tipp am Rand, wer sich für Auflagespülen interessiert: Klasse System, gerade auch für kleine Haushalte oder Menschen, die absehbar noch öfter umziehen, aber Auflagespülen mit Holzrahmen: Nein, besser nicht! Lieber das übliche System zum Verschrauben nehmen.

 

Vom Holzrahmen und der Umständlichkeit beim Befestigen mal abgesehen, gefällt mir die Spüle super gut. Ich bin sehr glücklich damit. Vielen Dank an dieser Stelle an die beiden freundlichen Menschen in meinem Umfeld, die mir mit ausgeliehenem Werkzeug, guten Ideen und fachkundigem Sachverstand beim Anschließen der Spüle geholfen haben!

Was ich sonst noch so verändert habe bzw. noch verändern werde: Dazu später mehr. Ich bin einfach noch nicht fertig, warte auch noch auf einen weiteren Unterschrank. Gut Ding will Weile haben, schließlich möchte ich diese Küche lange, am liebsten sehr sehr lange nutzen.

Auf dem nachfolgendem Foto der aktuelle Zwischenstand. Die Spüle ist anschlossen und montiert sie kann benutzt werden. Der Rest, wie das Anbringen der Sockelleiste erfolgt noch in der nächsten Zeit.

Weißer Unterschrank mit Auflagespüle, am rechten Bildrand ein Schubladenschrank (Värde, Ikea) mit Kochplatten darauf

 

Und auf dem Foto die Gesamtansicht vom z.T. improvisierten und halbfertigem Zwischenstand. Auf der rechten Seite zwei alte Schränke, die noch erneuert werden sollen, die Arbeitsplatte wird dann entsprechend noch angepasst. Die unterschiedlichen Höhen sind gewollt, weil rückenfreundlicher für mich.

Halbfertige Küchenzeile mit links Spüle, Värdeschrank und rechts 2 alten Schränken mit Arbeitsplatte und darauf ein kleiner Kühlschrank

 

Zum Weiterlesen:

20 thoughts on “Modulküche: Die Spüle

  1. Liebe Gabi, ich habe noch nie eine Einbauküche gekauft. Modulküchen sind flexibel einsetzbar, besonders bei Umzug oder wenn sich der Bedarf ändert (z.B. Kinder ziehen aus). Wir haben unsere Elchmöbel als Module in den 90er Jahren gekauft (ein Teil davon gebraucht), die sind auch schon 3x umgezogen und diverse Male repariert worden (neue Schienen für die Schubladen), aber bis auf ein paar Gebrauchsspuren am Holz noch in Ordnung. Würde ich mir jederzeit wieder so kaufen, wenn ich müsste. Da mussten die Elektrogeräte Kühlschrank, Spülmaschine und Herd alle schon mal ausgetauscht werden, weil sie nicht mehr zu reparieren waren. Es lebe die Modulküche! Schade, dass es mein Modell nicht mehr gibt… aber falls nötig, kann der Tischler auch einen kompatible Möbelvariante zur Ergänzung schaffen.

    1. Oh, früher waren die Ikea-Möbel definitiv auch noch besser. Es fängt schon damit an, dass es Zeiten gab, wo diese tatsächlich überwiegend aus Holz waren und nicht nur aus irgendeiner Presspappe oder Pressspan. Genieße es! Ich habe jetzt zum Glück eine bessere Alternative.

  2. Eine sehr schöne Lösung! Was mich interessieren würde: wie teilst du dir jetzt die Ordnung in den unterschiedlichen Schränken auf? Wo kommt was hin? Und wie machst du das mit Vorräten? Ich habe da für mich noch keine gute Organisation gefunden und tendiere eher dazu, zu viele Vorräte zu horten, dann zu vergessen was ich alles dort habe um dann frustriert festzustellen, dass ich zu viel Zeug und zu wenig Platz habe

    1. Ich probiere da auch immer noch sehr viel herum und werde da sicher dann, wenn mal alles fertig ist, auch nochmal was darüber schreiben.
      Bzgl. der Organisation finde ich – oben am Ende des Beitrages verlinkt – die „Küche mit System“ sehr interessant. Allerdings: Im minimalistischen Haushalt passt das letztlich auch noch nicht wirklich. So viele Dinge für die einzelnen Bereiche habe ich z.B. gar nicht. Da ist vieles, wie Töpfe und Geschirr, in einer einzelnen Schublade.
      Ich habe noch eine Abstellkammer, darin einen 80x60x35cm großen Schrank, darin sind Vorräte. Ich nehme die Größe dieses Schrankes als ungefähres Maß für die Menge, die ich bevorrate.

  3. Gibt es diesen Schrank speziell als Spülenschrank zu kaufen oder wie kann man sich das vorstellen ? Die Auflagespüle scheint ja genau da drauf zu passen und das Becken geht ja nach unten also da kann keine Platte auf dem Schrank drauf sein oder ?

    1. Ja, das ist ein Spülenunterschrank – aber eigentlich gedacht für Einbauküchen. Ich habe die Größe des Spülenschrankes entsprechend der Auflagespüle ausgesucht. Genau genommen ist das also eine Zusammenstellung, die die Küchenhersteller so nicht vorgesehen haben, die es so auch nicht gibt – bis jetzt, bei mir 😉
      Die üblichen Spülenunterschränke für Auflagespülen (häufig z.B. in Baumärkten zu finden), sind insgesamt eher schlecht verarbeitet und mir mit 85cm Gesamthöhe auch viel zu niedrig.

      1. Bei niedrigen Spülen komme ich mit der Spülbürste nicht ganz in das Spülbecken rein (mit Schwamm gar nicht) , obwohl ich gar nicht mal so groß bin. Dann ist Bücken angesagt. Eine Qual, wenn es nicht passt.

        1. Ja, das ist insb. auf Dauer wirklich nervig. Ich hätte den Spülenschrank noch auf 1,09m hochsetzen können. So gross bin ich dann aber auch wieder nicht.

  4. Sieht toll aus, Gabi. Mein Umzug verschiebt sich jetzt doch. Die Wohnung ist noch nicht frei. Ich hasse meine Spüle. Der Abfluss riecht ständig nach Waldboden. Obwohl ich da schon zweimal dieses flüssige Abflusszeugs reingedonnert habe. Leider sehe ich immer Wohnungen mit für mich hässlichen Einbauküchen, die ich nicht mieten (=putzen) will. Mit Backofen und Spülmaschine, was ich mal mühsam abgeschafft habe. Seufz.

    1. Hast du mal Essig probiert? Essig bindet da einiges an Gerüchen. Bzw. erst Soda, dann Essig hinterher, einwirken lassen. Heißes Wasser hinterher kippen. – Irgendwann hilft das aber leider auch nicht mehr.
      Küchen kann man ja auch prima zweckentfremden: Spülmaschine und Backofen kann man ja für alles mögliche nutzen. Bei Spülmaschine den Stecker raus, beim Backofen den Strom über Sicherungskasten ausstellen, dann halt den Platz für andere Dinge nutzen (Werkzeug aufbewahren oder sonstwas).

      1. Danke. Das probiere ich gerne aus, Gabi. Willst du die mittlere Kommode nicht auch noch auf die Höhe der Spüle bringen? Dazu bräuchtest du nur die Dicke der Beine zurecht sägen zu lassen und drunter zu schrauben. Oder kommt was ganz Neues dazu? Ich hätte gerne wieder die runde Ikea Spüle. Einfach auf einem 60 er Holz. Aber bin mittlerweile zu faul, mir das zu bauen. Strengt mich schon bei der Vorstellung an. Hatte ich früher mal selbst gebaut. Jemand wollte das jetzt für mich bauen und tauschen gegen einen Text von mir. Ich weiß aber nicht, ob sich das noch lohnt, weil in der nächsten Wohnung bestimmt eine Küche ist.

        1. Die mittlere Kommode ist bewusst tiefer. Da sind ja noch die Kochplatten drauf. Zum Rühren ist das deutlich angenehmer. Nur spülen und schnibbeln, da habe ich es gerne höher.
          Wenn in einer Wohnung eine Küche drin ist, würde ich den Aufwand, was selbst zu basteln, auch nicht machen. Dann lieber teilweise das, was vorhanden ist, zweckentfremden. Das sind dann ja Schränke, die man nicht selber kaufen und aufbauen muss und es erspart einem eigenes Mobiliar an einer anderen Stelle der Wohnung. Sowas finde ich sehr praktisch.

  5. Sieht prima aus, Gabi. Danke für die Ideen.
    Ich warte auch auf den Tag, an dem ich mich von meinem Elch verabschieden kann. Der Aufbau damals durch die „Fachleute“ war komplett daneben.
    Aber sag mal, dein Fenster kannst du nicht öffnen, richtig? Vermutlich nur kippen.
    Aber putzen geht ja auch vom Balkon aus 😉
    Bin gespannt, wie’s weiter geht.

    1. Das Fenster kann ich tatsächlich nur ca. 30cm öffnen oder auf Kipp. Direkt daneben ist aber die Balkontür zum Lüften, zum Putzen reicht es auch und ja, es ist auch vom Balkon aus zu erreichen. Sonst hätte ich das auch anders machen müssen.

  6. Das sieht do h schon mal gut aus. Finde die Idee mit den unterschiedlichen Höhen auch sehr gut, ist ja doch wichtig nicht gleich einen schmerzenden Rücken zu bkommen, wenn man in der Küche wurschtelt 🙂

    Ich habe ja auch noch nie eine Einbauküche gehabt und mag es sehr mit meinen Einzelteilen so zusammen zu stellen wie ich es brauche. Hab ich ja zuletzt auch beim Umzug gemerkt, es ist praktisch einzelne Teile zu haben.

    Dann bin ich gespannt, wie es fertig aussieht.
    Noch einen schönen Sonntag.

    1. Hallo Aurelia, der leichtere Aufbau nach einem Umzug das ist auch ein klasse Aspekt. Die richtige Höhe war mir auch besonders wichtig: Mit der Hand an den Spülbeckenboden kommen ohne, dass ich mich bücken muss. Hach, wunderbar ist das.
      Gespannt, wie es hinterher aussieht: Ja, bin ich auch 😉

  7. Liebe Gabi, wie cool, dass Du eine für Dich passende Lösung gefunden hast. Deine Hinweise mit dem Holzrahmen haben mich verwirrt, da ich keinen sehen kann. Aber Expert:innen werden schon wissen, was Du meinst. Ich bin gespannt, wie es dann mal aussieht, wenn es für Dich passt.

    Würde ich selbst eine Küche nach meinen Ansprüchen (und einem entsprechenden Geldbeutel) kaufen, hätte die definitiv nur noch Schubläden und ebenfalls keine Oberschränke.

    Letzte Woche wollte ich meine über 40 Jahre alten Töpfe durch neue ersetzen. Ist doch erstmal vertagt, weil gute Töpfe wirklich teuer sind und wir nur die Töpfe, die wir auch brauchen einzeln kaufen müssen (die gibts natürlich nicht als Set; Kostenpunkt knapp 400€ – einfach irre)) und ebenfalls wieder eine ähnliche Lebensdauer wollen. Fazit: Ist erstmal vertagt, die alten Töpfe dürfen weiterhin ihren Dienst tun. Wie machst Du das eigentlich bei den Küchenutensilien?

    Liebe Grüße Dir
    Steffi

    1. Küchenutensilien: Ein schwieriges Thema, gerade bei Töpfen. Die preisgünstigen Varianten sind tatsächlich nicht sonderlich gut. Letztlich sind es aber die elektrischen Geräte, die mir eher den letzten Nerv rauben, da oftmals nicht auf lange Haltbarkeit ausgelegt.
      Ich versuche es mit möglichst wenig Zeug, ist aber gerade in der Küche schwierig, zumindestens dann, wenn man nicht nur Pizzas aufwärmen oder Mikrowellenfutter essen will.

      1. Liebe Gabi, liebe Steffi,

        zum Thema Kochutensilien:
        Auch ich fürchte den Tag, an dem mein rund 40 Jahre alter großer Kochtopf (von einer bekannten Marke namens S***t), den ich Anfang der 1990er Jahre schon gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft habe und der trotz häufiger Benutzung noch super aussieht und funktioniert, den „Geist aufgibt“.
        Manchmal findet man gebraucht im Internet noch Teile aus der bewährten Serie, oft noch top in Ordnung, wenig genutzt … und das weit unter 400 Euro.
        Die Umwelt freut sich auch :-).

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