Minimalismus – 10 Fragen an: Aura

Minimalismus – 10 Fragen an… ist eine kleine Reihe, in der ich (in unregelmäßigen Abständen) an einem Mittwoch, Leser/-innen meines Blogs zu Wort kommen lasse, um die Vielfältigkeit des minimalischen Lebensstil deutlich werden zu lassen.

Heute: Aura

 

1. Wie ist deine jetzige Wohn- bzw. Lebenssituation?

Ich bin 28, gerade in den vollzeitlichen Berufsalltag als Lehrerin eingestiegen und lebe alleine in einer 54qm Wohnung im Ruhrgebiet. 

2. Warum hast du mit dem Minimalisieren angefangen?

Um mehr Zeit für mich selbst zu haben.

Ich wollte den Auszug aus meinem Elternhaus ohne Umzugsunternehmen stemmen und alles sollte in einen SUV hineinpassen. Das ist jetzt über drei Jahre her. Mittlerweile hat sich der Minimalismus auf viele Lebensbereiche ausgeweitet: Die Achtsamkeit wird zu einem bedeutenden Teil meines Lebensalltags. Auch, weil ich zunehmend Stress durch Arbeitsverdichtung empfinde und Entschleunigung suche. Ich glaube, dass ich hochsensibel bin. Deshalb kommt mein reduzierter Wohnstil dem auch sehr entgegen! Auch meine Ernährung habe ich „ausgemistet“ und gestalte sie zunehmend einfacher und unverarbeiteter. Dabei fällt auch sehr viel weniger Abfall an. 

3. Was denken andere Menschen (Familie, Freunde, Nachbarn…) über dein Loslassen von Dingen?

Die Geister spalten sich.

Von elterlicher Seite höre ich öfter, dass sich meine Wohnungseinrichtung bald sicher noch verändern (=vermehren) wird und dass ich dann irgendwann auch ganz bestimmt mit mehr materiellem Besitz leben möchte, da ich ihn mir ja finanziell leisten könne. Meine engsten Freunde finden das Thema und meine persönliche Umsetzung faszinierend und verblüffend – sie lassen sich gerne inspirieren und sind hellsichtiger für künstliche Bedürfnisse geworden. 

4. Am leichtesten ist mir gefallen…

Loszulassen und zu „verzichten“. 

Ich räume gerne auf und war schon als Kind sehr ordnungsliebend. Mir fällt es daher nicht schwer, Dinge loszulassen. Viele Dinge habe ich gar nicht erst besessen: Ich verwende bis heute keine Waschmaschine, keinen Haartrockner, kein Bügeleisen, kein Auto und auch kein Toilettenpapier! Für mich ist das kein „Verzicht“, sondern Freiheit, Unabhängigkeit.

5. Am schwersten finde ich …

Achtsamkeit. 

Achtsamkeit zu praktizieren heißt für mich, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, authentisch zu sein. Nicht jeder muss mich mögen oder gut finden, was ich sage, tue oder nicht tue – an dieser inneren Haltung arbeite ich. 

6. Auf keinen Fall würde ich noch mal…

Ein Bettgestell oder einen Kleiderschrank kaufen.

Ich liebe Bodenschlaf. Das erdet mich total und gibt mir ein heimeliges Gefühl der Geborgenheit. Bettgestelle wie auch Kleiderschränke sind groß und sperrig – ich wüsste ohnehin nicht, womit ich einen solchen Schrank füllen sollte. Ich habe lieber Freiraum zum Tanzen, Spielen, Singen und Entspannen. 

7. In jedem Fall würde ich noch mal…

Mit dem Minimalisieren anfangen.

Minimalismus schafft Klarheit und Struktur. Ich würde immer wieder damit anfangen oder anderen zur Seite stehen, die sich auch auf diese Reise begeben. Es ist für mich eine Reise der Selbsterkenntnis, denn wenn alles Überflüssige fort ist, bleibt der bedeutsame Kern dessen, wer ich wirklich bin. Minimalismus, Achtsamkeit und persönliche Entwicklung gehen für mich Hand in Hand.

8. Welches praktische Vorgehen hat sich bei dir bewährt?

Was Dinge angeht: Themen- und zimmerweise alles in Kisten verpacken und immer nur das wieder auspacken, was unbedingt benötigt wird. Nach einem Monat hat man dann einen guten Überblick über seine Essentials. 

Was Nicht-Dinge angeht: Schreiben, Gespräche führen, ausprobieren, wachsen. 

9. Welche Vorteile hat es für dich, weniger Dinge zu besitzen?

Eine reizarme Umgebung.

Das ist für mich sehr wichtig, da ich sonst innerlich zerstreue und auch nervös werde. Es fällt mir schwer, Dinge und Reize auszublenden. Außerdem: Weniger Putzerei und Abstauberei, alles hat seinen Platz, Reisen geht immer mit Handgepäck, Umziehen ist fast eine Nebensache und mein Auge erfreut sich an vielen freien Flächen. Mir gefällt der reduzierte Wohnstil. 

10. Gibt es noch etwas, was du mitteilen möchtest?

Der ganze Prozess des Minimalisierens zeigt mir immer wieder, wer ich bin und was mir wirklich wichtig ist in meinem Leben. Trotz einiger Stolpersteine fällt es mir zunehmend leichter, authentisch zu sein. Wenn es nur eine einzige Maxime gäbe, nach der ich leben wollen würde – ohne Rücksicht auf Verluste – wäre es:

Sei echt.

https://www.aurabytes.de/

 

 

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Minimalismus – 10 Fragen an: Dich

Wenn du ebenfalls schon einige Zeit minimalisierst und Interesse hast, die 10 Minimalismus-Fragen zu beantworten, melde dich bei mir. Fotos können, müssen aber nicht dabei sein. 

 

Zum Weiterlesen:

 

34 thoughts on “Minimalismus – 10 Fragen an: Aura

  1. Ich habe mir ein paar Tage Zeit gelassen hier etwas zu schreiben. Da meine Lebenssituation ganz anders ist könnte jede Äußerung als Kritik gewertet werden, das soll es nicht sein.
    Sie macht das ganze gut finde ich.

    Beim Punkt Waschen komme ich nicht klar. Nicht nur , weil ich nicht alleine wohnen, da geht vieles, was zu mehreren nicht mehr so geht.. Ich habe als ich alleine wohnte ohne Waschmaschine, aber mit Waschsalon gelebt. Aber mir dann einen Waschboy angeschafft, um Zeit und Geld zu sparen.. Im Prinzip ist das ein großer viereckiger Eimer mit Deckel, in dem Wäsche und Lauge von einem Motor gerührt wird. Keine Heizung , kein Spülen, kein Wasseranschluss. Gespült wird durch Wasserwechsel. Betrieben habe ich es in der Dusche.
    Wie sollte man denn Bettwäsche oder sperrige Jeans, Winterjacken ohne Waschmaschine vernünftig waschen und effektiv spülen? Geht nicht oder saut die Wohnung voll. Das nasse Zeug hatte ich dann auch erst Mal in der Dusche aufgehängt und dann erst auf dem Wäschetrockner ausgelegt oder aufgehängt. So manche Flecken gehen auch nicht raus mit der Hand, es fehlt die Zeit dafür. Meine Waschmaschine braucht im Ecomode 3,5 Stunden . Ich kann aber nicht 3,5 Stunden von Hand waschen, das wäre ja Straflager. Die Mengen für mehrere Personen bedingen 1 Waschmaschine pro Tag und wir waschen nicht zu schnell oder unnötig. Waschmittel stelle ich selbst her, es ist unschlagbar günstig.
    Handwäsche kann ich mir für kleine und leichte Teile vorstellen, im Urlaub geht das ja notfalls auch und dann reicht ein Waschbecken.

    1. Ich hatte im Laufe des Lebens auch schon unterschiedliche Varianten – auch in den Zeiten, in denen ich alleine wohnte: Handwäsche, Waschsalon, Waschmaschine. So ein Waschboy-Dingsbums hatte ich in den 80er-Jahren auch mal. Mein Gerät hatte sogar Strom, man musste nur Wasser von Hand nachfüllen. Bei Handwäsche kann man lange einweichen, da geht vieles an Flecken auch noch weg. Ich habe im Laufe des Lebens so ziemlich alle Varianten ausprobiert.

      Die letzte Waschsalon-Ära ist noch gar nicht so lange her. Es war eine Übergangslösung, weil ich wusste, dass ich in der betreffenden Wohnung nicht allzu lange wohnen würde. Jetzt habe ich wieder eine Waschmaschine und bin auch ganz froh drum. Einfach, weil es bequemer ist und ich einfach keine Lust habe, mich viel mit Hausarbeit zu befassen. Da bin ich gerne komplett faul 😉

      Im Bedarfsfall kann man inzwischen Waschmaschinen auch anmieten, z.B. wenn man mobil und unabhängig bleiben will. Einfach mal mit den Stichworten „Waschmaschine“ „mieten“ die Suchmaschine anwerfen. Da kommen gleich die passenden Infos dazu. Kostet mehr, als sich so ein Dings selbst anzuschaffen, ist dafür aber bequemer und man ist das Teil schnell wieder los, da man die Mietdauer selbst festlegen kann. Und diese kleinen Waschgeräte, die man per Hand bedienen kann, habe ich auch schon mal gesehen. Ob es aber besser als die normale Handwäsche ist: Keine Ahnung.

    2. Eine Camping-Waschmaschine hatte ich auch mal im Blick. Aber da es auch so klappt, ist es kein Problem. Ich habe eine Badewanne, da kann ich wunderbar alles erledigen, ohne dass das Bad unter Wasser steht. Eine Winterjacke habe ich ehrlichgesagt noch nie gewaschen… 😀 Und Jeans trage ich ohnehin nicht, weil es mir unmöglich ist, eine zu finden, die zu meiner Körperform passt…

      Bettwäsche ist kein Problem, habe einen dünnen Baumwollbezug, den man gut auswaschen und auswringen kann. Eine normale Waschmaschine würde sich bei mir einfach nicht lohnen, weil ich nicht genug Kleidung habe, um eine Trommel zu füllen. Mit zwei Personen aufwärts würde ich mir wohl einen Toploader oder irgendwas anderes platzsparendes anschaffen.

      Mit Flecken habe ich irgendwie keine Probleme. Ich hab auch selten irgendwo Flecken drin und falls doch, dann weiche ich länger ein oder behandele mit Natron und Essig vor. Damit hab ich bisher alles rausbekommen.

      Dieser Wasch-Boy klingt dennoch interessant. Falls ich doch mal etwas derart suche, werde ich mich auf jeden Fall in diese Richtung umsehen.

      1. Ich hatte den mit Strom, so wie Gabi geschrieben hatte. Ohne Strom kenne ich nicht. Das Teil simuliert Handwäsche und ist wäscheschonend.
        Gabi bei mir war es auch in den 80ern , so zwischen 88 und 91.

        1. Willkommen im Club. Bei mir war es so ca. 1984-1986. Heute gibt es da irgendwo so eine Wasch“maschine“ mit Handkurbel – ohne Strom. Tja, aber ewig kurbeln?? Da ist die Badewanne ja vielleicht doch noch komfortabler.

    3. Das kann ich so leider überhaupt nicht bestätigen, das mit dem Waschen.
      Ich lasse den Eimer mindestens 2 Stunden stehen, meistens übernacht. Da muss mechanisch gar nicht mehr nachgeholfen werden, die Flecken lösen sich im Wasser von ganz alleine. In extrem seltenen Fällen weiche ich nochmal mit Gallseife ein.
      Man muss bloß ausspülen und aufhängen. Klatschnass ohne wringen, dauert es auch nur 3 Stunden länger als normal. Die Gravitation sorgt dafür, dass das Wasser hübsch abläuft.
      Ich finde Handwäsche einfach super easy. Als Single. Mit mehreren wäre es mir zu umständlich.
      Und als Single sehe ich es so wie Aura, eine Waschmaschine lohnt sich einfach nicht. Die Kosten und der Platz, das schwere Ding bei einem Umzug… als Single einfach übertrieben.

  2. Liebe Aura,
    danke für diesen wunderbaren Einblick in Deine Sichtweise über das Leben und Minimalismus. Ehrlich gesagt, hab ich beim Lesen spontan gedacht „Oh, die hätte ich gerne als Freundin“ 😉 Ich finde mich in ganz ganz vielen Deiner Aussagen wieder. Ein achtsames, bewusstes Leben, in dem ich „ICH“ bin – authentisch und spürbar. Das ist mir auch ganz wichtig.
    Deine Einstellung zum Lernen finde ich klasse, ich glaube, Deine Schülerinnen und Schüler können sich glücklich schätzen. Hochsensibilität ist auch bei mir ein sehr großes Thema und einer der Gründe, wenn auch beileibe nicht der einzige für einen reduzierten Lebensstil.
    Meine Wohnung sieht etwas anders aus – nicht ganz so puristisch, aber auch sehr sehr reizarm. Das Bellicon (?) steht auch bei mir demnächst. Interessanterweise „spüre“ ich Dich bei diesen Bildern und dieser Einrichtung viel mehr als bei hochglanzprospekteingerichteten Wohnungen. Ich kann viel mehr sehen, was Dich ausmacht 🙂

    1. Wow, das hast du wirklich toll ausgedrückt!

      Ja, das mit dem authentischen Selbst ist genau das, was Minimalismus mir gebracht hat. Klar, die Wohnung, der Besitz – all das ist minimalistisch, reduziert. Doch was noch wesentlicher ist, ist ja, was im Kern passiert. Die Umgebung auf das Wesentliche zu reduzieren, hilft mir enorm, mich selbst in meinem Wesen zu erkennen und das auch auszuleben.

      Das Bellicon ist super, sperrig und groß, aber einfach Spaß pur. 🙂

  3. Ich hab mir den Rücken mit Auf-dem-Boden-schlafen ruiniert. Merkt man erst Jahre später. Man soll aus 40 cm aufstehen. Für die Nieren ist das auch zu kalt. Die Regale finde ich schön. Die Spüle zum Wenden wäre wirklich praktischer gewesen. Meine ist schnell verkratzt. Ich suche schon seit Jahren eine 60 cm breite mit rundem Becken. Auf Eigenbau hab ich keine Lust mehr. Herdplatten auf Kühlschrank? Ich bin nicht so mutig. Sonst schmilzt noch mein Essen.

    1. Ich liebe Bodenschlaf einfach. Ich praktiziere regelmäßig die Saigon-Hocke und kann problemlos vom Boden aus aufstehen. Ich glaube tödlicher ist mein hoher Anteil an Stuhl-Sitzzeit…

      Ich mag Edelstahl nicht besonders, man sieht wirklich jede Macke und jeden Wasserfleck… aber es ist ok. Die Herdplatte ist mit Induktionstechnik, nur der Topfinhalt wird heiß, die Platte selbst ist danach höchsten „stark erwärmt“, aber nicht kochend heiß. Plus Brettchen drunter, Hitzeschutz unter dem Edelstahl und Lücke zum Kühlschrank passt das schon.

  4. Ich hab die gleiche Spüle. Hatte jetzt das mit der Kochplatte ausprobiert. Hatte kein gutes Gefühl. War mir zu nah am Wasser. Hast du eine Holzplatte drunter gelegt? Ich setze beim Spülen alles unter Wasser …

      1. Hab eine Doppelte, Linda. Die wäre mir zu schwer. Und die Nähe zum Wasser bleibt ja. Da hätte ich immer den Stecker rausziehen müssen. Ich hätte sonst kein gutes Gefühl dabei. Wäre mir zu umständlich.

        1. Ich glaube wenn mal ein Problem mit Elektronik und Wasser bei mir auftaucht, dann, weil wieder irgendwas überkocht und die Kochplatte überflutet … 😀

    1. Ich hatte mal in den 80er-Jahren eine möblierte Wohnung, da gabs: Baumarktspüle, daneben Kühlschrank. Auf dem Kühlschrank eine Doppelkochplatte. Ging auch, Kochplatten kann man ja überall aufbauen, wo Strom in der Nähe ist – im Bedarfsfall auch auf dem Küchentisch.
      Ich bin heute aber schon ganz froh, wenn ich eine ausreichend große Arbeitsplatte ohne irgendwas drauf habe. Kocherei, Spülen und aufräumen geht schneller. Aber das ist letztlich eine Frage des persönlichen Komforts, den man haben möchte.

  5. Hallo Aura, wie machst du das mit dem Waschen – alles mit der Hand oder im Waschsalon? Ist das nicht sehr aufwändig neben der Arbeit?
    Und als Lehrerin: Also die haben doch immer so viele Unterlagen für die Schule. Wo hast du die? In dem weißen Schrank im Schlafzimmer? Reicht dir das aus? Die Klassenlehrer meiner beiden Kinder stöhnen manchmal, weil sie Zuhause so viele Unterlagen lagern müssen und dafür ein ganzes Zimmer bräuchten. Oder ist dein Arbeitszimmer einfach nicht auf den Fotos zu sehen?
    L.G. Melanie

    1. Hallo Melanie!

      Ich wasche mit der Hand, genau. Die wenige Kleidung, die ich habe, möchte ich möglichst schonen. Nur Kleidung, die direkt auf der Haut liegt, wasche ich häufger. Jacken oder Röcke liegen ja auf Kleidung. Ich lüfte sie nur aus und wasche sie sehr selten. Es ist also nicht viel Arbeit. Ich kenne Leute, die ein Oberteil nur einmal tragen und es dann sofort waschen – sowas mache ich nicht, bin damit aber auch nicht aufgewachsen. Bei mir muss nicht alles frisch nach Waschpulver riechen, neutraler Geruch ist mir am liebsten.

      Die Frage mit den Schulsachen bekomme ich oft. Die Antwort ist: Ich habe keine Schulsachen zuhause. Das wenige Zeug was ich habe, befindet sich in der Schule in meinem Regalabschnitt. Ich habe zurzeit keine eigene Klasse, würde aber auch da eine reizarme Gestaltung des Klassenraums bevorzugen und nur die Materialien archivieren, die sich wirklich bewähren.

      Den Arbeitsblätterüberfluss versuche ich auch zu vermeiden. Eine tolle Fachleitung sagte mir mal: Es geht immer ohne Arbeitsblatt! Seitdem finde ich Wege zum minimalistischen Unterrichten. Wenn ich Arbeitsblätter konzipiere, dann sollen sie möglichst jahrgangsübergreifend sein mit offenen Aufgaben – die Kleinen können dazu malen, die Großen können schreiben/ zeichnen etc. Bisher klappt das sehr gut und ich setze alles daran, dass das so bleibt. Ein extra Arbeitszimmer möchte ich zuhause nicht haben. Ich arbeite in der Schule und dort benötige ich auch mein Material.

      Liebe Grüße, Aura 🙂

      1. Hallo Aura,
        ich wasche ja auch von Hand. Ich sehe da kein Problem drin. Ich mache es so, dass es mindestens 2 Stunden in Flüssigwaschmittel in einem Eimer einweichen kann, auch Bettwäsche, Handtücher, schwere Jeans schaffe ich so auf der Hand. Ausspülen, aufhängen, fertig.

        Deine Küche sieht allerdings schlimmer aus als bei mir. Warum muss es dieses hässliche offene Ding von IKEA sein? Es gibt wesentlich günstigere Spülen als die in Baumärkten und die sind geschlossen. Jedenfalls mein Ding wäre es nicht.
        Kann es sein, dass du dir nicht sicher bist, ob du dort bleiben möchtest oder so? Es sieht ein wenig nach auf der Flucht aus. Minimalist und auf der Flucht leben sind zwei paar Schuhe, den Unterschied kann man schon sehen.

        Das mit den Arbeitsblätter Jahrgangs übergreifend halte ich für keine gute Idee. Die Kinder sind einfach so weit auseinander und die Themen sind ganz anders. Ich kann mir aber vorstellen, dass man als moderne Lehrerin sowas auch digital haben kann und nach Bedarf ausdruckt. Ich denke auch, das Schulbücher ein guter Anhaltspunkt sind und man daraus gut unterrichten kann. Ich denke das mit den Arbeitsblättern kommt bei den Lehrern auch so mit der Zeit, ihre Lieblingsübersichten/-merkblätter/-übungen usw.

        Wenn du so viel Platz in der Schule hast, dass du dich da ausbreiten, Test und Arbeiten korrigieren und Unterricht vorbereiten kannst, dann geht es ja ansonsten.

        Stellst du deine Matratze auch mal auf? Als ich meine Matratze mal auf dem Boden hatte, hatte ich nach 2 Wochen im Teppich darunter Schimmel.

        1. Ich hatte als Kind in der Schule kein einziges Arbeitsblatt und in der 1. Klasse neben Lese- und Rechenbuch gerade mal eine Schiefertafel. Die war tatsächlich noch aus Schiefer 😉 – vorne Schreiblinien, hinten Rechenkästchen. Da habe ich auch etwas gelernt, konnte u.a. binnen kürzester Zeit lesen. Wir mussten allerdings öfter was von der Tafel abschreiben. Aber schon alleine durch dieses praktische Tun blieb vieles vom Unterrichtsstoff schon automatisch im Kopf. Und genau da gehört das Wissen ja auch hin. Natürlich muss niemand wieder zurück zur Schiefertafel, aber die Kinder schleppen heute eine Unmenge an Zeugs im Schultornister mit sich herum. Arbeitszettel abgearbeitet, abgeheftet deuten erstmal – im Idealfall – auf Fleiß und Ordnung hin. Ob das Wissen dann auch im Kopf bleibt, ist ein anderes Thema.

          1. Das finde ich wirklich super. Beruflich bekomme ich diese „schulische Zettelwirtschaft“ seit fast 20 Jahren mit – genauer, wie dies im Alltag der Familien läuft. Da haben manche Erstklässler am Ende des ersten Schuljahres tatsächlich schon einen komplett gefüllten Aktenordner an Arbeitszetteln angesammelt.

        2. Also ich finde diese Ikeaspüle überhaupt nicht hässlich. Aber das ist ja letztlich persönliche Geschmacksache… In meine letzte Wohnung hätte diese Spüle in die dortige Miniküche tatsächlich nicht reingepasst, da Spülbecken auf der falschen Seite war. Ansonsten hätte ich mir die – allerdings neben ein paar weiteren Küchenmöbeln – auch besorgt, die hat nämlich eine super Ablauffläche fürs nasse Geschirr.

          Ich finde, dass man jederzeit eine Küche erweitern kann, wenn einem danach ist. Aber zurückbauen ist schwieriger. Hat man gleich zum Einstieg ins Berufsleben bereits ein teuere und große Küche, die millimetergenau eingepasst ist, ist das ein ziemlicher Klotz am Bein. Gerade zu Beginn im Beruf kann sich nämlich noch reichlich viel ändern – selbst im Schulleben. Auch da werden Schulen geschlossen oder zusammen gelegt oder die Lehrer werden umbesetzt usw usw.

          Ich bewege mich mit 59 Jahren eher auf das Ende des Berufslebens zu, aber eins weiß ich genau: Als Berufseinsteiger würde ich mich definitiv nur mit einfachen, wenigen und leichten Möbeln ausstatten. Den einen Job, den man jahrzehntelang hat, gibts heute nicht mehr. Und selbst ich weiß die letzten Berufsjahre auch nicht wirklich, was sie noch bringen …

          1. Klotz am Bein, exakt. Ich habe zumindest nicht den Anspruch, die nächsten vierzig Jahre hier in exakt dieser Wohnung zu leben. Auch jobtechnisch bleibe ich gerne beweglich und möchte mich weiterbilden, neues erkunden und entdecken, was noch möglich ist. Ich bin einfach nicht sesshaft – ich gehöre damit sicherlich zu einer Minderheit, aber den Traum vom Haus mit Familie etc. habe ich bis jetzt noch nicht verspürt.

          2. Genau dann finde ich, macht es auch wirklich keinen Sinn, sich mehr Zeugs in die Wohnung zu stellen.

            Die Lebensbedingungen sind einfach viel zu unterschiedlich. Daher ist es logisch, dass dann auch die Wohnsituation unterschiedlich ist – selbst unter minimalistisch lebenden Menschen. Wer eher zu den sesshaften Leuten gehört oder Familie hat, hat da natürlich einen anderen Bedarf. Genau diese komplette Unterschiedlichkeit finde ich total spannend und sehr inspirierend. Nichts ist langweiliger als Gleichförmigkeit.

          3. Hallo Aura,
            du bist wirklich sehr reduziert eingerichtet. Ich kann dich da aber verstehen. Ich musste selbst schon einige Male umziehen und achte nun sehr darauf mir nur kompakte, leichte Möbel anzuschaffen. Ich habe keine Lust mehr auf sperrige Möbelstücke.
            Vor kurzem bin ich auf etwas gestoßen, das mich doch sehr fasziniert hat, für meine Vorlieben (naja sagen wir vor allem für meinen Freund) jedoch etwas zu radikal ist. Wenn ich deine Bilder sehe kann ich mir aber durchaus vortsllen, dass diese Idee etws für dich ist. Der Link zum Bild folgt. Leider habe ich keine Anleitung dazu gefunden:
            https://www.palletfurnitureprojects.com/wp-content/uploads/2016/07/pallet-wooden-furniture.jpg

          4. Hallo Patricia,
            dieses Multifunktionsmöbel ist schon sehr faszinierend. Aber letztlich ist es dann doch wieder ein Möbelstück. Und genau ein Möbelstück (egal welches) muss man erstmal wollen.
            Schwierig ist es üblicherweise auch, dass man auch erstmal mit dieser vielen freien Fläche klar kommen muss. Stichwort: Horror Vacui (https://youtu.be/waTaOrQnw-w). Wären Auras Möbel etc. z.B. in einem einzigen Zimmer, hätten Außenstehende vielleicht weniger den Eindruck, dass es wenig ist.

          5. Multifunktionsmöbel finde ich toll, ja. Aber ich glaube, dass ich sie gar nicht so oft umklappen würde wenn es nicht unbedingt nötig wäre. Da bin ich sehr faul was das angeht.

            Horror vacui ist wirklich ein gutes Stichwort, früher musste ich auch jede Fläche füllen, wie es nur ging. Heute ist es genau umgekehrt. Es ist ja auch definitiv eine Sache der Gewöhnung.

        3. Handwäsche ist absolut unproblematisch, ja.

          Zur Küche: Die Ikeaküche habe ich damals zum Auszug gekauft, weil es preistechnisch und installationstechnisch das einfachste und günstigste Modell war. Ich finde Einbauküchen am schönsten, aber nur, wenn sie schon drin sind. Eine EBK bei jedem Umzug mitzuschleppen, wäre mir zu stressig. Die Ikea-Spüle habe ich etwas verschönert mit dem Rest vom Bambusrollo. Für eine Modulküche bin ich ganz zufrieden, aber es gibt definitiv noch „schönere“, das stimmt… wobei ich sie jetzt nicht als hässlich empfinde. Da hättest du die Küche mal sehen sollen, als ich die Bambusverkleidung noch nicht hatte und die Fliesen noch dunkelgrau-schwarz gemustert waren.

          Flucht, interessant, dass du das in meiner Wohnung siehst – wo bist du denn gerade auf der Flucht? Ich lebe gerne so.

          Zu den Arbeitsblättern: gerade weil die Kinder sehr heterogen sind ist es eine super Lösung! Jeder arbeitet auf seinem Niveau, möglichst Handlungsorientiert. Ein AB ist vielleicht ein sekundäres Medium zur Sicherung von Ergebnissen. Echtes Lernen findet so oder so beim Handeln und Selbst-Ausprobieren statt.

          Meine Matratze klappe ich jeden Morgan auf zum Lüften für ein paar Stunden, so, wie es auch bei einem klassischen Futon gemacht wird. Ich könnte natürlich auch Paletten beschaffen und drunter legen, aber dafür bin ich zu faul.

          lg, Aura

          1. Wenn ich eine EBK kaufen würde, dann wäre es eine zeitlose über die jeder happy wäre und ich würde sie drin lassen. ;‘)
            Allerdings wäre ich zu faul dazu, die Matratze jeden Tag zum lüften aufzustellen.

          2. Über kaufen und drin lassen hab ich auch nachgedacht, aber die Leute wollen alles geschenkt haben und den Aufwand betreibe ich dann doch nicht.

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