Statt Reizüberflutung: Der eigene Lebensrhythmus

Der Rhythmus der Natur Bin ich in der Natur unterwegs, fällt mir auf: es gibt einen natürlich Rhythmus, z.B. den Rhythmus der Jahreszeiten, am Meer Ebbe und Flut. Stehe ich am Meer und schaue mir die Wellen an, so ist das beeindruckend, anregend, schön. Ein Stück in die Tiefe sehen, vielleicht sogar den Grund, kann ich bei Flut aber nicht. Das geht nur wenn das Meer ruhiger wird, sich zurück zieht. Unser menschlicher Lebensrhythmus Für mich ist dies ein schönes…

Mut zur Veränderung – Downshifting

Schrittweise habe ich mich in den letzten Jahren entschlossen, meine Arbeitszeit und die damit verbundene Belastung zu reduzieren. Die sozialpädagogische Arbeit hatte sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich verändert und verdichtet. Mit meinem Spaß an der Arbeit ging es ebenso schleichend bergab, wie mit meiner gesundheitlichen Verfassung. Ich fühlte mich gestresster, benötigte länger zur Regeneration, war schlicht fast ständig k.o. – Aber was ändern? Was sollte ich denn beruflich noch ändern, wo ich inzwischen bereits das 5. Lebensjahrzehnt…

Der Zusammenhang Multitasking, Stress und Konsum

Multitasking in einer schnellen, unruhigen Welt Manchmal kommt es mir vor, als sei die Welt irgendwie schneller, unruhiger und die Zeit weniger geworden. So komme ich morgens ins Büro und alles ist irgendwie gleichzeitig: das Telefon klingelt, auf dem Diensthandy gehen einige SMS ein, Anfragen per Email, auf dem Schreibtisch noch abzuheftende Unterlagen, der Blick auf den Terminkalender verrät mir: Es wird Zeit, ich muss los zum nächsten Termin, aber – halt – der Dienstwagen ist ja noch nicht reserviert….

Minimalismus = Konsum reduzieren. Was bedeutet das für mich?

Minimalismus ist verbunden mit reduziertem Konsum. Für mich bedeutet dies: letztlich eine Form von Luxus. Denn, wo nichts bzw. nur das Nötigste ist, gibt’s nicht mehr viel zu reduzieren. weder die Wohnung, noch den Blick auf sich selbst zu verstellen einen klareren Blick für das Wesentliche zu bekommen finanzielle Entlastung, in Teilzeit arbeiten können das, was da ist, bewusster genießen mehr von: Wie geht es mir? Wie fühle ich mich? Was will ich? Was will ich nicht? mehr Unabhängigkeit von…

Zufriedenheit kaufen?

Es gab Zeiten, da habe ich mich völlig reizüberflutet gefühlt. Ständig neue (und z.T. sehr faszinierende) Technik, steigende Arbeitsbelastung mit immer mehr Leistung in immer weniger Zeit. Dann immer mehr Internet-Login-Daten zu weiß ich was alles für Accounts. Endlos scheinende Entscheidungen, wie: Nehme ich jetzt dieses oder jenes Handy? Welcher Tarif ist am günstigsten? Welcher Anbieter am besten? Brauche ich ein mobiles Internet wirklich? Brauche ich nicht vielleicht doch auch mal diese oder jene schicken Klamotten? Und wenn Freunde, Nachbaren,…

Geplante Obsoleszenz?

Ich bemerke bei mir schon seit längerer Zeit, dass ich schlichtweg keine Lust mehr habe, ständig wegen irgendwelcher, zu kaufender Dinge durch Geschäfte zu laufen oder das Internet zu durchstöbern. Da ich bereits seit 1982 nicht mehr im “Hotel Mama” wohne, kann ich auf langjährige Erfahrung als Konsumentin zurückblicken. Ich stelle fest: Die zeitliche Frequenz, in der mal wieder irgendein Neukauf ansteht, hat sich in den letzten Jahren deutlich verkürzt. Ein paar kleine Beispiele: 1988 kaufte ich eine Waschmaschine, diese hielt bis…

Minimalismus ist Luxus

Der Konsum und die Fixierung auf immer mehr Besitz, Geld, immer das Neueste, hat in unseren gesellschaftlichen Breitengraden ein Ausmaß erreicht, dass es oft schlichtweg unsinnig geworden ist. Zählen wir wirklich noch als Mensch oder sind wir längst zu einer Art „Homo Konsumentus“ geworden: fleißig arbeiten, um konsumieren zu können – oder um einen Kredit fürs Konsumieren zu bekommen? Beides möglichst zeitlich umfangreich: viel Arbeiten, viel kaufen – dann bleibt wenig Zeit zum Nachdenken. Beispielsweise darüber:  Ob die x-te Überstunden wirklich…

Impressionen aus einem Kaufhaus: Konsum-Prozession

Ich hatte versprochen, beim Tragen einiger Teile zu helfen und so war ich gestern im Möbel-Konsumtempel unterwegs. Als ich eine zeitlang einfach nur wartete, beobachtete ich die Menschen, die mit vollgepacktem Einkaufswagen, wie in einer Konsum-Prozession, an mir vorbei zogen: Strahlende junge Erwachsene, die sich gegenseitig ihre “Beute” zeigten, weinende Kleinkinder, genervte Eltern, angespannt diskutierende Paare. Erstaunlicherweise befand sich im Einkaufswagen in der Regel gar nicht mal vorrangig Möbelteile („wohnst du schon oder schraubst du noch…“), sondern aller erdenklicher Krims und…