Einfacher, als Minimalismus-Zählereien

Die Relativität der Zahl

Es gibt Menschen, speziell Minimalisten, die gerne ihre Dinge zählen. Manchmal macht das durchaus Sinn. Beispielsweise dann, wenn man mal eine gründliche Inventur der eigenen Besitztümer machen möchte (wieviel Kram habe ich überhaupt). Oft erstaunlich, was man da plötzlich alles entdecken kann („ach, das gibts auch noch…?“)

Aber man kann sich und anderen Menschen auch was vormachen und sich die Dinge schön zählen und damit beeindrucken: Eine Werkzeugkiste klingt wenig, zähle ich den ganzen Kram darin einzeln, ist es aber auch ganz schön viel. Familien haben naturgemäß mehr Dinge als Singles. Wer nie selber kocht, spart jede Menge Zeugs, ist dann aber auf andere Menschen und deren Dinge angewiesen. Man kann dann auch noch so oder so oder ganz anders zählen.

Annähernd klare Regeln bzgl. der Minimalismus-Zählereien habe ich bislang eigentlich nur hier bei Selim Tolga gefunden. Aber auch mit dieser Methode könnte man sich und anderen Zeitgenossen problemlos etwas vormachen, wenn man es halbwegs geschickt anstellt. Ein kleines Beispiel: Als ich vor 2 1/2 Jahren umgezogen bin, bin ich meine Dinge beim Packen der Umzugskisten mal durchgegangen und kam auf ca. 450 Teile. (alles einzeln, außer Werkzeug- und Nähkiste). Bei halbwegs geschickter Zählweise hätte ich dies problemlos auf maximal 350 Teile reduzieren können – bei gleicher Anzahl an Umzugskisten 😉 . Wirklich jedes Ding einzeln gezählt, wäre ich locker auf mindestens 1000 Teile oder mehr gekommen. D.h., ich hatte 2018 so 350 bis ca. 1000 Teile. Vielleicht hatte ich damals auch noch irgendwas vergessen und es war noch mehr? Anders ausgedrückt: Ernsthaften Aussagewert haben solche Zahlen nicht. Und wie würde man den ganzen Digitalkram, z.B. Dateien, Fotos, etc. zählen – in Menge oder Megabyte? Und welchen Aussagewert und Sinn hätte das? Solche Zählereien sind sehr aufwändig. Ich lasse es daher. Es geht auch einfacher und effektiver:

 

Einfache Wege, die optimale Menge an Dingen für sich zu finden

Optimale Menge durch Raumbegrenzung

  • Welchen Raum will ich einzelnen Dingen zugestehen?
  • Wieviel Platz im Regal darf z.B. die Büchersammlung maximal haben?
  • Ist noch Platz im Kleiderschrank, der Küchenschublade oder krame ich bereits ständig darin herum, um was zu finden?
  • Kann ich mich durch die Wohnung bewegen, ohne ständig irgendwo anzustoßen?
  • Kann ich die Arbeitsplatte in der Küche zum Gemüseschneiden, etc. benutzen, ohne jedes Mal vorher irgendwas zur Seite räumen zu müssen?

Optimale Menge durch Zeitbegrenzung

  • Wie oft wasche ich Kleidung? Entsprechend viel bzw. wenig Kleidung wird für die jeweilige Jahreszeit benötigt. Ich möchte z.B. auch mal 2 Wochen ohne Waschmaschine klar kommen, soviel Kleidung habe ich auch.
  • Wie lange dauert es, bis die Hausarbeit erledigt ist? Passt es für mich? Das Abstauben von Stehrümchen dauert. Sind es mir die Stehrümchen wert? Der Aufwand, 20 schmutzige Tassen zu spülen ist höher, als bei maximal 1 Tasse pro Bewohner. Selbst in eine normal große Spülmaschine passen 12 Gedecke. Wozu also 20 oder 30 Gedecke?
  • Wieviel Zeitaufwand ist es, morgens im Kleiderschrank das passende T-Shirt zu finden? Alles sichtbar, übersichtlich, auf einen Blick zu erkennen?

Optimale Menge durch die Orientierung an tatsächlicher Nutzung

  • Eine einfache Regel ist, dass das, was man seit mindestens einem Jahr nicht gebraucht hat, meistens überflüssig ist.
  • Was besitze ich in mehrfacher Ausführung, obwohl ein oder zwei Teile reichen würden? Sind 5 x der gleiche Schraubenzieher, 20 Kugelschreiber, 2 Kaffeemaschinen, mehrere TV-Geräte, alte Handys, usw. tatsächlich nötig und werden diese genutzt?
  • Was benutze ich (fast) nie?
  • Wenn z.B. ohnehin maximal 4 oder 5 Menschen zu Besuch kommen, wozu 30 Tassen?
  • In welche Küchenplastikbehälter habe ich seit Jahren nichts mehr eingefüllt?
  • Wann habe ich den Hometrainer zuletzt benutzt?
  • Nehme ich die Bücher – außer zum Abstauben – noch mal in die Hand?
  • Habe ich die Möbel, weil „man“ sie eben hat oder nutze ich sie auch? Auf welchem Stuhl hat z.B. seit Jahren niemand mehr gesessen? Dieser Bereich ist z.B. mein Fehler-Klassiker zu früheren Zeiten gewesen. Ich hatte Dinge, weil „man“ sie eben hat, ohne dass diese überhaupt wirklich benutzt wurden.
  • Gibt es noch ungenutze Fehlkäufe? (Reiskocher, Waffeleisen, elektrischer Dosenöffner, die unbrauchbare Werkzeugsammlung, …) Das Geld dafür ist längst weg und kommt eh nie wieder.

 

Das persönliche Wohlfühl-Maß an Dingen statt Minimalismus-Zählereien

Ich finde es sehr viel einfacher, durch simple Fragen nach Raum, Zeit und tatsächlicher Nutzung, das persönliche Wohlfühlmaß an Dingen zu finden. Auf diese Weise erspart man sich mühsame Minimalismus-Zählereien (Ok, man kann damit natürlich aber auch nicht beeindrucken 😉 ). Wohlfühlen mit den Dingen ist mir persönlich viel wichtiger. Dazu gehört ein einfacher Umgang, weniger Arbeit und Aufwand, sowie das Gefühl, wirklich alle Dinge da zu haben, die man auch wirklich benötigt und benutzt.

 

Zum Weiterlesen:

 

Holzgestell für ein Bett ohne Kopf und Fußteil mit 2 Klappfutons und 3 Kissen als Sitzpolster
Relatives Zählen: EIN Sofa, aber irgendwie auch ZEHN Dinge: 1 Gestell, 2 Klappfutons (bestehend aus je drei Einzelteilen), 3 Rückenkissen. – Man könnte beide Zähl-Varianten verwenden. Auch ließen sich die Polster anderweitig für anderen Bedarf nutzen. Alles sehr relativ.

30 thoughts on “Einfacher, als Minimalismus-Zählereien

  1. Guten Sonntag!

    Diese Zählerei, wie sie „Maximal-Minimalisten“ betreiben, [übrigens, wirklich tolle Wortschöpfung!], hat auch m.M. nach was Selbst-Darstellerisches. Zum einen stimme ich Thorsten zu (Grenze zwischen teilen und schnorren), zum anderen kann man sich gut damit brüsten, nur wenige Dinge zu besitzen, wenn man in einer WG lebt – Gemeinschaftsküche – oder seine Sachen noch bei den Eltern hat. Deren Dachböden und Keller dann voll sind, ha ha.

    Zählen macht für mich nur insoweit Sinn, als dass ich mich frage, wieviel Sachen für ein und den selben Zweck. 2 dicke Pullover zum Bsp. sollten es schon sein – einer kann ja grad mal dreckig sein. 2 Paar sportliche Schuhe usw. Für mich wichtig: Wohlfühl-Menge. Heißt, mache den Schrank auf und habe sofort die Übersicht. (und es ist dennoch mehr als genug…)

    Und nie sollten wir vergessen, dass wir hier Luxus-Probleme diskutieren…

  2. 100 things. Das war Dave Bruno, der nur seine persönlichen Sachen zählte. Den Rest nutzte er mit seiner Familie mit. Die Maximinimalisten haben das falsch adaptiert. Ich hab etwa 40 persönliche Sachen. Möbel, Geschirr, Verbrauchsgegenstände zählen demnach nicht. Ich mache manchmal eine Strichliste beim Ausmisten. Das macht mich glücklicher. Das Weiterkommen sehe ich dann nach ein paar Tagen. Ich kucke lieber auf Nutzungszeit. Wenn ich 2 Büroklammern oder Nägel oder Schrauben im Jahr verbrauche und 15 habe, weiß ich, dass ich mit denen irgendwann umziehen werde.

  3. Interessanter Artikel mal wieder, wo ich wieder was von mitnehmen konnte.
    Danke.
    Bin mit meiner Wohnung und der Einrichtung mittlerweile fast vollends zufrieden.
    Alles kann von mir alleine bewegt werden und das war das Ziel.
    Es gibt immer noch hier und da ein wenig Krams (gerade in den Werkzeugkisten) zuviel, wo ich jetzt aber sehr froh drum bin. Corona verdonnert zu mehr Zeit zu Hause, da wird mir langsam öfter langweilig und dann bastel/krame ich ein wenig rum.

    Gezählt habe ich meine Gegenstände noch nie. Mir war das mit 100 Gegenständen oder so auch immer suspekt. Viele Maximalminimalisten setzen ja einfach auf die Besitztümer anderer Menschen und leben ihr Leben sehr im Außen.
    Was machen sie jetzt in der Corona Zeit? Das habe ich mich in der letzten Zeit öfter gefragt.

    Viele Grüße

    Sonja

    1. Maximalminimalisten – was eine wunderbare Wortkreation. Extrem wenig eigene Dinge besitzen, überwiegend die Dinge der anderen Menschen nutzen, sowie Minimalismus und Nomadentum: Da stellt sich wirklich die Frage, wie diese Menschen das jetzt wohl so machen? Ich stelle mir vor, dass es tatsächlich derzeit schwierig bis unmöglich sein dürfte. Corona bringt vieles durcheinander, stellt vieles auf den Kopf.

    2. „Viele Maximalminimalisten setzen ja einfach auf die Besitztümer anderer Menschen“
      Hast du Mal ein Auto, hast du Mal ne Leiter, hast du Mal eine Bohrmaschine..
      Die Grenze zwischen teilen und schnorren ist ziemlich dünn.

      1. Vielleicht will der ein oder andere von diesen „Haste-Mals“ ja auch einfach die Extreme ausprobieren. Kann ich ein Stück sogar nachvollziehen, wenn man in diesen Megakonsum reingeboren wurde,damit aufgewachsen ist und nie was anderes kennen gelernt hat. Trotzdem wird es schnell grenzwertig. – Mir wäre es einfach viel zu viel Aufwand, wegen jedem Kleinkram irgendwo hinzugehen und mir das von jemand auszuleihen, Extreme ausprobieren brauche ich auch nicht.

  4. Ich finde das Zählen von Dingen irgendwie auch sinnlos. Ich habs mal probiert, aber bei der ersten Schublade gleich aufgegeben. Was steckt dahinter? Ich vermute den Drang etwas zu messen und vergleichen zu können. Wer sagen kann, dass er nur 100 Dinge besitzt, das beeindruckt doch mehr als jemand der sagt „ich habe soviel, dass ich mich damit wohlfühle“. Das ist nicht greifbar. Wer 1000 Dinge besitzt hat sich um 10% verbessert, wenn er 100 Dinge rauswirft. Für mich ist das nichts, anderen hilft es sicher um sich zu motivieren. 🙂

    1. Ja, Zahlen sind – eigentlich – was messbares. Man bekommt einen Überblick. Aber genau die Messbarkeit funktioniert beim Minimalismus-Zählen ja nicht.
      Beispiel: Ich besitze 1 Päckchen mit 100 Büroklammern = 1. / Ich habe 5 Büroklammern entsorgt = 5. 🤪
      Da fehlt mir die Objektivität, wirklich vergleichbar ist da rein und raus nicht. Der M-Wert von Thorsten (siehe Kommentar weiter unten) ist da neutraler und man sieht, ob man sich wieder zurümpelt oder nicht. Ich finde es schon eine gute Sache, einen Überblick über die eigenen Besitztümer zu haben. Da entdecke ich nämlich vielleicht, dass ich schon 2 Pakete Büroklammern habe und jetzt nicht noch ein drittes Paket kaufen muss.

      1. Hm, vielleicht sollte man mal ein Minimalisten-Regelwerk herausbringen, damit die Zählerei endlich genormt ist und Vergleiche auch Sinn machen…. 🤔😄😄
        Ich würde es nicht kaufen…
        Dass so viel wie möglich von mir allein bewegt werden kann, ist auch so ein Punkt, der mir ganz besonders wichtig ist. Das macht mobiler, selbstständiger und unabhängiger. Die letzten schweren und Einbaumöbel, die ich noch habe, verschwinden definitiv, spätestens beim nächsten Umzug. Eine massive Couch nur noch, wenn sie als Schlafcouch genutzt wird, ansonsten liebäugele ich ja sehr mit Rattanmöbeln.

        1. Leichtere Möbel sind mir auch lieber, alles andere nenne ich gerne Möbelmonster. So oft zieht man ja nicht um, ich plane das auch derzeit nicht. Ich ertrage es aber nicht, wenn die Dinge tagein, tagaus an der gleichen Stelle stehen. D.h., Möbel stehen mal hier mal dort, sehr unpraktisch, wenn das schwere Möbel sind.

  5. Hallo, also, sehr gute Ansätze, doch:
    man richtet sich nach Funktionen ein.
    Die Lebenssituation ist maßgebend!
    Ich empfinde es nicht als Sport so wenig wie möglich zu haben.
    Stil, Reduzierung und Lebensqualität sind entscheidend.
    Eine Wohnung, die leer aussieht, empfinde ich als wenig inspirierend. Ich brauche Bücher, Bilder, Blumen, das ist Leben. Material aus Naturfaser von hoher Qualität.
    Aber, in Maßen und so, dass ich alles nutze und es mich erbaut. Das ist für mich Bildung!
    Scandinavien sollte hier das Vorbild sein.
    Ein Mensch benötigt Geborgenheit.
    Viele Grüße und viel Glück weiterhin.
    Constanze.

    1. Den Zusammenhang von Menge der Dinge, Wohnen, Bildung und Erbauung verstehe ich gerade nicht.

      Die Variante „Minimalismus als Sport“ (wer hat die wenigsten Dinge) finde ich für mich komplett alltagsuntauglich, z.B. ständig Wäsche zu waschen, weil man wenig Kleidung hat. Wäre mir zuviel Aufwand.

      Was Menschen jeweils als wohnlich empfinden ist natürlich sehr unterschiedlich. Wären da alle Menschen gleich, wie grottenlangweilig wäre das. Manche Menschen brauchen einfach ein paar mehr Dinge, die sie auch sehen. Das ist typabhängig und finde ich gut nachvollziehbar. Bei mir ist das allerdings nicht so. Ich liebe es, wenn meine Augen zur Ruhe kommen, fühle mich viel wohler, wenn ich nicht so viele Dinge um mich herum sehe.

      Mein Stil ist weder japanisch, noch skandinavisch, noch sonstwie. Sowas ist für mich schön anzuschauen, so wohnen will ich aber nicht. Wie „man“ so wohnt, ist für mich kein Maßstab. Ich orientiere mich am „Gabi-Stil“, hat lange genug gedauert, bis ich den gefunden habe 😉 Der entwickelt sich auch immer ein bisschen weiter, verändert sich – je nach meiner jeweiligen Lebenssituation.

  6. Das mit dem Zählen hatte ich auch mal versucht, es dann aber schnell bleiben lassen, aus den von dir genannten Gründen. Zumindest weiß ich, dass es bei mir immer weniger Teile werden. Also die Richtung stimmt. Nur bei den Kugelschreibern nicht. Die vermehren sich auf rätselhafte Weise,obwohl schon so oft aussortiert. ☺️

    1. Ich zähle nur relativ, die absolute Anzahl meiner Dinge kenne ich nicht.
      Ich nenne das M-Wert und es hilft sofort die Kontrolle zu erlangen. Kommt ein Ding rein geht es um eins nach oben , geht ein Ding raus wird eins abgezogen. Start ist bei 0. Ich bin derzeit um -30 = absolut gesehen dreißig Dinge weniger als im September 2020.

      1. Deinen M-Wert finde ich im Vergleich zur Zählung der gesamten Besitztümer, äußerst praktisch und eine wunderbare Idee. Insbesondere, weil dies eine Möglichkeit ist, die Übersicht zu behalten.

  7. Naja, ich habe eine Mietswohnung, schön unter dem Dach mit Dachschrägen.

    Zählen ist nicht meine Stärke. Als ich hier einzog, reichten 45 Kisten nicht. Allein 9 waren mit Bücher. Vor ca. 5 jahren kam der Bodenlegen, alles musste alles in Schlafzimmer, Flur und Wohnzimmer in den Kellerverschlag. Kleinmöbel, Geschirr, Kleidung, Bücher usw. Neben dem üblichen Kram. Es ging. Nur das Fahrrad ging nicht mehr rein. Empfindliches blieb oben. Der Plattenspieler stand auf dem Herd. Das Bügelbrett in der Dusche. Wäscheständer neben der Toilette. Die Pflanzen in der Badewanne. Die Flurbank stand auf dem kleinen Balkon. Die Stühle und Computer fanden auch noch irgendwo Platz in der Küche.

    Es ging. Aber blöd war, es war Oktober und es verzögerte sich. Saubere und warme Wäsche und die Winterreifen waren in dem Kellerverschlag, wo sich die Kisten bis zur Decke stapelten.

    Ja, da möche ich wieder hin! Ich will weniger Kisten als beim Einzug brauchen und alles soll in den Keller passen können.

    Meine Wohnung. Ich habe bewußt wenige hohe Schränke. max. 1,80 m. Meine Anrichte und Bücherregal, mein Kleiderschrank. Schau ich im Freiluftmuseum um, das andere Extrem heute. Aber alles was sie brauchten.

    Zählen will ich nicht, doch die „Quantität“ ist mir wichtiger. Was brauche ich? Ich liebe Geräte mit mehreren Funktionen. Wenige Bücher als eine nichtssagende Bibliothek. Ein Pulli, der mich kleidet und alles paßt. usw.

    Ja, ich habe eine 8-kg-Waschmaschine. Als Single! Aber ich genieße es, mal 14 Tage nicht waschen müssen oder die Bettwäsche zu waschen, ob daß ich ins Schleudern komme. Auf dem Wäscheständer dauert es oft lange, bis das trocken ist. Einen Trockner habe ich keinen. Auch keine Spülmaschine.

  8. Nachtrag: Ich schau ja viele Hausbauvlogs. Mir fällt da immer auf: Die Leute nehmen alles 5 mal in die Hand und machen viel zu lange Wege, schubkarrenweise. Stapeln 3 mal ihr Holz um, weit weg vom Haus, das sie später drinnen brauchen. Wieso stapeln sie es zuerst am Ende des Grundstücks? Irgendwann merken sie es selbst. Die Zeit und Kraft kann man sich doch sparen, oder? Sich erst mal ein Konzept überlegen. Auch in welcher Reihenfolge man ein Zimmer renoviert … Wie viel Werkzeug die haben ist mir da noch egal.

    1. Du hast ja so Recht. Ich bevorzuge auch die kurzen Wege. Ist mir egal wenn es dann nicht „schön“ ist und andere dann sich lieber Deko in den Weg stellen würden. Zwischen mir und dem Ding sollte nichts stehen. Möbel möglichst nur am Rand, das hilft.

  9. Jeder Handwerker ist erstaunt über mein Profiwerkzeug. Wenig Sachen. Nur das Beste. Verbrauchsgegenstände zähle ich mit, Gabi. Weil ich auch da Maß halten will. Pro Raum 2 Funktionen. Das finde ich wichtig. Sich da genau die Abläufe überlegen. Was brauche ich für die Abläufe? Ich hab 5 kleine Räume und einen leeren Flur. Singlewohnung. In der Küche spüle, koche, wasche, schlafe ich. Das erzeugt in mir Chaos. In der nächsten Wohnung spüle ich vielleicht im Bad und lasse in der Küche die Spüle weg.

    1. Spüle finde ich auch schwierig, Bad wäre mir aber zu umständlich für die Spülerei, zu viel Sachen hin- und hertragen, Waschbecken auch viel zu niedrig bei mir.
      Ich hätte am liebsten eine sog. Auflagespüle (früher auch Nirostaspüle genannt). Da braucht man nichts aussägen und in Arbeitsplatten einbauen, kann auch mal mit dem Wasser herumspritzen. Sehr komfortabel. Aber: diese Sorte Spülen passen nicht auf die Unterschränke vom Möbel-Elch. Die sind ca. 2,5 cm zu tief. Passende Varianten Spülenschrank mit Auflagespüle gibts auch. Aber da ist der Schrank oft sehr klapprig. Außerdem: 85cm Höhe – für mich indiskutabel. Ich habe jetzt 94cm und bräuchte für meine Körpergröße und meinen Rücken 99cm. Das wäre dann ein optimales Möbelstück. Ich müsste aber dafür bauen und basteln – habe ich aber keine Lust dran.

      1. Liebe Gabi, quäle dich doch nicht mit einer zu niedrigen Küche! Ich vermute, du hast deine schwedenküche nicht an der Wand befestigt?
        Küchenfüße hochdrehbar bis 20 cm gibt es für kleines Geld, mit oder ohne Blende.
        Googelst du Sockelfuß. 99 cm inkl. Arbeitsplatte sind leicht realisierbar, hast ja keine Riesenküche 🙂

        1. Hallo Petra,
          danke! Ist bereits in konkreterer Planung für ca. 1. Halbjahr 2021. Es kommen andere Füße drunter, dann lande ich bei den 99cm, die ich gerne hätte, dann passt es prima. Ich hatte nur noch längere Zeit hin und her überlegt, weil mir eine altmodische Auflagespüle (Nirostaspüle) lieber ist, die passt aber nicht auf die Schweden-Unterschränke. Maßangefertigt gibt es Edelstahlarbeitsplatten mit Spüle auch, aber das ist mir echt zu teuer. Andere Spülenunterschränke passen auch nicht wirklich gut, wäre letztlich auch eine unsinnige, zusätzliche Anschaffung. Ich brauche nicht noch einen Schrank. Also bleibt es wie es ist, aber wird höher gesetzt. Manche Entscheidungen dauern… aber stimmt, es ist quatsch, sich weiter damit rumzuquälen, wenn es auch besser geht.

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